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Shinedown im Interview

Shinedown im Interview

Woran liegt es, dass eine Band die in den USA schon sehr erfolgreich ist, in Europa einfach nicht so recht in die Gänge kommen will? Wir trafen die sympathischen Jungs von Shinedown am Nova Rock 2012 und befragten sie zur Europa-Tour und aktuellem Album.

Hallo. Zuerst mal gratuliere zum tollen Auftritt heute. Wie geht’s euch jetzt?
Zach: Danke schön. Der Auftritt heute war ziemlich früh. Fast ein normaler Tagesablauf. Normalerweise schlafen wir bis ungefähr 11 Uhr. Heute haben wir schon bald rausgemusst aber eigentlich ist das gar nicht so schlecht. Uns geht’s jedenfalls ziemlich gut.

Macht ihr jetzt dann noch Party? Schaut ihr euch Bands an?
Zach: Leider nicht. Wir müssen gleich im Anschluss nach England fahren …

… da spielt ihr ja eine der letzten Shows eurer Europa-Tour.
Brent: Oh, es gibt keine „letzten“ Shows. (grinst)
Zach: Genau. Nur der letzte Auftritt bis zum nächsten Mal.
Brent: Im Oktober sind wir ja wieder zurück und spielen in vielen Städten und Länder, die wir diesmal nicht geschafft haben. Hoffentlich werden wir auch die Gelegenheit haben in Österreich zu spielen.

Hoffentlich! Wie war denn die Europa-Tour bisher? Habt ihr euch was von den Städten und Länder anschauen können?
Zach: Toll aber leider noch sehr kurz. 2 Wochen nur. Wir haben in Deutschland, Italien, Schweiz und Österreich gespielt und jetzt dann eben noch in England. Diesmal hatten wir ein bisschen mehr Zeit, um uns auch was anzuschauen. Wir waren auch schon hier in Januar und Februar. Da war es so kalt, man konnte fast nicht rausgehen.
Brent: Als wir in Hamburg landeten, hatte es -19°. Ich und Zach sind ursprünglich aus Tennessee, ich lebe jetzt in Kalifornien. Da gibt’s keine Minus-Grade. Das Kälteste ist dort ca. 15°. (grinst)
Zach: Dafür ist das heute der heißeste Tag, den ich in Europa jemals erlebt habe.

Abgesehen von der Temperatur, was gefällt euch am besten und was am wenigsten an Europa?
Brent
: Die schönste Sache für mich hier ist, dass wir die Band weiter aufbauen können. Das nehmen wir sehr ernst. Wir fühlen uns wie eine internationale Band und unsere neue Platte „Amaryllis“ ist, wie wir finden, ein sehr universelles und weltweit verständliches Album. Darum sind wir auch gerne unterwegs. Was das Beste an den europäischen Fans ist, hat der heutige Tag schon bewiesen. Obwohl wir nur ca. 30 min. gespielt haben, waren die Leute Feuer und Flamme. Das war großartig. Etwas negativ ist für mich die Sprachbarriere. Wir kommen hierher und sprechen alle nur Englisch und dann treffen wir Leute die bis zu 5 Sprachen beherrschen. Das frustriert mich ein wenig, weil ich mir denke, wenn ich schon in ein fremdes Land komme, dann sollte ich auch zumindest probieren, die Sprache zu sprechen. Das ist für mich ein Zeichen für Respekt und den haben wir.
Zach: Das Beste für mich sind definitiv die Musik-Fans hier. Alle hier leben die Musik unglaublich intensiv aus und das ist leider durch die Schnelllebigkeit unserer Zeit und dem Internet sehr selten geworden.

