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pauT – zuckerbrot & spiele

pauT – zuckerbrot & spiele

Ist „zuckerbrot & spiele“ von pauT die Rettung der österreichischen Popmusik? Zumindest für einen Mikrokosmos dieser. pauT ist eigen, pauT ist ungewöhnlich, pauT ist Wien. Und schreibt sich natürlich mit einem großen T am Schluss.

Initialzündung für das Bekannt werden innerhalb einer umfangreichen Hörerschaft war, wie so oft, der Protestsongcontest im Wiener Rabenhoftheater, bei dem die Band aus Baden 2010 den ersten Platz belegte. Der verdiente Siegersong „Sepp hat gesagt, wir müssen alles anzünden“ rotierte auf den Plattentellern und ist ein regelrechter Ohrwurm, den man nicht so schnell wieder loswird.

Das dazugehörige Album „zuckerbrot & spiele“ wurde von den fünf lustigen Badener am 13.10.2012 aus der Taufe gehoben und mit einer obligatorischen Releaseparty im Wiener rhiz gehörig gefeiert. Das Album beinhaltet zehn Songs, die sich zum größten Teil von Alltagsbeobachtungen handeln. Es geht um Mädels, Kontrollwahn, Discofashion, Eisgeschäfte, musikalische Trends, etc. Vertont ist es auf sehr eigene Art und Weise, was pauT angenehm von dem gewohnten Kopieren amerikanischer, englischer oder deutscher Vorbilder abhebt.

Nicht das gewohnte pseudo-intellektuelle Indie-Geschrammel sondern einfach Eigen. Da wird frech Jazz mit Ethnosounds vermixt, ein Peter Kraus lastiger Rock ’n‘ Roll Song folgt einem Lagerfeuer-Hit. Mitunter versteckt sich auch das eine oder andere ungewöhnliche musikalische Zitat in dieser Melange des Alltags.

Etwas nervig empfindet man die ungewöhnliche Orthografie bei pauT, die sich konsequent durch das komplette Album zieht und sich ähnlich wie ein Scherz verhält, der einem schon beim ersten Mal hören bloß ein mitleidiges Schmunzeln zu entlocken vermag.

Das Album präsentiert sich musikalisch ungemein vielseitig, wo natürlich auch ein wenig der Hund begraben liegt. Mitunter fällt es schwer einen durchgängigen Stil zu erkennen, „zuckerbrot & spiele“ kommt wie ein Sampler eines Wiener Mundart Labels daher. Was sich allerdings wie ein roter Faden durch das Album zieht, ist die Liebe zur Dialektik des Wienerischen, die ausladend zelebriert wird. Weiters nicht verwunderlich, gehört doch pauTs Mastermind Paul Schreier unter anderem zur Kombo des ebenso herausragenden Nino aus Wien. Und dies hört man bei jedem Atemzug von pauT.

 

In aller Kürze

pauT
„Zuckerbrot und Spiele“
VÖ: 13.10.2012

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Luis Pasching

äähm, mir ist grad ein bisi schlecht

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