Beeasy Festival – Arena Wien

Anna Obermeier 5. Juli 2012 0

Ein Hip Hop Festival gibt’s ja wirklich nicht alle Tage in Wien. Und wenn dann unter den Acts auch noch Größen wie Mac Miller oder der gehypte Cro mit von der Partie sind, wird die Arena doch schlussendlich noch ziemlich voll. Alle Arme geh’n hoch!

 

Gleich sechs Acts waren an diesem Abend Programm. Topaktuelles aus dem Hip Hop. Und allen voran auch heimische Acts! Chill Ill und Mirakle machen den Anfang vor einer noch bescheidenen Masse an Zusehern. Vereinzelt kann man sitzende, in der Sonne liegende Menschen erahnen und es kommt die Frage auf: “Wie ist das für einen Hip Hopper vor dieser uninteressierten Menge zu performen?”. Wenn wir uns ehrlich sind, ist es spätestens dann klar, dass alle auf Cro warten, wenn man die Leute samt Outfit und Accessoires analysiert hat…

 


Big J
und Flip & Average – die Lücken füllen sich schon langsam aber sicher. Ein paar Gesichter trauen sich näher an die Absperrungen und können sich trotz der Hitze sogar dazu bemühen, die Hände auf und ab zu wippen. Trotzdem, so richtig wird’s noch nicht. Wir bemerken nur diese Anspannung. Dieses Warten. Das Warten auf Cro. Unter den Wartenden befindet sich so circa jeder Fashion-Fauxpas der letzten zwanzig Jahre. Bauchfrei mit weißem Häkeltop, neonorangene Used-Look-Jeans mit Fransen, Fransenjacken und bodenlange Batik-Hippie-Röcke. Sind wir hier ernsthaft auf einem Hip Hop Festival?

 

Früher hieß es immer: “Bist du Skater oder Raver?”. Spätestens jetzt wissen wir, eine Frage wie diese gibt es heute nicht mehr. Der Schmuse-Rapper Cro steht mit seinem Pandagesicht auf der Bühne, vor ihm seine Fans in Retro-Hipster-Outfits mit Stirnbändern, die jede seiner Bewegungen auf Instagramm für die Nachtwelt aufbehalten. Dazwischen jene, die schon eher nach dem altbewährten Hip Hop aussehen. Und Cro? Naja, der konnte ehrlich gesagt nicht überzeugen. Ein etwas lascher junger Mann, der zwar süß ist, aber unmotiviert wirkt. Jede Ansage klingt wie die vorherige und sagt auch ebenso dasselbe aus: “Lasst mal die Hände sehen!” – “Und die Hände gehen hoch!”. Highlight seiner Performance ist dann das Quasi-Feature mit Aloe Blacc, der einfach mal so spontan auf der Bühne steht und den Refrain von “I Need A Dollar” zu Cro‘s Cover raushaut.

 

Nach ewig langem Warten – oder vielleicht kommt es einem nur in der Hitze immer so lang vor – steht dann endlich Mac Miller mit seiner Crew auf der Bühne. Ja, da ist Druck dahinter! Er ist jung, dynamisch und macht Spaß, auch wenn man nur wenige Songs kennt. Alles, was in der Arena steht, springt, rappt, mitsingt ist eines mit sich – eine Harmonie sondergleichen.

{flickr-album}Type=Photoset, Photoset=72157630425405164{/flickr-album}

Bist du schon Teil der enemy.at Familie?schliessen
oeffnen