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Rise Against im Interview

Rise Against im Interview

Wir durften mit Bassist Joe als eines von nur drei Medien beim letzten Konzert dieser Tour ein bisschen plaudern. Was er von der Engstirnigkeit der Amerikaner, Kony und fiese Internetkommentaren hält, haben wir für euch herausgefunden.

Ein extrem angenehmer Backstageraum, abgedunkelt, Kerzen, eine Live-DVD am Fernseher und massenweise Essen. Und dazwischen ein gut gelaunter Joe Principe beim letzten Konzert dieser Tour! Danke in diesem Sinne an Universal und Rise Against für dieses nette Interview!

 

Hi Joe, wie geht’s dir?
Hi, danke, mir geht’s gut! Die letzte Show der Tour…!

Wie geht’s dir so kurz vor der Show in dieser riesigen Location?
Es ist wirklich cool! Wir haben ja damals in der kleinen Halle der Arena begonnen zu spielen und es ist wirklich cool das ganze Wachsen zu sehen. Es gibt einem ein gutes Gefühl!

Wie ist euer Alltag auf Tour, wie vertreibst du dir deine Zeit?
Kaffee! (Anm.: mit einem fetten Kaffeebecher in der Hand) Nein, also, wir hängen gemeinsam ab und wir haben da einen Raum für unsere Instrumente, da können wir spielen und Songs schreiben. Wir lesen Bücher, versuchen hinaus zu gehen um die Stadt anzusehen.

Habt ihr also schon etwas von Wien gesehen?
Ich bin etwa zwanzig Minuten in der Stadt herumspaziert, hab’ mir einen Kaffee geholt und hab’ einige coole Shops gesehen, Skateshops und all sowas.

 

Unsere Redakteurin Anna mit Joe von Rise Against

 

Haben dich Fans erkannt?
Ha, nein, aber das kümmert mich nicht – es ist ja manchmal sehr angenehm, einfach rauszugehen und allein zu sein!

Was vermisst du während der Tour außer deinen Freunden und deiner Familie am meisten?
Mein Bett! Und die Dusche! Man vermisst Dinge, die man als selbstverständlich annimmt, ganz alltägliche Dinge. Aber wir sind ganz happy, wir haben ja eine wirklich bequeme Tour!

Sprichst du Deutsch oder kannst du ein paar Wörter?
Oh nein, ich habe Angst davor, es zu versuchen! Ich würde es vermasseln! Ihr lernt ja Englisch in der Schule und das ist echt toll. In den Staaten ist das ja leider nicht so. Ich habe zwar Spanisch für zwei Jahre gelernt aber ich kann gar nichts mehr. Naja, ich hab’ auch nicht wirklich aufgepasst!

Wie ist das passiert, dass Architects euch supporten?
Eigentlich wussten wir gar nicht so viel über sie. Das kam eher über die Bookingagenturen und wir hörten sie und Touche Amore im Internet und dachten, das wäre eine coole Tour. Wir haben einfach schon so viele Tourneen mit befreundeten Bands gemacht – Red Lights Flash von hier und alle diese Bands-  und wir wollten einmal etwas anderes machen. Es war wirklich erstaunlich, das sind tolle Typen!

Was sagst du dazu: Ich hab‘ ein Internetkommentar gelesen, bei dem ein Fan sagt, er glaubt nicht mehr daran, dass Rise Against eine Punkrock-Band ist, weil ihr so große Shows spielt und er sich wie bei einem Nickelback-Konzert fühlt.
Naja, jeder hat seine eigene Meinung. Aber ich denke, umso größer die Band wird, desto mehr muss man seine Fans versorgen. Ich meine, es ist ja egal ob wir jetzt sechs Nächte in kleinen Venues spielen und dafür vier Monate auf Tour sind oder so etwas wie heute in der Stadthalle zu tun. Wir haben kleinere Shows auf jeden Fall lieber weil es lustiger ist und man mehr mit der Menge zusammen ist. Aber es ist nicht realistisch an diesem Punkt.

