März 12 – Don’t Call Me Charlie

Anna Obermeier 5. März 2012 0

Wer hat es mehr verdient, als eine Band, die zum CD-Release einfach mal ein kleines Festival in der Ottakringer Brauerei für ihre Anhängerschaft veranstaltet? Dieses Monat ist es so weit und bis dahin solltet ihr euch dieses Interview durchlesen!

Demnächst kommt euer Album heraus – und als Release dient ja das “Rock The Otta”-Festival! Wie ist es dazu gekommen?
Für uns war klar, dass wir etwas Besonderes machen wollen. Uns einfach in einem kleinen Club einzumieten und unsere Songs runterzubeten, so wie das die meisten Bands machen, war uns zu langweilig. Also haben wir beschlossen, ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen und ein Festival auf die Beine zu stellen. Die derzeit coolste Location Wiens, die Ottakringer Brauerei, war uns dafür gerade gut genug. Mag sein, dass uns bei der Locationwahl auch der Umstand geholfen hat, dass unser Drummer Berni dort der Braumeister ist.

Was kann man sich von eurem Album erwarten?
Wir haben in München und Wien mit zwei verschiedenen Produzenten aufgenommen und über ein Jahr daran gearbeitet. Das Album ist unter’m Strich so geworden, wie wir uns das gewünscht haben: Man kann quasi jeden Song einem anderen Genre zuordnen. Das ist kommerziell natürlich eine Katastrophe, weil man uns in keine Schublade stecken kann, uns aber relativ wurscht.
Wir selbst sehen uns als Funkrock-Band, auf dem Album findet man aber auch satte 70’s-Rock-Riffs oder balladeske Pop-Melodien. Sehr, sehr wichtig war uns, dass wir die Songs nicht aalglatt produzieren. Wir fanden es immer irrsinnig witzig, dass man bei Beatles-Songs ganz genau hinhört, um kleine Gimmicks zu entdecken. So haben wir jetzt in viele Songs Gags eingebaut, wie zum Beispiel versteckte Botschaften in rückwärts abgespielten Vocals.

 

 

 

Es heißt ja, eine Band ist entweder im Studio gut oder live spitze. Was ist jetzt nach eurem ersten Album euer Schwerpunkt?
Wir wollen jetzt erstmal unsere Qualifikationen auf dem Gebiet der spätmittelalterlichen Kunstschnitzerei vertiefen. Nein ernsthaft, uns machen sowohl Gigs als auch die Studioarbeit enorm viel Spaß. Wir sind in Wien mittlerweile als ganz passable Liveband bekannt, insbesondere weil unser Frontman Vilo bei jedem Konzert den Kasperl macht und bei jedem Gig gut und gerne 1.000 Kalorien verbrennt. Wir haben gelernt, dass in unserem Metier der Showeffekt mindestens genauso wichtig wie die Musik ist, die man live auf die Bühne bringt. Uns macht es aber ebensoviel Spaß nächtelang im Studio zu hocken und 37 verschiedene Gitarrensounds auszuprobieren. Oder stundenlang an komplizierten Backgroundharmonien zu arbeiten, die wir dann im Mastertape wieder verwerfen.

Welche heimischen Bands hört ihr selbst gern, mit welcher würdet ihr gerne mal zusammen ein Konzert spielen?
Mit den Business Socks und mit Rude But Sexy.

Euer Bandname hat angeblich absolut nichts mit dieser uralten, unbekannten Sitcom zu tun. Mal ehrlich: so ein Zufall kann das doch auch nicht sein, oder?
Es wird jetzt einmal Zeit, mit der nackten Wahrheit rauszurücken. Mein Hund heißt Charlie. Es halten sich hartnäckige Gerüchte, dass ich daheim öfter mal „verwechselt“ und irrtümlich mit falschem Namen gerufen wurde. Bei einer Hochzeit, wo auch alle Bandmitglieder anwesend waren, hat mich meine Mutter wieder einmal mit dem Hund verwechselt, worauf mir ein „Geh bitte, Don’t Call Me Charlie“ herausgerutscht ist. Matthias hat das zufällig gehört und meinte: „Hey, leiwander Bandname!“ Und voilà, seit damals heißen wir Don’t Call Me Charlie.
By the way: Die gleichnamige Sitcom wurde in Europa nie ausgestrahlt, bestand exakt vier Monate und wurde nach lächerlichen 18 Folgen wieder eingestellt. Kein Renommee für eine Namensgleichheit.

Was sind die Highlights in eurer Bandgeschichte?
Unser absolutes Highlight ist unumstritten, dass wir 2012 Band des Monats März auf enemy.at wurden. Ansonsten haben wir 2010 auf einer großen Bühne am Donauinselfest und live auf Radio 88.6 gespielt, durften mittlerweile in allen Wiener Kultlocations wie der Arena oder dem U4 rocken (die Ottakringer Brauerei holen wir ja jetzt endlich nach) und haben es schon zweimal ins Fernsehen geschafft. Wir hoffen, dass uns unser erstes Album wieder neue Tore öffnet.

Die britische Königin darf Briefe ohne Briefmarken verschicken und muss nicht mal Einkommenssteuer bezahlen. Was muss Don’t Call Me Charlie nicht?
Wir müssen gar nichts außer schlafen, trinken, atmen und schnackseln. Und gelegentlich um 4 Uhr früh ein Dürüm verdrücken.

Die englischsprachigen Versionen zu “Meuchelmord” und “anstoßen” wurden von Shakespeare erfunden. Was habt ihr erfunden?
Erst gestern ist uns ein großartiger Wurf im Proberaum gelungen. Wir haben einen neuartigen Hot Dog entwickelt, bestehend aus einem Faschingskrapfen und einer Käse-Cabanossi.

Goethe ertrug den Lärm bellender Hunde nicht. Was könnt ihr nicht ertragen?
Die zarten, zerbrechlichen Sudereien Goethes.

 

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