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The Shins – Port Of Morrow

The Shins – Port Of Morrow

Billy Corgan wäre stolz auf ihn. Genauso hat nämlich The Shins-Frontman James Mercer auch seine gesamte Bandbelegschaft nacheinander gefeuert, und bringt nun in neuer Besetzung nach fünf Jahren wieder ein neues The Shins Album heraus.

Natürlich waren es nicht fünf langweilige Jahre ohne kreativen Output. Mercer hatte sich inzwischen mit Gnarls Barkley-Mitglied Danger Mouse verbündet, und unter dem Namen Broken Bells in der Indie-Szene für etwas Aufsehen gesorgt. Zu recht wohlgemerkt – denn die Qualitäten des The Shins-Oberhauptes werden seit einem guten Jahrzehnt unter Beweis gestellt.

Es bleibt nun abzuwarten, welchen Eindruck das neue Album hinterlassen wird. Funktionieren The Shins noch genauso wie früher? Wie wird sich die neue Bandbesetzung auf den Sound auswirken? Sind Einflüsse vom Broken Bells-Projekt auf dem neuen Album „Port Of Morrow“ zu bemerken? Die Antworten sind ehrlich gesagt nicht so wichtig. Denn wenn man das Album gehört hat, dann ist man einfach nur überzeugt von den Songs. Dieses Album trieft nur so von Pop. Der Opener „The Rifle’s Spiral“, die Single „Simple Song“ und der dritte Song des Albums sind diese Art von Songs, die einem sofort in deren Bann ziehen. Vor allem „It’s Only Life“ überzeugt einem besonders, und ist sicher der stärkste Song auf „Port Of Morrow“. Doch Mercer hat damit noch nicht sein Pulver verschossen. Zum Beispiel „September“ oder „40 Mark Strasse“ zeigen, dass hier sehr viel Qualität am Werk ist.

Generell bilden die zehn Songs ein überaus starkes Gebilde an qualitativ guten Popsongs. Da stört es auch gar nicht, wenn es vorwiegend in sehr ruhigem Tempo vorangeht. Ein wenig erinnert das Feeling des Albums an „Pushing The Senses“ von Feeder. Die Stücke auf „Port Of Morrow“ sind so komponiert, dass nie ein Instrument die Oberhand übernimmt. Lediglich Mercers hoher Gesang zeigt sich als prägendstes Merkmal des Albums. Man kann sich also beruhigt zurücklehnen, und James Mercer den Band-Diktator sein lassen, welcher er nun mal ist. Wenn dabei immer so ein Ergebnis entsteht, dann dürfte James Mercer mir sofort mein Leben planen. Oder besser noch, wir wählen ihn als Bundeskanzler.

 

In aller Kürze

The Shins
„Port Of Morrow“
VÖ – 20.03.2012

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Bernd Eger
Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at
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