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Wolfgang Ambros – 190352

Wolfgang Ambros – 190352

Wolfgang Ambros veröffentlicht Ende April sein neues Album namens „190352“. Der sperrige Titel erklärt sich gleich in der ersten Nummer namens „Geburtstag“. Und es sei gleich vorweggenommen: Es ist ein echter Ambros.

 

Keine Hommagen an Tom Waits oder Hans Moser. Keine Ausflüge und Experimente musikalischer Natur. Ehrliche Songs, spärlich instrumentiert, zu der man sich am liebsten eine Tschik und ein Achterl Rot in irgendeinem trostlosem Cafe irgendwo in den Vororten von Wien genehmigen möchte.

Dieser Mann hat anscheinend die Macht die Zeit anzuhalten:  Exakt 40 Jahre sind bereits vergangen seit Wolfgang Ambros sein allererstes Album „Alles andere zählt mehr“ veröffentlichte. Er gilt als Mitbegründer und Wegbereiter des Austropop, der sich kein Blatt vor den Mund nahm und mit Themen in seinen Songs aufwartete, an die sich außer ihm niemand herantraute. Lieder über Drogen, Alkohol, Freitod, Außenseiter der Gesellschaft. Den ewigen Verlierer, gefangen in Wien. So authentisch dargebracht, dass die Grenzen zwischen dichterischer Fiktion und realen Tagebuchaufzeichnungen fließend zu verlaufen scheinen.

Sechs Jahre sind vergangen seit Wolfgang Ambros sein letztes Album mit eigenen Songs herausgebracht hat. Eine popmusikalische Ewigkeit, in der er in Gazetten eher durch sein Privatleben als durch sein musikalisches Werk vertreten war. Doch diese Schaffenspause scheint ihm gut getan zu haben, das Album klingt durchgehend positiv und ausgeglichen. Private Krisen wie die medial unschön breitgetretene Trennung von seiner Noch-Gattin Margit fließen unüberhörbar in Songs ein. Ein Lied handelt über seine Zwillinge, ein anderes Stück über seine Gefühle zu seiner aktuellen Lebensgefährtin Anne. Auch sein ehemaliger Hit-Lieferant Joesi Prokopetz ist mit dem Text zum Song „Geh zurück zu deinem Mann“ auf dem Album „190352“ vertreten.

Sehr bewegend ist auch einer der letzten vertonten Texte von seinem langjährigen Freund und A3 Kollegen Georg Danzer – „I fürcht mi ned vorm Tod. Am Ende vom Regenbogen liegt der Schatz versteckt.“ Und aktuelle Bands scheinen offenbar auch einen gewissen Einfluss auf den mittlerweile 60 Jährigen zu haben – findet sich doch ein Cover der Band Radiohead auf seinem Album. „No Surprises“ im Original wird zu „Ka Überraschung“.

Ebenso bietet das 27. Studioalbum musikalisch „Ka Überraschung“. Ambros Fans werden es lieben und verinnerlichen. Ein solides grundehrlich klingendes Werk, dessen Songs genauso auf ein Frühwerk gepasst hätten. Wolfgang Ambros ist eine Legende in der österreichischen Musiklandschaft. Und sein neues Album wird an dieser Wahrnehmung auch nichts ändern.

 

In aller Kürze

Wolfgang Ambros
„190352“
VÖ – 20.04.2012

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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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