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Rancid – Arena

Rancid – Arena

Punks so weit das Auge blickt. Sogar vor der Arena kampierten „richtige“ Wiener Straßenpunks mit ihren Hunden, um über die Schlachthofmauern Rat City Riot, GBH, und natürlich Rancid zu hören. Wir waren bei diesen seltenen Gästen Wiens auch dort!

Doch schien es vorerst als würde der starke Regen und sich in der Ferne anbahnende Blitze diesen Punkrock-Abend einen Strich durch die Rechnung machen. Dem war gottseidank nicht so, stoppte der Regen fast genau mit Einlassbeginn um 19:00 Uhr. Und genauso pünktlich zeigten sich auch die erste Vorband Rat City Riot, die um 19:30 Uhr ihr relativ kurzes, etwa 25 minütiges Set spielten. Solide empfingen sie die heranstürmende Fanmasse mit knackigen Streetpunk-Songs. Die Streetpunks und Skinheads aus San Diego zeigten sich mit Songs wie der Konzert-Opener „Open Road“ oder „Stranglehold“ in solider Form, lediglich im zweiten Song riss eine Seite des Gitarristen, was aber schnell mit einem raschen Gitarrenwechsel behoben wurde.

Die Umbaupause bis zur nächsten Band wurde auch recht kurz gehalten, denn auch die Punkveteranen GBH aus dem Birmingham, England begannen ihr Set ohne viel Verzögerung. In ca. 45 Minuten droschen sie dem immer mehr werdenden Publikum Hardcorepunksongs aus 34 Jahren Bandbestehen entgegen. Hier waren Musiker der ersten Punkwelle zu sehen, und viele aus dem Publikum wussten diese Ehre zu schätzen. Das Alter jener britischen Herren rund um Sänger Colin Abrahall war ihnen aber keineswegs anzusehen oder herauszuhören, denn sie lieferten eine mehr Hardcore- als Streetpunk-Show die nichts zu bemängeln lies. Schnell, hart, laut und weniger melodiös als ihre deren beiden Kollegen an diesem Abend – Streetpunk der alten Schule eben. Songs der ersten Alben wie „Sick Boy“ wurden genauso gespielt, wie aktuellere Songs der Gruppe. Was sich neben der Punkmusik auch durch den ganzen Abend zog, waren die gegenseitigen Shout-Outs. Rat City Riot widmete einen Song für GBH, GBH wiederum heizten die Menge für „the amazing Rancid“ an, und auch Rancids Tim Armstrong schrie während des zweiten Songs auch „this one goes out to GBH“. Gegen Ende hin ließ es sich Lars Frederiksen auch nicht nehmen Applaus für GBH zu fordern, und ihnen damit Respekt zu zollen.

Der Hauptakt Rancid präsentierte sich zu auf einem der ersten Konzerte ihrer 20th Anniversery Tour in bemerkenswerter Frische. Ohne ein Intro oder gar nervig langes Stimmen der Instrumente, Mikros oder Amps begannen die Kalifornier ihre Show mit dem Song „Radio“. Die mehr als 25 Lieder beinhaltende Liveperformance der Skapunkrocker geizte nicht mit wahren Hits der Punkszene. Die vier Punker heizten zu Beginn die Menge mit Kult-Songs wie z.B. „Roots Radicals“, „The Way I Feel“, „Dead Bodies“ oder „Maxwell Murder“ ein. Besonders für Gänsehaut sorgte, wenn der nicht wirklich redselige Tim Armstrong kurze Worte vor den Songs fand. So beschwor er die Menge vor dem Hit „Last One To Die“ ihres jüngsten Albums ein, immer auf seine Freunde, Familie und „your loved ones“ gut zu achten.

Bandkollege Lars Frederiksen hingegen fand durch den Abend hindurch generell mehr Worte, und sprach somit auch öfters ans Publikum, forderte zum Mitsingen auf oder Ähnliches in der Art. So wie sie zeigten sich also auch Bass-Virtuose Matt Freemann und Neo-Drummer Branden Steineckert deutlich erfreut über die gute Stimmung in der ausverkauften Arena. Die auch aus dem umliegenden Ausland eingetroffenen Fans sangen, pogten, und tanzten bei Songs wie „Red Hot Moon“, „East Bay Night“, „Fall Back Down“, „Listed MIA“, oder eben dem Überhit „Time Bomb“ euphorisch mit. Der Abend konnte kurz vor 23 Uhr und kurz nach „Ruby Soho“ als erfolgreich für jeden Beteiligten zufrieden abgeschlossen werden. Es bleibt also zu bezweifeln, ob sich Rancid demnach wieder so lange Zeit lassen, bis sie sich nach Wien begeben werden.

Fotos: Yavuz Odabas

Rancid

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Bernd Eger

Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at

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