Home   /   Live Reviews  /  Musik  /   Arkells – Arena Wien

Arkells – Arena Wien

Arkells – Arena Wien

Ein frühlingshafter Sonntag neigt sich dem Ende zu, als die Sonne langsam hinter den angesprayten und abbröckelnden Backsteinmauern der Arena Wien verschwindet. Wie könnte man so einen entspannten Tag besser ausklingen lassen als mit etwas Rockmusik? Das haben sich an diesem Wochenende scheinbar nur knapp 50 andere gedacht, die sich um 20 Uhr im DreiRaum einfanden.

Canterbury – (c) Yavuz Odabas

Doch als Canterbury zu spielen begannen, war allen Anwesenden klar, dass dies eindeutig die richtige Entscheidung war. Mit einer Mischung aus Indie und Rockmusik konnten die noch jungen Musiker einen überaus guten Eindruck bei dem Wiener Publikum hinterlassen. Mit cleanen Gitarrenmelodien, zwei Gesangsstimmen und britischem Akzent hatten sie sofort die Sympathie der Zuschauer auf ihrer Seite, wenn auch dieses noch ziemlich zurückhaltend war. Nach einem gut 30-minütigen und soliden Set wurde die Bühne für den Main-Act geräumt.

Auch wenn Arkells nur knapp 200 Fans mehr auf Facebook haben, haben sie auf alle Fälle gezeigt, warum sie die Headliner dieser Tour sind. Den Auftakt machten die fünf mit „Coffee“ aus dem aktuellen Album „Michigan Left“, um danach mit „Ballad of Hugo Chavez“ aus ihrem Vorgängerwerk „Jackson Square“ nachzulegen. Seitens des Publikums blieben wohl keine Musikwünsche unerfüllt, da kein Kracher der beiden CDs ausgelassen wurde. Von „Where U Going“, über „Oh, the Boss is coming“ bis zu „Whistleblower“ war alles dabei.

Arkells – (c) Yavuz Odabas

Arkells schafften es live absolut zu überzeugen, sowohl aus musikalischer als auch unterhaltender Sicht. Das Ziel war ganz offensichtlich die Leute zum Tanzen zu bringen – und das wurde auch erreicht. Mit seinen Moves und Tanzeinlagen, sofern das auf der kleinen Bühne platzmäßig überhaupt möglich war, könnte Frontmann und Sänger Max Kerman selbst so manchen Grease-Darsteller und Elvis Imitator alt aussehen lassen. Ebenso überzeugte dieser mit einer wahnsinnig kräftigen Stimme, die live noch einen Touch rockiger klingt als auf CD. Durch gemeinschaftliches Fingerschnippen wurde dem Publikum ein Stück 50er Jahre Flair an diesem Abend direkt nach Wien gebracht.

Sollte das mit der eigenen Musik aus unerfindlichen Gründen doch nichts werden, haben sie in der Zugabe unter Beweis gestellt, dass sie auch durchaus als Coverband eine gute Figur machen würden. Mit Eigeninterpretationen von Stevie Wonders „Signed, Sealed, Delivered (I’m Yours“) und „Rock the Casbah“ von The Clash animierten sie das Publikum ein weiteres Mal dazu, die Hüften und Tanzbeine zu schwingen.

Arkells – (c) Yavuz Odabas

Die anwesenden Gäste schienen ihren Spaß zu haben, da es am Ende so gut wie niemand mehr schaffte, ruhig stehen zu bleiben. Man kann nur hoffen, dass alle Anwesenden ihren Freunden, Geschwistern, Omas und Opas genauso begeistert von dem Konzert erzählen, um das nächste Mal mehr Leute zu animieren sich diese überaus gute Liveband anzusehen.

Home   /   Live Reviews  /  Musik  /   Arkells – Arena Wien

Tags

Daniel Kubera
“Life has improved immeasurably since I have been forced to stop taking it seriously.” - Hunter S. Thompson
Related Article