The Baseballs im Interview

David Hametner 4. Juli 2012 0
The Baseballs im Interview

Schwingende Hüften sind ihr deklariertes Ziel – mit ihrem Rock ‘n‘ Roll versuchen sie es zu erreichen. Der Erfolg gibt ihnen recht. Am Nova Rock haben wir mit The Baseballs geplaudert und etwas über ihren Ursprung, ihre Pläne und die Liebe erfahren.

 

Hallo, wie geht’s euch?
Alle: Läuft!
Digger: Etwas überrascht sind wir. Als wir heute Morgen um 02:30 in Berlin losgefahren sind, hatte es angenehme 14° und kommen dann hier bei ca. 47° an. Meine Mutter hat noch zu mir gesagt: “Junge, nimm dir mal ne kurze Hose mit.“ Hätt ich besser mal auf sie gehört. (lacht)
Sam: Wenn man in den Süden will, muss man anscheinend doch nicht so weit fahren. (grinst)

Seid ihr eigentlich Baseball-Fans?
Digger und Basti: Überhaupt nicht.
Sam: Naja Fans kann man nicht behaupten, es ist allerdings schon faszinierend, dass diese Sportart Amerika über so viele Jahre begeistert hat und immer noch begeistert. Für uns Deutsche ist Fußball natürlich wichtiger aber Baseball ist schon ein interessanter Sport.

Dafür seid ihr umso größere Simpsons-Fans, wie man hört.
Alle: Und wie!
Digger: Es ist mittlerweile so, dass wir aggressiv werden, wenn wir nicht um Punkt 18:00 an den Fernseher kommen und diesen grauhaarigen Nachrichtensprecher sagen hören: „Gelb ist die Sonne, gelb wird auch das, was jetzt kommt – Die Simpsons.
Basti: Das blöde ist, wir werden heute auch einen sehr aggressiven Auftritt haben, weil wir genau um 18:00 spielen. (grinst)

 

Wie würdet ihr euch selbst beschreiben: Rock ‘n‘ Roll oder Rockabilly?
Alle: Rock ‘n‘ Roll!
Sam: Wir zählen uns selbst nicht zur Rockabilly-Szene und das haben wir auch immer gesagt und unterstrichen. Wir lieben den Rock ‘n‘ Roll schon, seit wir kleine Kinder sind. Mit ca. 6 Jahren sind wir damit in Kontakt gekommen, sehen uns aber eindeutig nicht als Rockabilly.

Lebt ihr das privat auch aus?
Sam: Wir versuchen unser Leben gut gemischt zu halten. Wir lieben zwar die 50er Jahre, die Zeit damals und den Rock ‘n‘ Roll, versuchen aber trotzdem die Sachen zu nutzen, die jeder Mensch braucht…
Digger: Bier zum Beispiel.
Basti: Das gabs ja in den 50er noch nicht. (grinst)
Sam: … am Ende des Tages haben wir unsere Tollen aber natürlich immer noch auf und leben das auch aus wenns geht.
Digger: Es ist die Leidenschaft an der Mucke die einen da dran bindet nicht das Klischee von Tolle und Tattoos.

Wo seht ihr den Unterschied zwischen Rock ‘n‘ Roll und Rockabilly?
Digger: Mit Rockabilly wird oft laienhaft eine Underground-Szene beschrieben die sich auf den 80er- Rock ‘n‘ Roll bezieht. Die haben versucht dieses Rebellentum der 50er-Jahre weiterzuleben, was nach einer sexuellen Revolution wohl enorm schwer gewesen sein muss. Man hat bei dieser Underground-Bewegung auch oft das Gefühl, als wenn man sich von ihnen ein bisschen mehr Toleranz erhoffen könnte. Uns fällt das vor allem auf, da wir immer wieder negative Kommentare von den Anhängern hören wie z.B.: „Ihr covert ja nur“. Wer sich ein wenig mit Rock ‘n‘ Roll auskennt weiß allerdings, dass er ja aus dem Covern des damaligen Rythm and Blues entstanden ist. Rockabilly ist für uns also „nur“ eine Bewegung die aus dem damaligen Mainstream Rock ‘n‘ Roll der 50er und 60er Jahre entstanden ist, der für uns eben der wahre Antrieb ist.

