Lobster – Rhynia/Lobster

Aylin Izci 25. Februar 2012 0

Zwei Instrumente, gespielt von zwei Brüdern aus Graz, die 2003 beschlossen, sich fortan auch eine „Band“ zu nennen – das sind Lobster. Wir hatten das Vergnügen uns auch gleich zwei EPs von ihnen anzuhören. Ob’s uns gefallen hat, erfahrt ihr hier!

 

In den Genren Alternative, Metal und (Hard-)Rock kann man das brüderliche Duo suchen und hier und da auch finden. Dass sie es über die Jahre mit keinem Bassisten lang ausgehalten haben, scheint ihnen nicht so recht etwas auszumachen. Richard „Rich“ Tafner (Gitarre, Vocs) und Hans-Peter „HP“ Tafner (Drums, Vocs) pfeifen auf Konventionen und stellen sich zu zweit auf die Bühne. Nur für die Aufnahmen im Studio darf mal ein befreundeter Bassspieler ans Werk, wenn nicht gleich der Dell Laptop verwendet wird, den sie auf ihrer MySpace-Seite stolz unter ‘Mitglieder’ führen.

Einen Longplayer haben Lobster – damals noch mit lebender Bassbesetzung – im Jahre 2007 schon veröffentlicht („Spite“). 2008 tauchte die „Rhynia“ EP auf, die jedoch nie offiziell veröffentlicht wurde.

Das Geschwisterpaar klingt hier noch sehr aggressiv, die Gitarrenriffs sind hart und Rhythmen eher zweitrangig. Richs Stimme klingt rau und ein wenig unsauber und oft geht es eher in Richtung Sprechgesang, allerdings mit wenig Text. Beim Hören hat mich vieles an Limp Bizkit erinnert, auch wenn ich sie nicht direkt miteinander vergleichen würde.

2011 erschien dann die selbst betitelte nächste EP (und das auch offiziell)! Schon in den ersten Sekunden ist eine deutliche Veränderung zu hören. Die Band hat sich weiterentwickelt, sie klingt weniger aggressiv und trotzdem genauso voller Energie! In den drei Songs sind gute Gitarrenriffs zu hören, vor allem aber mit der Rhythmusgitarre hat man sich Mühe gegeben. „Lobster“ klingt weniger nach Garagenband, sondern deutlich sauberer produziert.

Beim Song „Bones“ hat man aber alte Gewohnheiten und Aggressionen rausgeholt. Die Stimme wurde bewusst nicht clean abgemischt und so klingt er fast wie eine der alten Nummern. Der Opener „Reach Out“ ist dazu das komplette Gegenstück. Alles klingt liebevoll aufeinander abgestimmt und die Verbesserung des Gesangs ist deutlich hörbar. Von der ersten Sekunde geht man mit dem Lied mit und der Refrain frisst sich sofort ins Ohr. Schon beim ersten Hören verspürt man den Drang, sofort mitzusingen!

Diesem kann man auch guten Gewissens und ohne gröbere Textpannen nachgehen, denn lyrisch liegt die Latte bei Lobster leider nach wie vor recht tief. Hier sollten die Brüder ein wenig Ehrgeiz beweisen und ihren Texten ein paar Zeilen mehr verpassen! Für frische Ohren mag die jetzige Quantität ausreichen, auf Dauer freut man sich als Hörer allerdings auf mehr als eine handvoll Worte zum Mitsingen. Musikalisch dagegen ist die Band bereits auf dem absolut richtigen Weg, „Reach Out“ lässt daran keine Zweifel!

 

In aller Kürze:

Lobster
“Rhynia EP” / “Lobster EP”
VÖ: 2008 / 2011

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