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Patrick McCranc – Royal Canaries

Patrick McCranc – Royal Canaries

Obwohl der Name anderes vermuten lässt, stammen Patrick McCranc nicht aus dem englisch-sprachigen Bereich der Welt, sondern aus Deutschland. Trotzdem haben sie sich Brit-Rock auf die Fahnen geschrieben. Ob sie dessen mächtig sind, erfahrt ihr hier.

Die ersten Momente dieses Werks gestalten sich sehr vielversprechend. Der Opener beginnt mit Stadionsounds und einem motivierten Ankündiger, der auf Großes hoffen lässt. „Velvet Collar“ ist eine schwungvolle Rocknummer, der es zwar ein bisschen an Kreativität fehlt, aber darüber kann man sich noch hinwegtrösten.

Danach beginnt jedoch eine Berg- und Talfahrt, wobei man leider sagen muss, dass einen der Weg doch die meiste Zeit durch tiefe Täler als über hohe Gipfel führt. Kann „Goddess“ mit dem ersten Song noch halbwegs mithalten setzt langsam aber sicher Langeweile ein. Insgesamt wirkt „Royal Canaries“ sehr aufgesetzt und gekünstelt. Authentischer Brit-Rock klingt anders.

CD Cover von Patrick McCranc - Royal Canaries

Unverständlich ist auch wie Song Nr. 4 „Truck Driving Song“ in das Konzept des Albums passt. Eröffnet und unterlegt wird er immer wieder mit einer Tuba, die wohl an die deutschen Wurzeln der Band erinnern soll. Hoffentlich ein Ausdruck von Selbstironie, da der Rest ja vor pseudo-britischer Attitüde strotzt. „A Guide To The Perplexed“, in dem unzusammenhängende deutsche Wörter mit gefaketem englischen Akzent gesungen werden, ist ähnlich witzlos und uninspiriert.

Das einzige wirkliche Highlight ist „Tonight“ das mit schnellen, leicht punkigen Gitarrenriffs als einziges Lied wirklich glaubhaft wirkt. Aber auch hier hätte Frontmann und Sänger Patrick McCranc (Homepage), wie am Rest der Platte, mehr aus seiner eigentlich sehr interessanten Stimme herausholen können.

Schuster, bleib bei deinen Leisten! Gekünstelter Brit-Rock funktioniert einfach nicht. Black Canaries ist leider ein Paradebeispiel dafür was passiert, wenn man etwas sein will, was man nicht ist. Königlich ist hier wirklich nur die Aufmachung.

In aller Kürze

Patrick McCranc
„Royal Canaries“
VÖ: 21.12.2012

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David Hametner
"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird." - Friedrich Nietzsche
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One Comment
  • Mia Hilgart

    Individualität, Kreativität, Ironie und vor allem Anspruch sind wohl nicht mehr geschätzt.
    Eine umfassende Allgemeinbildung (nützlich zum Erkennen zb von sogenannten Germanismen, die ein ansprechendes Spiel mit deutschen Stereotypen ermöglichen) wird offenbar zum Verfassen einer CD Rezension ebenfalls nicht als notwendig angesehen. Wie gefaked ein britischer Akzent ist, dieses Urteil sollte man doch außerdem Muttersprachlern überlassen, die bisher noch alle von der Authentizität des Interpreten überzeugt waren.

    Bleibt noch zu sagen: Wenn jede Band nur spielen würde, was sie sich vorn auf den Latz schreibt, wären viele wunderbare Dinge der Musikgeschichte vermutlich nie entstanden. Warum also kein Countrysong mit Rapteil auf dem Album einer Britrock Band? Warum keine Instrumente wie Tuba oder Ashanti Flöte, die dieses wunderbare Album aus dem Einheitsbrei der Musikproduktionen des vergangenen Jahres heraushebt.

    Ich empfehle dem Rezensenten außerdem unbedingt, ein Patrick McCranc Konzert live zu erleben. Weniger „Gekünstelei“, mehr Authentizität puren Rock and Rolls wird er heutzutage kaum noch erleben.