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We Have Band – B72

We Have Band – B72

Die Elektro-Pop Band We Have Band aus England machten im B72 Station im Rahmen ihrer aktuellen Europatour – drei Freunde plus Einer auf missionarischer Indietronic Mission. Luis war für euch dabei und hat ein kleines Pamphlet für euch verfasst!

 

Alle guten Dinge sind drei – dachten sich auch We Have Band aus England, kündigten kurzerhand ihre monotonen Brotjobs und zwei Alben später gastierten sie bereits in einem ausverkauften B72. So schnell kann es gehen. Die Elektro-Pop Band besteht aus dem Ehepaar Wegg-Prosser und ihrem Freund Darren Bancroft. Auf der Bühne engagierte man kurzerhand einen Schlagzeuger zur visuellen und akustischen Unterstützung. Live konnte man sich europaweit eine beachtliche Fanschar erspielen – kein Wunder bei Auftritten wie beispielsweise beim Jazzfest Montreux, Pukkelpop oder Melt Festival.

 

We Have Band releasten nach ihrem selbstbetiteltem Erstlingswerk am 27. Jänner ihr zweites Album, mit dem Namen Ternion – frei übersetzt „Trio“. Darren meinte hierzu: „Fast alle Songs auf unserem neuen Album entstanden während unserer ewigen Konzerttourneen und handeln von Eindrücken die man während den Reisen gewinnt. Beziehungen spielen klarerweise auch eine große Rolle – so handelt gleich einer der ersten Songs des Albums von meinem Beziehungsende zur Liebe meines Lebens. Wir sind eine richtige Familyband – unsere Eltern kommen zu unseren Shows und jeder steht dem anderen bei.“

 

 

Tatsächlich wirkt die Band als starke und loyale Einheit, die durchaus sympathisch und lebensfroh ihre doch schwermütigen Klänge dem Zuhörer darbietet. So wirkt Sängerin Dede abseits der Bühne fast schon mauerblümchenhaft und unscheinbar. Auch der erste Song des Sets klingt noch sehr verhalten und zurückhaltend. Doch im Laufe der 80-minütigen Show und dem immer energetischer agierendem B72-Publikum erwachen auch bei ihr frische Kräfte – wie verwandelt klingt sie gegen Ende des Sets, kein Vergleich zu ihren ersten zaghaften Tönen. Durch die beiden anderen gleichberechtigten Stimmen von Darren und Thomas ergibt ein sehr sphärischer und abwechslungsreicher Klang der auch die letzten Zuhörer zum Tanzen anregt. Nach zwei Zugaben verlässt die Band die Bühne und hinterlässt ein ausgepowertes doch ausgesprochen glücklich dreinblickendes Publikum.

 

Musikalisch allerdings bleibt der Eindruck, den We Have Band hinterlassen, doch sehr ambivalent. Großartige Songs, starke Arrangements – jedoch kommt unglaublich viel aus der sprichwörtlichen Dose. So feuert beispielsweise Darren auf seiner Bühnenhälfte mit der rechten Hand ausschließlich vorgefertigte Samples aus seiner MPC ab – die Linke bedient ein Lichtmischpult. Hmmmm. Sängerin Dede darf neben ihrem Gesang ab und an auf einem Tamburin im Linda McCartney Stil herumklopfen und ab und zu auch ein Sample beisteuern. Musikalisch überzeugend war eigentlich nur der engagierte Schlagzeuger, der aber im eigentlichen Bandtriumvirat gar nicht vorkommt – schade eigentlich. Vielleicht taufen sie ihr drittes Album dann doch auf den Namen „Quartetto“ oder so ähnlich.

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Luis Pasching

äähm, mir ist grad ein bisi schlecht

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