Mardy Gra im Interview

Julia Bröderbauer 11. Februar 2012 0

Mitten in der Faschingszeit möchten wir Euch die Wiener Metalband Mardy Gra vorstellen. Was die Jungs von Image und Tradition halten, alles über ihre neue Single und vieles mehr haben wir beim Mailinterview erfahren.


Was uns natürlich zuallererst interessiert: Wie kommt ihr als brachiale Metalband auf einen Bandnamen, der an den ausgelassensten und fröhlichsten aller Tage im Jahr hindeutet?
TOM (Fronman, Sänger, Gitarrist): Als Metalband hat man mit einem Klischee zu kämpfen in der Gewalt, Blut und Tod die Hauptrolle spielt. Mit diesem Klischee konnten wir uns einfach nicht identifizieren. Wir spielen gerne mit Gegensätzen. Im Style, musikalisch und auch im „richtigen“ Leben.
DAN (Songwriter, Lead Gitarrist): Wie Tom schon sagte, Mardy Gra ist eine Band, die polarisiert! Wir wollen unsere eigene Message den Fans vermitteln und das zeichnet uns einfach aus.

Wie wichtig findet ihr eigentlich Image für eine Metalband? Muss man düster bis böse rüber kommen, oder darf man sich ruhig auch freundlich bis lustig geben?
DAN: Wer uns kennt, weiß, dass wir alles andere als böse oder düster sind. Aber sobald wir auf der Bühne stehen, lassen wir einfach alles raus. Es soll die Location richtig zum Beben gebracht werden und kein Haar trocken bleiben. Sonst sind wir einfach wir selbst und das soll auch so sein. Nur weil man in einer Metalband spielt, heißt dass noch lange nicht, dass man böse sein muss und sich lange Haare oder Bärte wachsen lassen muss ;) Sondern wir lieben einfach die Musik und ziehen unser Ding durch, und wollen nicht in eine Schublade gesteckt werden.
TOM: Ich finde es ist völlig egal welche Musik man toll findet. Man sollte sich wohlfühlen dabei. Wenn jemand gerne Schlager hört, dann bitte. Deshalb ist die Musikwelt so vielfältig. Geschmäcker sind verschieden und das ist auch gut so.

Und es drängt sich noch die Frage auf: Sieht man euch am Faschingdienstag verkleidet um die Häuser ziehen?
TOM: Wir sind alle Kinder einer traditionellen Dorfkultur und schätzen diese sehr. Deshalb, warum nicht? Wer tut das nicht gerne in eine andere Rolle zu schlüpfen!?
DAN: Genau, wir leben die Tradition und das ist uns allen sehr wichtig. Eigentlich ist man ganzes Jahr darum bemüht, sein Leben ordentlich zu meistern, und an diesem Tag ist jeder einfach ausgelassen und kann seiner Kreativität freien Lauf geben.

Ihr seid ja gerade mit eurer aktuellen und ersten Single „Avert One´s Eyes“ auf Tour. Warum fiel die Wahl genau auf diesen Song als erster Single?

DAN: Für uns war es wichtig einen Song auf den Markt zu bringen, der Mardy Gra am Besten repräsentiert. „Avert One’s Eyes“ verkörpert all die Eigenschaften, die die Band auszeichnet – einen voluminösen Sound, straighte undaggressive Grooves, wütende Growls… Das Produkt „Avert One’s Eyes besitzt einfach diese Kompaktheit und wir sind unheimlich stolz drauf und können es kaum mehr erwarten, euch diesen Song zu präsentieren.
TOM: Dan, hat es schon erwähnt, „Avert One’s Eyes“ ist einer unserer Songs der inhaltlich und musikalisch zu uns passt wie die Faust aufs Auge. Natürlich möchten wir die Menschen mit unseren Texten zum Nachdenken bewegen.

