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Linkin Park – Living Things

Linkin Park – Living Things

Viele Fans warteten mit gemischten Gefühlen auf das neue Album der sechs Kalifornier. Ob ihre Sorgen begründet waren, könnt ihr hier im Detail erfahren. Vorab sei verraten: Ihre Instrumente beherrschen sie noch, und Chester kann noch schreien!

Bei ihrer letzten Tour verzogen sich viele Fans ‚der ersten Stunde‘ in die Toiletten oder zur Bar, wenn Linkin Park Songs der Vorgängerplatte „A Thousand Suns“ spielten. Sie kam nur bei wenigen gut an. Schuld war der drastischen Stilwechsel der Band, die hier eher Synthesizer statt richtiger Instrumente bevorzugten. Das Verhältnis hat sich mit dem neuen Longplayer zwar nicht umgekehrt, aber zumindest eingependelt.

Wer also die ersten (elektronischen) Töne des Openers „Lost In The Echo“ hört, sollte nicht sofort wieder abschalten! Zwar kommen, zumindest bei dem Song, weiters keine Instrumente präsent vor. Zum Ende hin wird Sänger Chester Bennington jedoch laut, so wie in den guten alten Zeiten. Und das ist kein Glücksfall, sondern zieht sich durch den ganzen Longplayer! Vor allem beim vierten „Lies Greed Misery“, das neben Hip Hop-Beats und Raps von Mike Shinoda mit einem lauten Refrain und Ende aufwartet, und dem besonders kurzen, aber umso aggressiveren siebten Lied „Victimized“.

Auf der anderen Seite findet man auf „Living Things“ auch eher ruhige Nummern. Zum Beispiel „Castle Of Glass“, das mit einem tollen Text aufwartet, oder dem sehnsüchtig klingenden „Roads Untravelled“. Dazu gibt es verzerrte Stimmen, interessante Beats, Chorgesänge und das Instrumentalstück „Tinfoil“ (zu deutsch: Alufolie).

Letzteres dient als kaum hörbarer Übergang zum finalen „Powerless“, das seinem Namen leider alle Ehre macht und als einzige Nummer nicht richtig überzeugt. Es ist ohne Frage ein schöner Song, Chesters Stimme klingt zum einzigen Mal klar und nicht verzerrt. Doch er gibt einem nicht viel mit, außer dem Gefühl, dass für einen richtigen Abschluss noch etwas kommen sollte.
Zwischen all den genannten Tracks finden sich dann noch Ohrwürmer wie der vorab veröffentlichte „Burn It Down“.

Fazit: Linkin Park klingen immer noch nicht wie früher auf „Meteora“ oder „Hybrid Theory“. Trotzdem haben sie wieder den Weg hin zu klirrenden Gitarren und weg von reinen Melodien aus dem Computer gefunden. Sie rocken wieder! Und lassen hier und da alte Aggressionen raus. Verpackt im neuen musikalischen Stil, der irgendwo zwischen damals und dem 2010er Album „A Thousand Suns“ liegt.

 

 

In aller Kürze:

Linkin Park
„Living Things“
VÖ – Juni 2012

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