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Pardon Ms. Arden im Interview

Pardon Ms. Arden im Interview

Vor ihrem Auftritt im Wiener Shelter sprachen wir mit der sympathischen Indieband Pardon Ms. Arden aus Bayern über die Nachteile groß gewachsener Keyboarder, zerbrochene Ehen, rotierende Bandmitglieder und was sie an Österreich lieben.

 

Habt ihr auf der Tour schon was Verrücktes erlebt?
(lachen)
Alex: Wo sollen wir da anfangen?
Nick: Also am Mittwoch hatte Max Rafferty (Ex-The Kooks und Headliner der Tour, Anm. d. Red.) eine Buspanne, deswegen waren wir in Hamburg plötzlich Hauptband statt Vorband. Wir wussten das aber nicht und hatten das einzige Mal auf der Tour ein wirklich geiles Hotel!
Alex: Der Klub hat dann noch eine andere Band schnell organisiert; Schweden, die in Spanien leben und grad für zehn Tage in Hamburg waren. Und das Lustige und Besondere war, der Gitarrist und Sänger hatte nur eine Hand! Der hatte nur so einen Stumpf auf der rechten Seite und dazu eine Wahnsinnsstimme!
Nick: Der Mann spielt ohne Hand besser als ich mit drei Händen! Das war verrückt!

Für viele Fans ist es noch ungewohnt, euch zu viert auf der Bühne zu sehen. Wieso habt ihr euch entschieden, euren Keyboarder Franz in die Band aufzunehmen?
Nick: Weil er cool ist! Auf der letzten Platte ist er schon auf ziemlich vielen Songs drauf, wo wir Keyboard Sounds drin hatten. Als wir die dann geprobt haben, haben wir gemerkt, dass das live ohne ihn einfach nicht kickt. Er war dann auf Tour mit dabei, um nur die paar Songs zu spielen. Als wir danach wieder im Proberaum waren um für die nächsten Liveauftritte zu üben hat er dann plötzlich auch persönlich gefehlt. Man wächst halt zusammen und so wird aus einem Session-Keyboarder irgendwann ein festes Bandmitglied.

Ist irgendwas anders, jetzt wo ihr zu viert seid?
Nick: Ich steh jetzt in der Mitte.
Alex: Man braucht immer zwei Doppelzimmer anstatt eines Dreibettzimmers.
Tom: Mehr Platz im Bus! Also, man braucht mehr Platz im Bus, also hat man weniger Platz im Bus.
Nick: Deswegen haben wir eigentlich einen kleinen Keyboarder gesucht, aber Franz ist leider relativ groß. (lacht)

Euer zweites Album „Restless Legs“ wurde erst im August letzten Jahres veröffentlicht, schon gibt es wieder eine neue Single. Habt ihr keine Lust euch zu erholen?
Alex: Nein! Nick kann sich nicht erholen, sonst dreht er durch! Der muss immer wieder was machen.
Nick: Kunst ist etwas das mit Druck zu tun hat. Alben und so Sachen verlaufen im Zirkel. Man macht ein Album, geht auf Tour, spielt auf Festivals und dann ist der Zirkel abgeschlossen. Wenn ich merke es geht dem Ende entgegen, dann fang ich an zu rotieren. Dann will ich irgendwas machen! Ich will eine Single machen, will ein Album machen, will wieder auf Tour gehen! Ich find, dass man nur ne richtige Band ist, wenn man das macht! Das ist halt der Unterschied zwischen einer Band und einer Hobbyband, die nur alle drei Monate im Jugendzentrum um die Ecke für eine Stunde spielt.

Arbeitet ihr denn schon an einem neuen Album?
Alle: Wir arbeiten an neuen Songs.
Tom: Aber schauen wir mal, was sonst so passiert.
Nick: Wir haben uns nach „Restless Legs“ von unserem Label getrennt und machen jetzt alles do-it-yourself. Das bedeutet, wir wollen auch eine neue Möglichkeit finden aufzunehmen. Das wird sich wahrscheinlich den ganzen Sommer hinziehen, bis wir so weit sind, dass wir Songs aufnehmen können, die es wert sind, auf einer Platte veröffentlicht zu werden. Eigentlich haben wir keinen Druck, weil das Album erst im August veröffentlicht worden ist, jetzt ist im Mai die Single draußen… es gibt keinen Stress.
Tom: Es wird schon irgendwann was kommen.
Nick: „I Can’t See The Point“, unsere aktuelle Single, ist auch schon ziemlich alt, aber jetzt erst komplett geworden! Da zeigt sich wie wichtig es für uns ist ein zusätzliches Instrument zu haben, weil es den Song komplett macht.

Ihr habt es schon angesprochen, ihr habt euch von eurem ehemaligen Label getrennt. Warum?
Nick: Es ist wie bei einer Ehe.
Tom: Wir haben uns auseinander gelebt.
Nick: Es ist wirklich so. Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen von dem, wie es weiter laufen soll. Wir machen das schon eine Zeit und hatten das Bedürfnis alles unter Kontrolle zu haben und das etwas voran geht.
Alex: Man kann einfach mehr selbst steuern… Du weißt, wenn du es verkackst, dann hast du es selber verkackt, und wenn du es geschafft hast, dann weißt du auch, dass du das selbst geschafft hast. Das ist sehr wichtig.

Und wie solls jetzt weiter gehen? Wollt ihr euch ein neues Label suchen?
Nick: Nein. Wir haben ein eigenes Label „PMA Recording“, das sind wir. Es gibt niemand anderen mehr. Das ist wirklich befreiend, nur mehr wir vier müssen uns einig werden und es gibt nicht irgendjemanden der sagt „aber ich denke es sollte und müsste etc.“.
Tom: Wenn was ums Eck kommt, sagt man sicher nicht von vornherein ‚Nee‘. Wir hören uns dann schon was an und entscheiden danach. Aber wir suchen jetzt nicht nach einem Label, sondern finden das so erst mal ziemlich gut.

Was mögt ihr an Österreich?
Nick: Ich mag diese charmante Überheblichkeit.
Tom: Die Nähe zu Bayern ist sehr schön.
Franz: Dazu der Dialekt in allen Ecken. Da fühlt man sich nicht fremd.
Nick: Ich persönlich mag auch die für das kleine Land riesige Festival Kultur. Es gibt sau viele Festivals in Österreich, obwohl es ein relativ kleines Land ist! Das Frequency ist auch mehr oder weniger unser Stammfestival, einer von uns ist eigentlich immer da.

Ihr habt Fans in ganz Europa. Denkt ihr über eine Tour außerhalb Deutschlands nach?
Alle: JA!
Tom: Wir kommen ja auch bald wieder nach Österreich.
Nick: Und zwar zu einer Festival Warm-up Party.
Franz: Das Julivent!
Alex: Am 15. Juni in Ried im Innkreis.
Nick: Sonst haben wir das auch schon öfter im Kopf gehabt. Wenn man eine Band aus München im weitesten Sinn ist, orientiert man sich glaub ich von Haus aus eigentlich eher südlicher. Österreich ist auf jeden Fall immer eine Reise wert!

Eure letzten Worte?
[audio: http://k005.kiwi6.com/hotlink/wi9g52qg8d/pma_letzte_worte.mp3]

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