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Kontrust – Second Hand Wonderland

Kontrust – Second Hand Wonderland

Nightliner Tour durch Europa? Shows vor 300.000 Besuchern? Millionen von youtube-Klicks? Und das von einer Band aus Österreich die nicht die Begleitband von Andreas Gabalier ist? Kontrust gelingt dieses Kunststück!

Im April 2012 erschien ihr bereits drittes Album „Second Hand Wonderland“ und eines gleich vorweg: Eines der feinsten Crossover-Alben seit Langem. Nach „Welcome Home“ 2005 und „Time for Tango“ 2009, wo sich bereits der Kontrust Sound abzeichnete, klingt die neue Scheibe wie eine frische Hommage an eine vergangene Dekade: Die Neunziger sind definitiv zurück! Man hört ein wenig Clawfinger, ein wenig Fear Factory und ganz viel Guano Apes. Letzteres bedingt durch die Frontfrau von Kontrust, Rockröhre Agata Jarosz, die nicht nur optisch sondern durchaus auch stimmlich an Guano Apes Lady an der Front, Sandra Nasic, erinnert. Wäre hier nicht Frontmann Stefan, der sich hörbar reinreklamiert und mit seinem Stimmbeitrag Agata sympathisch ergänzt und quasi im selben Aufwasch das Stimmvolumen von Kontrust merklich potenziert.

 

 

Der ein wenig überstrapazierte Begriff Crossover wird auf „Second Hand Wonderland“ exzessivst ausgelotet und ab und an wird gern ein wenig übertrieben. Ein bisschen Blasmusik hier, ein wenig indische Sitar dort, alles was im Studio so rumliegt wird verwurstet. Manchmal wäre Weniger aber doch einfach Mehr. So ist beispielsweise die bereits 2010 releaste Single „Bomba“ in einer Hardcore-Polka-Version auf dem Album vertreten und entweder nur für Hardcore-Polka-, oder extreme Kontrust-Fans zu ertragen. Das für eine Hard-and-Heavy Band überraschend humorvolle Video zu „Bomba“ (womit sich der Kreis zum eingangs erwähnten Herrn Gabalier wiederum schließen würde) liegt auf youtube bei knapp zweieinhalb Millionen Views – beachtlich!

Auch die menschliche Beatbox und Loopmaschine Fii, bekannt aus Funk und Fernsehen, durfte einen Song gemeinsam mit Kontrust intonieren beziehungsweise gleich das gesamte musikalische Gerüst liefern. Weitere Gäste auf dem Album gibt es von der Russkaja-Front, allen voran Hauptrusse Georgij und Geigenvirtuosin Antonia-Alexa, die mit Russkaja seit kurzem genau wie Kontrust auf dem österreichischen Metal Label Napalm Records releasen.

Textlich bewegt man sich auf vertrautem Terrain und hierbei darf man nicht allzu viel erwarten. Songs über Musikwünsche an DJs, die immer blöde Polizei, ein bisschen Liebe und Herzschmerz oder auch über Affenbuben finden sich auf den 12 Songs.

Insgesamt ein sehr gelungenes und international klingendes Album was sich auch im hübschen Artwork widerspiegelt. Ein Album welches man in dieser Form einer heimischen Band gar nicht zutrauen würde. „In Österreich hat man sich ziemlich schnell tot gespielt“, meint Daniel, der Bassist der Band. Somit ist der Schritt ins Ausland wohl nur noch ein kleiner und nur eine Frage der Zeit.

 

 

In aller Kürze:

Kontrust
„Second Hand Wonderland“
VÖ: 27.04.2012

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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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