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Superbutt im Interview

Superbutt im Interview

Last.fm nennt sie die ungarische Antwort auf System of a down. Wir hatten die Ehre mit dem Frontman von Superbutt András Vörös über ihr jüngstes Werk „Music for Animals“, das Leben auf Tour und ihre musikalische Antriebskraft zu quatschen.

 

Hallo Jungs, danke, dass ihr euch die Zeit für ein paar Fragen nehmt. Es gibt Leute, die Superbutt leider noch nicht kennen, stellt euch bitte kurz vor und schildert doch ein wenig euren bisherigen Werdegang.
Wir haben uns im Jahr 2000 gegründet, seit dem haben wir 4 Alben in englischer Sprache, eine EP in unserer Muttersprache Ungarisch plus unser neuestes Album („Music for Animals“ in englischer Sprache inklusive Bonus CD mit 4 Ungarischen- und 3 Coversongs) released. In der Zwischenzeit tourten wir quer durch ganz Europa und teilten uns die Bühne mit Größen der Musikszene wie Ignite, Clawfinger, In Flames u.v.m. Sollte ich also hier und jetzt aufhören, würde ich sagen, dass es all das Wert war! Aber warum sollte ich das tun? Es gibt ja nicht Schöneres, als Musik zu machen und zu rocken!

Euer jetzt schon fünftes Werk „Music for Animals“ ist jetzt seit gut einem halben Jahr am Markt, wie seit ihr zufrieden mit den Reaktionen bisher?
Sehr zufrieden! Wir bekamen über 90% positives Feedback sowie lobende Worte von einschlägigen Szenemagazinen (Metallhammer UK, Metallhammer Deutschland). Der härteste Kritiker ist man natürlich selbst, aber es tut gut lobende Wörter für deine Arbeit zu bekommen, ich möchte an dieser Stelle allen für die netten Worte danken!

Im Zuge meiner Recherchen habe ich erfahren das vor Release von „Music for Animals“ eigentlich die komplette Band flöten ging. Es war sicher kein leichter Weg mit einem komplett neuen Line-up wieder durchzustarten?
Ehrlich gesagt war es einfacher als es aussah. Die Jungs wollten ihrer „zivilen“ Karriere nachgehen und sahen sich einfach nicht mehr im Musikbusiness, was ich auch verstehe. Wir haben uns im Guten getrennt, die Jungs haben auch selbst ihre Nachfolger gesucht und in die Band integriert, was mir auch eine Menge Stress erspart hat. Ich hatte dadurch auch nie den Gedanken gehegt, ob ich jetzt weitermachen sollte oder nicht.

 

Wie man sieht, ist euer Tourkalender für 2012 knallvoll, es zieht es euch wieder quer durch Europa. Wo sind die meisten Superbutt – Fans zu Hause?
Die allergrößte Fanbase besitzen wir natürlich in unserer ungarischen Heimat. Wir haben aber weltweit bekennende Superbutt-Fans, die wir aber lieber als Freunde bezeichnen. Einer unserer belgischen Buddies hat sogar eines seiner Kinder nach einem Superbutt Song benannt, in Österreich sind z.B. bei einer Wienshow Mädchen in selbst gemachten Superbutt Shirts aufgetaucht, die mit ihren Lieblingssongs bemalt waren.

Apropos Tour, wie sieht euer Superbutt – Tourleben aus, wie kann man es sich vorstellen mit euch unterwegs zu sein?
Ich glaube unser Tourleben unterscheidet sich nicht sehr viel von dem anderer Bands. Du steigst in den Tourbus, fährst zur Show, dann Soundcheck, spielst den Gig, Aftershowparty, danach fährst du ins Hotel um ein wenig zu schlafen bevor es am nächsten Tag zum nächsten Venue geht. Klingt jetzt langweilig, ist es aber auf gar keinen Fall! Du triffst die interessantesten Leute und besuchst die wahnsinnigsten Plätze. Wenn es gerade nicht sehr stressig ist, nützen wir die Zeit und besuchen die Touristenattraktionen oder Museen der Stadt, in der wir gerade stoppen. Neben den witzigen Storys die während so einer Tour geschehen ist es einfach das Größte, jeden Abend Musik zu machen.

Ihr seit Gewinner des „VIVA Music Award 2004“ als beste „Modern Rock-Band“, hält der Hype um Superbutt in eurer Heimat noch immer an?
Oh, das ist ja schon Ewigkeiten her! Na klar ist haben wir noch eine Menge Fans in Ungarn, aber ich glaube wir waren nie eine Band der „Wunderkinder“, welche gerne im medialen Rampenlicht steht. Es hat natürlich es auch eine solche Zeit gegeben, aber du kapierst schnell, das Popularität eine sehr oberflächliche und schnell vergängliche Sache ist. Schau dir nur die armen Schweine in den Castingshows („Deutschland sucht den Superstar“ und dergleichen) an. Das sind traurige Marionetten, welche der Musikindustrie das schnelle Geld bringen. Uns als Underground-Metalband „droht“ ein solcher Ruhm zwar auch nicht gerade, aber im Lauf der Jahre realisiert man für sich selbst das einfach Dinge, wie kreieren und komponieren von Songs, ein tolles Artwork, eine starke Show etc. zählen.

Wie sieht die Musikszene in eurem Land generell aus?
Sehr lebendig und aufstrebend, aber außerhalb der Landesgrenzen leider unbekannt. Wir haben die verschiedensten Bands, von denen viele den großen Bands aus den USA, UK oder Deutschland um nichts nachstehen. Ich glaube aber das ist bei euch in Österreich nicht viel anders oder? Das einzig große Problem unserer Szene ist die sprachliche Barriere. Wenn du zum Beispiel in Österreich in deiner Muttersprache singst, hast du die gleichen Chancen in Deutschland. Schreibst du deine Songs auf Ungarisch kommst du nicht viel weiter als bis nach Nickelsdorf (Grenzort zwischen Österreich und Ungarn), wählst du aber die englische Sprache für deine Texte ist es schwer dein heimisches Publikum zu erreichen, da in Ungarn Englisch keine viel praktizierte Fremdsprache ist.

András, du bist seid seit über elf Jahren im Musikbusiness tätig! Was ist deine Motivation und Antriebskraft, um schon so lange im Business  durchzuhalten?
In der Musik liegen meine Wurzeln daher ist es für mich das Natürlichste, Musik zu machen. Ich bin seit einem guten Jahrzehnt in diesem „Geschäft“ tätig und ich glaube das mich die Musikthemen niemals loslassen werden. Im Booking/Mangagement Bereich, den ich auch für andere Bands neben Superbutt betreibe, bin ich zurzeit nicht so ausgelastet, dafür engagiere ich mich jetzt stark im größten ungarischen Musikblog, wo ich meine Passion, Wörter und Musik, so richtig ausleben kann. Ich bin mir sicher das Es in Zukunft weitere Projekte für mich gibt, die es mir ermöglichen jede Seite der Musikwelt zu erforschen und meinen immer wieder aufkeimende Neugier zu befriedigen.

Welchen Tipp würdet ihr als „Veteranen“ der Musikszene einer jungen Band mit auf dem Weg geben?

Zieh dein Ding durch und du bekommst, was du verdienst!

Danke für das Interview, Andràs hast du noch ein paar abschließende Worte für unsere Leser?
Danke für das nette Interview und hoffentlich waren meine Antworten nicht zu langweilig für eure Leser! Ich hoffe ich sehe euch Leute demnächst bei einer Superbutt Show!!

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