Home   /   Live Reviews  /   Alesana – WUK

Alesana – WUK

Alesana – WUK

Wir sind immer wieder gerne im WUK. Am 20.1. etwas früher als gewohnt, denn der erste Act stand um kinderfreundliche 19:30 Uhr auf der Bühne. Kein Wunder, wenn man das Publikum so betrachtete. Für meine jungen Jahre fühlte ich mich definitiv zu alt.

Glamour of the Kill zogen großteils Emo Kiddies an, von denen ein paar im Moshpit spielten. Trotzdem lieferten die Engländer eine nette Opener-Show, auch wenn ihre Musik ein paar Jahre hinten ist.




Iwrestledabearonce
zogen mit ihrem kleinen, haubenstehlendem Miststück von Sängerin ein paar Ältere in die Halle. Der kleine Zwerg schrie, spuckte und schimpfte sich durch die Setlist. Den Leuten schien es zu gefallen. Eine gut gefüllte Halle und rege Beteiligung im Moshpit waren die Reaktion. Definitiv der härteste Act des Abends. „Irgendwie klingt die Band wie jemand, der sich quer durch die Musikgenres gefressen hat und dir anschließend damit das Ohr bestuhlt“, ging mir durch den Kopf. Oder es in den Worten von Alex auszudrücken: „Jede Freejazzparty ist ein Scheiß dagegen!“

Ein interessantes Phänomen konnte man bei We Came As Romans beobachten. Wie alt man sich fühlte, nahm mit jeder Reihe ab. Von vorne, wo man der alte Typ unter kreischenden Teenies war, bis hinten, wo man sich als Jungspund unter Eltern fühlte, war alles dabei. Nicht ganz so interessant war jedoch der Sound. Leider fehlte es etwas an Druck und Tiefe. Nichtsdestotrotz waren die Herren aus den USA eine würdige vorletzte Band.

Womit wir auch schon beim Headliner Alesana angekommen wären. Es waren zwar weniger Leute in der Halle, die dafür umso lauter. Vielleicht lag es daran, dass es schon nach 22:00 Uhr war und viele der ganz Kleinen schon nach Hause mussten. Wie auch immer, der Moshpit hatte sich die meiste Zeit geschlossen und es kam eher Kuschelstimmung auf. Alesana lieferten eine feine Show und hätten eine besser gefüllte Halle verdient. Ein WUK heutzutage mit Emo-Rock zu füllen ist jedoch schwer. Vor einigen Jahren hätte das anders ausgesehen.

Unterm Strich war’s ein guter Abend. Wir haben schöne Gitarrenmoves gesehen, uns ein paar Jahre in der Zeit zurückversetzt gefühlt und mit einem kalten Bier darauf angestoßen. Die todgeweihte Emo-Szene gab ein kleines aber feines Lebenszeichen von sich, wird sich aber musikalisch etwas weiterentwickeln müssen. Eher in Richtung We Came As Romans als Alesana. Die Anzahl an Fans vor der Bühne war der beste Beweis dafür.

{flickr-album}Type=Photoset, Photoset=72157628965109397{/flickr-album}

Home   /   Live Reviews  /   Alesana – WUK
Daniel Kubera

“Life has improved immeasurably since I have been forced to stop taking it seriously.” – Hunter S. Thompson

Related Article