Und apropos Tour: Einige Auftritte stehen noch an. Auf welche Location freut ihr euch am meisten?
TOM: Ich persönlich freue mich auf alle. Mir ist es egal ob Keller, Bar oder auf einer große Bühne. Hauptsache ist es, uns auf der Bühne wohl zu fühlen und natürlich das Publikum von uns zu begeistern.
DAN: Wir lieben es einfach auf der Bühne zustehen und unsere Songs zu performen! Wenn man dann sieht, wie das Publikum zu unseren Liedern abgeht, ist das schon eine feine Sache. Jeder Auftritt wird einfach zu 100 Prozent ernst genommen, egal ob es jetzt in einer kleinen Location oder auf einem großen Festival ist. Wir wollen jeden einzelnen eine tolle Show bieten und für das steht Mardy Gra. Trotzdem freue ich mich schon extrem auf den Gig in Deutschland, unser erster Auftritt im Ausland und eine neue Erfahrung für die Band.

Seit eurer Bandgründung 2009 seid ihr schon neben einigen namhaften Bands wie Mono & Nikitaman, 3 Feet Smaller, Alkbottle und den Vamus auf der Bühen gestanden. Was waren die Hightlights?
TOM: Für mich war es die Band Kontrust. Eine perfekt eingespielte Band, fantastische Sänger und keineswegs abgehoben.
DAN: Ja Kontrust ist eine echt professionelle Band und Backstage sind sie echt nette Leute. Hut ab! Auch mit den Jungs von Alkbottle oder mit den Leuten von Mono & Nikitaman zu plaudern, war echt eine super Sache.

Von der Vergangenheit zur Zukunft: Welche Bands sollen es unbedingt noch sein, mit denen ihr die Bühne teilt?
DAN: Für mich wäre es eindeutig Soulfly. Diese Band hat mich schon immer fasziniert und inspiriert und einmal mit Soulfly die Bühne zuteilen, wäre für mich der Hammer! Max Cavalera ist ein begnadeter Musiker und gilt für mich als großes musikalisches Vorbild.
TOM: Natürlich die musikalischen Vorbilder und die Bands, die uns beeinflusst haben. Von Sepultura bis Machine Head. Von Metallica bis zu Limp Bizkit…..die Liste ist sehr lang.

Ein Video wird es von eurer Single auch geben. Was können wir da erwarten? Live-Mitschnitte oder ein klassisches Musikvideo?
TOM: Es ist ein reines Performance Video mit einigen Ausschnitten die den Song verkörpern.
DAN: Wie Tom schon sagte, das Video zu „Avert One’s Eyes“ ist ein reines Performance Video. Der Dreh fand in einem alten Haus in unserem Heimatort statt und wir hatten dort zwei unterschiedliche Sets. Aber wir hatten wirklich sehrviel Spaß beim Dreh und freuen uns es schon bald veröffentlichen zu können!

Auf Facebook habe ich ein Foto von euch im Stadion (von Kapfenberg, oder? :) ) entdeckt. Seid ihr bekennende Fußballfans?
TOM: Zusehen, ja. Mitspielen, nein danke.
DAN: Hahahaha, Tom ist ein fanatischer Fußballfan (ironisch) ;) Wir hatten damals einen Gig in Kapfenberg und hatten noch Zeit uns die Stadt näher anzuschauen. Ja, und wir sind beim Stadion vorbeigekommen und dann wurde dieses Bild gemacht. Vielleicht können wir Martin (unser Schlagzeuger) als Fußballfan bezeichnen, aber Tom, Max (Bass) und ich können mit Fußball wenig anfangen.

Wie schaut es eigentlich mit den Inhalten eurer Lieder aus? Politisch? Satirisch? Liebe? Leben? Oder vielleicht mal Fußball? :)
TOM: Hauptsächlich geht es um sozialkritische Themen wie Krieg, Medien und über Themen die die Welt bewegt. Natürlich befinden sich persönliche Erfahrungen und Eindrücke über die jeweiligen Themen in den Texten.
DAN: Wir haben keinen Fokus auf bestimmte Themen, sondern verarbeiten Dinge in unsere Songs, die uns einfach derzeit betreffen. Ob dieser jetzt aus einem politischen Gebiet oder etwas aus unserem Leben erzählt ist willkürlich gewählt und situationsabhängig.

Zum Schluss eine Nachricht an Eure Fans und solche, die es noch werden wollen/sollen:
TOM: Kommt auf unsere Konzerte, lasst euch von uns begeistern und zu guter letzt: STAY IN FRONT!
DAN: Genau, wir sind auch auf Facebook vertreten, liked uns, schaut unser Video an und kauft unsere Single! Danke für das Interview!

TOM: Danke!

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