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LMFAO – Stadthalle

LMFAO – Stadthalle

Letztens in der Stadthalle mit der Spaßtruppe LMFAO. Nach dem Motto: „Wie kann man ernsthaft und nüchtern über eine solche Band schreiben?“ haben wir uns das Konzert, die Band und die Gäste mit anderen Augen angeschaut.

Das erste Konzert, wo ich mich mit meinen 1,64m durchschnittlich groß fühle. Der Großteil der Besucher besucht noch die Unterstufe, der Rest sind die Eltern, die auf ihre Kids warten. Ein paar schlaue Väter haben auch ihre 20 Jahre junge tanzende Geliebte an der einen Hand und den schon sehr genervten Sohn an der anderen.

 

 

So weit so gut. Die großen LMFAO. Die ganze Welt kennt sie. Die Stadthalle wurde gebucht. Die größte Indoor-Location in Wien und überhaupt. Halb leer ist vielleicht übertrieben, aber besonders eng war es auch nicht. Wie soll man da cool shaken zu „Party Rock Anthem“ wenn es nicht mal eng und schwitzig ist? Gut, vor dem Einlass versammelten sich trotzdem Menschenmassen. Ein paar davon warteten auf die Vorstellung von „Lords Of The Dance“, die LMFAO-Fans erkannte man aber schon von Weitem an ihrer Kleidung. Kaum ein Shirt war unbedruckt oder -bemalt. „Everyday I’m Shufflin“, „Party Rock Is In The House Tonight“ und bei den korpulenteren beliebt: „I Am Sexy And I Know It“. Kombiniert wurden die Shirts ausnahmslos mit neonfarbenen Leggins. Neongrün, neonorange, neonrosa, neongelb – bin ich froh, dass es sonst keine Neonfarben gibt! Tigermuster, Zebramuster, Gepardenmuster, sehr kreativ. Nerdbrillen, extrem viele Nerdbrillen!

 

 

Überall waren sie, die weißen Nerd-Brillen mit Glitzersteinen, die es zuhauf beim Merch-Stand zu kaufen gab. Die Kids trugen sie über ihren Korrekturbrillen, sah gut aus, in dem Alter sollte man ja noch keine Kontaktlinsen tragen. Anfangs dachte ich ja noch, die Leute kommen hier freitags hin zur Pre-Party auf ein Bier und zum Mitshaken bei „Party Rock Anthem“, nachher kommt dann erst der Wodka – aber mit 13 darf man ja noch gar keinen Wodka trinken.

Wir fragen uns noch, wie uncool die Show wird, weil SkyBlu ja Rückenprobleme hat und nicht auftreten kann, bis die Show beginnt und wir bemerken: HEY, Sky Blu ist ja gar nicht der quirlige, sexy Afro-Mann und schon sind wir happy und dancen. So wie auch die ganze LMFAO-Crew. Diese Show ist ein bisschen wie die von Deichkind nur mit weniger Müllsäcken und mehr Disco-Musik. Nach jedem Song wird das Bühnenkostüm vom vermeintlichen SkyBlu – in Wirklichkeit Redfoo – gewechselt, überall glitzert es. 
Irgendwann gibt’s dann Coversongs von „Gettin Over You“ und einem Black Eyed Peas Song. Ich frage mich, wieso die Kids zu solchen Songs springen, bei denen wir samstags doch in der Disco betrunken herumlallen. Echt, die Jugend von heute! Und überhaupt, wieso covern LMFAO David Guetta? Die haben eindeutig zu wenige Hits!

 

 

Ziemlich spät trumpfen LMFAO dann mit ihrem Gassenhauer „I Am Not A Whore“ auf. Die Kids singen auch fleißig mit, haben zu Hause mit den Eltern ja auch die Texte geübt. Den Tanz können sie auch – Hüften nach vorn, nach hinten, richtig, so macht’s der Papa mit der Mama auch immer. Aber ich muss sagen, die Kids haben eindeutig bessere Moves drauf, als wir sie hatten. „Der Busfahrer“ und „der Taucher“ sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren.

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Anna Obermeier
"Dance Like Nobody Is Watching."
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