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The Beth Edges – Rockhouse

The Beth Edges – Rockhouse

Wer lernen wollte, wie gut österreichische Musik klingen kann, der hatte am vergangenen Freitag genügend Chance dafür, denn The Beth Edges zündeten ihr Feuerwerk in der Salzburger Rockhouse Bar, gemeinsam mit zwei Supports.

 

Als man sich dem Rockhouse näherte, erblickte man schon von Weitem einige, die vor den Pforten genüsslich ihr kühles Nass schlürften und die letzten Sonnenstrahlen des Abends einzufangen versuchten. Es war einfach alles bereitet für einen perfekten Ausklang des Abends. Es wäre sogar perfekt gewesen, wenn man nach dem Sonnenuntergang einfach direkt nach Hause gefahren wäre, doch dem war ja nicht so. Man erwartete ja noch hochwertigste, musikalische Leistungen.

So eröffnete auch das Kärntner Quartett von Inem mit ihrem poppigen Alternative/Rock den lauen Abend. Charmant und sympathisch vorgetragene Texte trafen sich mit rockigen Gitarrenriffs und brachialen Drums…

 

 

Eine kurze Umbaupause folgte und dabei füllte sich die Bar. Es war plötzlich ein gehöriger Andrang da. Man merkte, dass die nächstkommende Truppe einen schillernden Namen in ihrer Heimatstadt hatOlympique fuhr fort, und wie auch noch: Mit der ruhigen Klavierballade erwärmten sie zuerst die Herzen der Damen mit den hipsten Totebags, dann artete einfach alles in ein klangliches Hymnenspektakel der Superlative aus. Sowohl Gitarre, als auch der melodiöse Gesang harmonierten perfekt mit der Rhythmusgruppe. Auch die charmante Arroganz des Sängers ließ alle bemerken, dass das Trio gerade erst von ihren Konzerten aus UK zurück sind. Aber am liebsten hätte man sie gleich dort gelassen und als „der neue Hype“ von einer großen Venue zur nächsten kutschiert. Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Das Potential dazu haben sie jedenfalls schon jetzt!

 

 

Nach diesem Gastspiel der Götter legte der eigentliche Headliner des Abends los: The Beth Edges. Sie sind mit ihrem brandneuen Album „Blank Coins, Round Dice“ unterwegs und haben auch den Weg nach Salzburg gefunden. Na, Gott sei Dank! Gerade erst hatte man sich von den fast schon sexuell erregenden Vorgängern erholt, loderte schon das nächste Feuer. Angefangen wurde mit der klavierlastigen Vorabsingle „Black Clouds“. Man merkte, dass den meisten im Auditorium zumindest die Melodie bekannt war. Sachtes Fußwippen war zum Auftakt auf der Tagesordnung.

Danach folgten weitere Nummern aus der neuen Scheibe und es wurde nun heftig das Tanzbein geschwungen. Jeder Song ist ausgefeilt bis ins letzte Detail und klingt auch live, wie direkt aus dem Studio. Vorallem gesanglich findet da wirklich jeder Ton genau den Platz, der für ihn bestimmt ist. Aber einfach alles passte wie die Faust aufs Auge.

Später wurden die alten Kassenschlager („I Guess“, „I Can’t Believe It“)  rausposaunt und dabei brannte das Rockhouse dann wirklich lichterloh. Nun waren nicht nur die einprägsamen Melodien bekannt, auch die Texte wurden lautstark mitgesungen.

Man merkte den ganzen Abend lang, dass The Beth Edges einfach zur wirklichen Elite der österreichischen Musikwelt zählen. Man wurde  bis ins kleinste Detail verwöhnt und nach den verlangten Zugaben wollte man das Ganze nochmals von vorne losgehen lassen. Wirklich höchst unterhaltsam, auch wenn die vier Wiener musikalisch jetzt keine neue Schiene im U-Bahnnetz gelegt haben.

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