In Österreich habt ihr ja auch schon in jeder kleineren und größeren Location gespielt. Arena, Gasometer, heute Stadthalle,…
Ja, wir haben auch dort gespielt, wo Red Lights Flash herkommen!

In Graz – Orpheum?
Ja, ja genau! Das war echt cool! Ja, also wir haben noch nie hier in der Stadthalle gespielt. Ich hab’ das gestern bemerkt und mir gedacht: „Yeah, eine neue Venue für uns!“

Ja, normalerweise spielen hier ja eher Acts wie Pink oder Christina Aguilera, die ja auf den großen Radiosendern on air sind.
Was, wirklich? Das ist wirklich eine Art von Errungenschaft. Wir versuchen ja auch öfters dort zu spielen, wo es viel Fläche gibt, damit die Kids genug Platz zum Tanzen haben. Wir verhindern, soweit es möglich ist, ja auch immer Sitzplätze. Sitzplätze sind scheiße! Also, sorry wenn da mal Plätze sind! (lacht)

Hier in Europa denken viele Leute, dass Amerikaner mit Scheuklappen durch die Welt laufen weil sie nicht viel über den Rest der Welt wissen und lernen. Bei euch ist das anders, ihr seid sehr engagiert, aber denkst du, das ist wahr?
Hm, ich denke, die meisten realisieren das gar nicht, wie engstirnig sie wirklich sind, bis sie mal außerhalb des Landes waren. Leider kenne ich auch einige Leute, die alle paar Jahre mal weiter weg fliegen, die dann eine Art Anspruch an das Ausland haben, wenn sie reisen. Aber weißt du, die sollten sich an das Land anpassen, in dem sie sind.
Ich glaube, viele checken das nicht so ganz. Aber ich weiß, was du meinst. Es war bei mir ja auch so, bei den ersten beiden Tourneen, die wir hier gemacht haben – es war eine große Umstellung, weil man nicht gewöhnt ist, dass es so anders ist als zuhause. Aber das ist lange her! Es ist besser, aufgeschlossen zu sein und herumzureisen!

Kennst du „Kony 2012“?
Ja, ich habe es aber nicht so genau wie andere auf unserer Tour hier verfolgt! Aber es ist ziemlich verrückt, was da passiert. Es ist verrückt, was kleinen Kindern passiert. Ich weiß nicht, ob es funktionieren wird aber ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, dass der Mann hinter dem Projekt wegen öffentlichen Masturbierens verhaftet wurde, das ist doch echt komisch. Wichtig ist, dass Bewusstsein erregt wird. Der Durchschnittsmensch in Mittelamerika hätte ohne dieses Video nie davon erfahren. Das ist also ein großes Plus. Natürlich hast du leider immer Leute, die sagen, dass es übertrieben ist aber auch wenn er „nur“ einen Menschen getötet hätte, wäre dieses Projekt ja eine gute Sache. Also hoffentlich funktioniert das Projekt  – wir haben schon massenhaft Emails zu dem Thema gekommen, es sieht also danach aus!

Was würdest du jungen Bands raten, hast du Tipps?
Ich würde sagen, folge einfach deinem Herzen! Tu nichts, weil du glaubst, dass du es tun musst! Ich spiele schon so lange Bass als eine Art um meine Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Ich denke, wenn du es für den richtigen Grund tust, bleib dabei! Übe! Wir proben so viel wir können. Wenn dein Herz nicht bei der Sache ist, wird man es bemerken. Du musst also voll bei der Sache sein!

 

Joe hat noch eine kleine Botschaft an euch – aufgrund technischer Probleme leider nicht in besonders guter Qualität! 😉
[audio: http://www.enemy.at/wp-content/uploads/2012/03/riseagainst.mp3]

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Anna Obermeier
"Dance Like Nobody Is Watching."
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