Für uns hört ihr euch sehr nach einer ziemlich guten Mischung aus modernen Hard Rock Größen wie Alter Bridge oder Creed an. Wie steht ihr selbst zu eurem Stil und wo seht ihr eure Einflüsse?
Brent: Ich finde unser Stil ist einfach sehr ehrlich. Wir sind klassische „Songwriter“. Wir gehen nicht mit einem Plan oder einer Agenda ins Studio. Lustigerweise fragen uns viele was wir davon halten, dass wir ein bisschen wie Bands wie Alter Bridge klingen. Ich empfinde das immer als Kompliment, weil diese Bands schon einiges erreicht haben. Was ich mir aber denke ist, vielleicht klingen wir nicht wie die, sondern die wie wir. (grinst)
Ich meine, wir hören zwar viele unterschiedliche Genres, aber am Ende des Tages kommt es doch nur darauf an, ob die Songs gut sind oder nicht. Alles andere ist egal.

Euer neues Album „Amaryllis“ habt ihr im März veröffentlicht. Wie geht’s euch bis jetzt damit? Wie ist das Feedback der Fans? (hier geht’s zum Review)
Zach: Bis jetzt sehr gut. Das ist unser größter internationaler Release, den wir je hatten. Das letzte Album „The Sound of Madness“ kam zuerst in den Staaten raus und dann 6-8 Monate später im Rest der Welt. „Amaryllis“ ist quasi überall gleichzeitig veröffentlicht worden und es ist jetzt schon unser erfolgreichstes Album. Nach „The Sound of Madness“ war in meinem Kopf der Gedanke: “Mann, wie sollen wir das noch übertreffen?“ Heutzutage erwartet man ja fast automatisch schon, dass es eher nach unten geht, wenn man sich die Musikindustrie so anschaut. Der große Erfolg von „Amaryllis“ gleich in den ersten Wochen war eine große Erleichterung.
Brent: Wie ich schon erwähnt habe, hatten wir die Absicht das Album sehr universell zu gestalten. Das hat sicher auch viel zum Erfolg beigetragen. Wir sind zwar eine US-Band, wollen aber auf der ganzen Welt verstanden werden.

Informiert ihr euch denn auch, was in der Welt so passiert? Wir in Europa haben ja zurzeit mit ein paar Problemen zu kämpfen. Kriegt ihr so was mit?

Zach: Auf jeden Fall. Was Nachrichten betrifft, ist Amerika ja stark vertreten. Bei uns kann man alles mitkriegen was in der Welt so passiert, wenn man will. Unser Vorteil ist halt, dass wir so viel unterwegs sind und dann egal wo wir sind, die Informationen aus erster Hand bekommen.
Brent: Der Song „Unity“ den wir bald als Single an den Start bringen werden handelt in gewisser Weise genau davon. Zu wissen was rund um einen passiert und zu verstehen, dass alle Menschen im Grunde deine Brüder und Schwestern sind. Wenn wir uns gegenseitig helfen, dann sind wir erst richtig stark. Wir reden immer von Weltfrieden. Das wird wahrscheinlich nie passieren. Es könnte zwar möglich sein aber dafür müssten die Leute begreifen, dass wir alle mal an einem Strang ziehen müssen. Wir machen Musik, um genau das in den Menschen zu bewirken.

Wenn im Dezember wirklich die Welt untergeht, so wie einige befürchten, was wäre der letzte Song, den ihr hören wolltet?
Brent: Der letzte Song? Oh mein Gott …
Zach: Ich hab 2.
Brent: Du kannst nur einen haben. Es soll der Letzte sein.
Zach: Okay, also meine 2 wären With or Without You von U2 oder Hallelujah von Jeff Buckley. Für welchen entscheide ich mich jetzt?
Brent: Also ich würde wahrscheinlich Wanted Dead or Alive von Bon Jovi nehmen. Weil wenn ich schon gehen muss, dann wie ein Cowboy. (grinst) On a steel horse i ride! Genau so!
Zach: Gut dann wird’s bei mir With or Without You werden. Das ist mein Lieblingslied, also liegt‘s auf der Hand.

Danke für das Interview und noch eine gute Reise.

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David Hametner
"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird." - Friedrich Nietzsche
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