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Two Days A Week Festival 2012: Part 2

Two Days A Week Festival 2012: Part 2

Kein Regenguss, keine Gatschlawine konnten unsere tapferen Redakteure daran hindern, auch vom zweiten Tag des Two Days A Week Festivals zu berichten. Hier ist unser Review zu Tag 2, mit In Flames, Enter Shikari uvm.

Nach den österreichischen Beiträgen Unavoidable und Thirteen Days war es offenbar Zeit für ein wenig Mittelalter. Die in rot-schwarz angemalten Turisas aus Finnland passten zwar thematisch so gut wie überhaupt nicht ins Programm, den Leuten gefielen sie trotzdem. Andererseits waren sie eine gute Einstimmung auf das nun Folgende: Knorkator gaben eines ihrer selten gewordenen Konzerte. Die äußerst skurrile Band, die sich vor einigen Jahren noch über starke Präsenz in der deutschen Fernsehlandschaft freuen durfte, glänzte mit Bühnenoutfits, die auch gut aus einer Kleiderspende der Baumgartner Höhe stammen könnten, einem Keyboardrad und vor allem durch die ausgefallenen Tattoos und Sprüche von Sänger Stumpen, der auch im Falsett Gesang brillierte. „Stöpsel raus, dies ist ein Rockkonzert!“. Wo er recht hat, hat er recht.

Dieser fast avantgardistische Auftritt verlangte offenbar nach einem starken Gegenpol und so schickte man die komplett schambefreite selbst ernannte Sprecherin der youporn-Generation auf die Bühne: die Band Jennifer Rostock setzte mit ihrer profanen und durchschaubar provokanten Performance einen Kontrapunkt. Da wurden Witze über diverseste Genitalien gemacht, ein junger Burgenländer, der nicht recht wusste wie ihm geschah, mit einem Lapdance zwangsbeglückt inklusive Kommentare über die Befindlichkeit seines kleinen Burgenländers. Und natürlich wurde nach jeder zweiten Nummer  grüner Schnaps gesoffen. Die Mitmusiker der Frontfrau Jennifer Waist mutierten zu Statisten in einem Rachel Rotten-Streifen, schade um die sonst starke Band und die eigentlich gut produzierten Pop Songs.

Im Anschluss kam wieder eine Formation, die in erster Linie durch ihre Musik beim Publikum zu reüssieren versuchte, All Time Low aus Baltimore. Wieder gab es Kreischalarm und geworfene Unterwäsche, die Band hatte sichtlich Spaß an ihrem Auftritt und verausgabte sich gegen Ende zusehends.

Als nächste kam die Thüringer Metalband Heaven Shall Burn, die unbestritten die beste Lichtshow des Tages mitbrachte und eine sehr authentische und ehrlich Performance ablieferte.

Der Gewinner dieses Abends kam als Nächstes: Enter Shikari aus England verdankte es der Lufthansa, dass ihre gesamte Backline in irgendeinem Container an irgendeinem europäischen Terminal verrottete, wo sie doch im Erdbeerland zu Wiesen eine Show abliefern sollten. Mit geborgten Instrumenten konnte die Band trotzdem eine fulminante und unglaublich energetische Show abliefern, inklusive Erstbesteigung des VIP Bereiches von außen, Monitor Weithüpfen, Gitarrensurfen und Mikrofonstativklettern. Der Albtraum jedes Bühnentechnikers, der feuchte Traum jedes Festivalbesuchers.

Die letzte Band des Abends teilte noch mal anständig aus. In Flames brachten Unmengen an eigenem Licht mit und hielten damit was ihr Name versprach. Die fünf Schweden durften den Abschluss des Two Days a Week Festivals zelebrieren und alle Festivalbesucher in die nasskalte burgenländische Nacht entlassen.

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Luis Pasching

äähm, mir ist grad ein bisi schlecht

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