Du hast gerade das Covern angesprochen. Habt ihr Pläne, in Zukunft vielleicht auch vermehrt eigene Songs zu schreiben oder werdet ihr eurer Linie treu bleiben?
Digger: Alter wir haben Pläne, das glaubst du gar nicht, das ist fast schon illegal. (lacht)
Basti: Auf unserem 2. Album ist ja schon ein selbst geschriebener Song und auf der Live-DVD „Strings ‘n‘ Stripes LIVE“ spielen wir gleich mehrere eigene Songs und heute werden wir auch ein paar davon spielen. Es wird in Zukunft sicher mehr eigene Songs geben aber ein ganzes Album mit selbst geschriebenen Songs werden wir höchstwahrscheinlich nicht machen da das covern schon ein Teil von uns ist. Wir müssen auch keine Quote erfüllen oder so. Die besten Songs kommen aufs Album und wenn das Covers sind, dann sinds Covers. Wenn nicht, dann halt nicht.

Habt ihr schon einmal einen Song gefunden, den ihr nicht covern konntet? Gibt’s „uncoverbare“ Songs?
Digger
: JA!!! Das kann man auf diesem Weg mal kurz Marilyn Manson mitteilen. Deine Songs sind echt scheiße zu covern! (lacht). Oft werden wir in Interviews auch gefragt, welches Lied wir gern mal covern würden. Wir bemühen uns immer Songs zu nehmen, die fast jeder kennt. „I Got A Feeling“ von den Black Eyed Peas z.B. funktioniert von der Grundstruktur ca. 30 Sekunden und dann wird’s total langweilig. Wir versuchen uns an vielen angesagten Songs aber bei manchen steht man einen ganzen Tag im Studio, bis man draufkommt, dass es einfach keinen Sinn macht, weil man trotzdem immer wieder aufs Original kommt und das ist nicht unser Ziel. Wir wollen die Songs tanzbarer machen und am Ende quasi einen neuen Song daraus zu bauen.
Basti: Auch wenn man das Original nicht kennt, muss das Cover für sich selber stehen können.

Eure Gründungsgeschichte bzw. euer Kennenlernen ist ja …

Digger: Schwul! (Alle lachen) Sag es ruhig. Finden wir auch.(grinst)

…sagen wir lieber bekannt. Glaubt ihr eigentlich an Liebe auf den ersten Blick?

(Alle lachen)
Digger: Oh Gott, oh Gott…
Basti: Jetzt sind wir beim Thema…
Sam: Puh. Um jetzt auf dem Standard zu bleiben, letzten Endes war es doch irgendwie ein magischer Moment, als wir uns damals kennenlernten und merkten, dass wir alle auf dieselbe Musik stehen. Es war aber nicht so, dass wir dann gleich gesagt haben: “Ok, wir machen eine Band.“
Digger: Liebe auf den ersten Blick ist ja natürlich sehr romantisch veranlagt, was die 50er sicher auch sind. Wir haben auch vor den Baseballs schon alle in Bands gespielt und gemerkt, dass es sehr stark auf die Chemie ankommt. Mit den einen funktioniert es, mit den anderen nicht. Bei uns war schnell klar, dass die musikalische Chemie passt. So gesehen kann man bei uns sicher von Liebe auf den ersten Blick sprechen. Damit meint man aber halt eher die Zusammengehörigkeit, was die Musik betrifft und die Vorstellung, in welche Richtung es gehen soll.

Angenommen die Welt geht wirklich im Dezember unter, so wie die Maya prophezeit haben. Was soll der letzte Song sein, den ihr hören wollt?

Digger: „Cotton Eye Joe“ von den Rednex! (grinst)
Sam: Ich würde mir den Song anhören, mit dem für mich alles angefangen hat mit dem Rock ‘n‘ Roll. Das wäre dann „That’s All Right“ von Elvis Presley.
Basti: Der erste Song, den ich wirklich gehört hab, war „Guten Morgen liebe Sorgen“ also für mich wärs das eher nicht. (lacht)
Digger: Es gäbe da wirklich einen geilen Song. „Thirteen Women“  von Bill Haley heißt der und da geht’s um einen Mann, der nach einem Atombombenangriff mit 13 Frauen ganz alleine ist. Das würde wohl gut zum Thema passen. (grinst)

Danke für das Interview.

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