Lost Losers – Rock On Board

Bernd Eger 13. Juni 2012 0

Die burgenländischen Indie-Rocker haben zur Schifffahrt der etwas anderen Art geladen. Der Wellengang auf dem Neusiedler See wurde an diesem Abend durch Gitarren, Drums und Bass verstärkt. Wir waren für euch natürlich live on board dabei…

Die Idee ist eine wahrlich originell. Ein Gig auf hoher See, bei einer Schiffsrundfahrt, so wie es die Lost Losers am 06.06. um den zuvorkommenden Preis von Euro 6 gemacht hatten. Wenn man genauer darüber nachdenkt, dann ist es verwunderlich, dass diesen Gedanken noch keine andere Band gefasst hatte. Vermutlich haben das auch einige schon vor ihnen angedacht. Doch wahrscheinlich ist die endgültige Ausführung wohl an dem fehlenden Mut gescheitert. Ein Rockkonzert auf einem Boot während einer Schifffahrt auf dem Neusiedler See zu spielen birgt schließlich viele Tücken. Größte Befürchtung der Band: Schlechtwetter. Nur ein Tag davor wütete in der Region ein relativ starker Wind. Aber der liebe Gott muss wohl ein Rocker sein, denn die Schifffahrt konnte bei sehr mildem Wetter gemacht werden. Zweite Befürchtung der Musiker: die Stromversorgung. Es war nicht voraussehbar, wie lange die Aggregate den Instrumenten Strom geben würden. Deshalb hatte sich die Band zur Not auch ein kleines Akustik-Set zurechtgelegt, um nicht auf verlorenem Posten zu sein, sollte der Strom zu Ende gehen.

Insgesamt wurden rund 20 Songs, darunter vier Coverversionen gespielt. Diese waren eindrucksvolle Interpretationen von den beiden Springsteen-Stücken „Dancing In The Dark“, und „No Surrender“, sowie „Feuer“ von Kurt Ostbahn und CCR’s „Bad Moon Rising“. Diese Auswahl zeigt auch den Querschnitt, welcher die Setlist am besten beschreibt. Einerseits rockige Midtempo-Nummern (wie z.B. das schmissige „Queen Of Summer“) oder eben Singer-Songwriter-Stücke wie „The Beat“.

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Der Abend war also nicht gekennzeichnet von Pogo, bis das Schiff kentert. Es war ein gemütlich, angenehmer Rock’n’Roll-Abend, der durch einen gelungenen Unplugged-Teil am Ende abgerundet wurde. Noch dazu wurde an dem Abend eine mit fünf Tracks neue EP namens „Leave The Rain Behind“ passend zur Wetterlage präsentiert. Die neuen Stücke reihten sich nahtlos in die altbewährten Rocknummern der fünfköpfigen Band ein. Auffällig gut angekommen ist die Sänger Gerrits eigenes Stück „The Beat“ (veröffentlichte er bislang nur auf Youtube unter dem Namen The Last Raven), wobei der Großteil der Zuschauer sogar lautstark mitsangen. „Das liegt wohl daran, dass einige davon in dem Video mitspielten“, versuchte es Gerrit Braun herunterzuspielen. Doch der Stimmung des Publikums zufolge war dem nicht so. Denn auch bei Sängerin Jutta Steiners geschriebenen „A Backpack Full Of Stones“ war ebenso viel positive Spannung in der Menge zu spüren. Und das ist bei etwa 50 bis 70 Personen gar nicht so einfach zu erreichen.

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Sicherlich für ähnlich viel Aufmerksamkeit wie „The Beat“ wird der in Kürze erscheinende neue Song „Baltimore (vom Leben und vom Sterben)“ sorgen. Denn dieser ist ein erstmals in Mundart verfasster Song der Lost Losers, auch eher im Singer-Songwriter-Bereich gehalten. Aber um ehrlich zu sein, diese Sparte steht der Band auch am Besten ins Gesicht. Auch wenn es für die hart eingesessenen Rocker der Losers wie Drummer Mario Gisch, Bassist Matthias Müller, und Gitarrist Marcel Zwinger gnadenlos klingen mag, aber darin liegt das größte Potenzial der Band. Aber das soll hat ja im Grunde nichts Schlechtes zu bedeuteten, hört man da denn oftmals erst die Feinheiten des Instrumentenspiels heraus. Und so mancher Hardrocker verirrt sich ja auch äußerst gerne mal in diese Sparte. Äußerst gerne und oft auch gerne äußerst erfolgreich.

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