Home   /   Interviews  /  BAND DES MONATS  /  Musik  /   Band des Monats April – Rika

Band des Monats April – Rika

Band des Monats April – Rika

Der Wunsch ein Album aufzunehmen war der Antrieb der vierköpfigen Band Rika. Nach etwa zehn Jahren ging dieser in Erfüllung und überzeugen mit ihrem Debütalbum „How to Draw a River, Step by Step“ unsere Redaktion.

Hallo Rika (Homepage)! Euer Debütalbum ist mittlerweile seit zwei Monaten am Markt. Wie läuft es bis jetzt?
Stefan: Ganz gut würde ich sagen, bis jetzt gab es viele positive Rückmeldungen. Bei der Releaseshow standen auf einmal über 150 Leute im Fluc, das war für unsere Verhältnisse schon ein bisschen verrückt. Demnächst stehen auch einige Konzerte an, es geht gut voran. Generell bin ich froh, dass das Album jetzt released ist und ich mir keine Gedanken mehr darüber machen muss. Außer für Interviews.

Getreu dem Motto „gut Ding braucht Weile“, habt ihr für euer Debütalbum viel Zeit genommen? Was war der auslösende Faktor 2013 nun doch ein Album zu veröffentlichen?
Natascha: Wir wollten immer ein Album machen, haben es aber leider nicht früher geschafft. Einerseits hatten wir immer wieder Besetzungswechsel, andererseits war es auch eine finanzielle Frage, da wir alle noch studierten.
Die aktuelle Besetzung besteht seit 2009, am Album haben wir in etwa ein Jahr geschrieben. Mit dem Aufnehmen haben wir im Sommer 2011 begonnen, da alle arbeiten oder in Ausbildung sind, hatten wir oft nur an Wochenenden wirklich Zeit. Dazu kam, dass wir zu einigen Liedern nur eine Grundidee fertig hatten, als wir damit ins Studio gegangen sind, wir viel am Sound herum probiert und getüftelt haben und auch die meisten Texte und Gesangsparts unvollständig waren. Aber im Nachhinein betrachtet ist das gut so. Wir haben im Laufe der Jahre viele Songs geschrieben und unser Songwriting hat sich seit der Gründung der Band sehr verändert und auch weiterentwickelt.

Damals vor etwa 10 Jahren, als Bands wie Thursday, The Get Up Kids und andere „Indie-Emo“ Bands mich durch den Alltag begleiteten, wurde ich auf euch aufmerksam. Unter anderem auf euren Musikstil der mich stark an Thursday etc. erinnerte. Wo seht ihr eure musikalischen Wurzeln?
Stefan: Uns gibt es wirklich seit fast 10 Jahren, beängstigend irgendwie. 2004 haben Natascha und ich begonnen, gemeinsam Musik zu machen, in der damaligen Rohfassung ging es tatsächlich musikalisch in diese Richtung. Ich glaube aber nicht, dass es irgendwelche Wurzeln gibt, die in Bezug auf die Band noch Bestand haben. Unsere Einflüsse haben sich seither doch stark verändert und es ist mir zu langweilig, mich auf einen Sound festzulegen und immer dasselbe in Grün zu machen.
2014 kommt unser Bossa Nova Album.

Aber nun zu „How to Draw a River, Step by Step“. Was macht dieses Album aus? Worin seht ihr eurer Ansicht nach, die größten Unterschiede zu euren vorherigen Veröffentlichungen?
Stefan: Während ich bei den früheren Releases meistens die Lieder und Arrangements daheim gebastelt habe und wir sie beim Proben nur mehr verfeinert haben, sind die meisten Nummern für das Album gemeinsam entstanden und jeder hat eigene Parts beigesteuert. Wir hatten außerdem im Studio hauptsächlich halb fertige Rohfassungen und haben viel ausprobiert.
Mir war wichtig, dass es ein Album wird, das ich mir selbst auch anhören kann, ohne dass es langweilig wird oder ein Lied klingt wie das nächste. Das kann ich von dem Material auf den Split Releases nicht behaupten. Ich glaube, wir haben es ganz gut geschafft, dass jeder Song eine eigene Klangfarbe hat und das Ganze trotzdem ineinandergreift. In einem Review wurde das jetzt mal als Album-Album beschrieben, macht das Sinn?

Hat sich bei euch in den letzten Jahren die Bandformation geändert?
Natascha: Es gab einige Wechsel am Bass und Schlagzeug, da Leute wegzogen oder einfach keine Zeit mehr dafür hatten. Die meisten Besetzungen waren eher von kurzer Dauer und es gab auch immer wieder lange Pausen, in denen wir Mitglieder suchen mussten und nicht fanden, weil zwar jeder zweite Gitarre spielt, es aber scheinbar kaum Schlagzeuger und Bassisten gibt. Den Christoph hat uns schlussendlich Christian angeworben. Und Richard haben wir von Everton geerbt. Wobei das eigentlich nicht stimmt, es gab eine kurze Phase, in der er in beiden Bands spielte.
Die derzeitige Formation besteht jedenfalls jetzt schon seit 2009. Rekord!

Ihr habt bekanntlich das Album in einem stillgelegten Fabriksareal aufgenommen. Wie viel Zeit nahm der Aufnahmeprozess in Anspruch?
Stefan: Wir haben zwei Wochen im Juli 2011 dort verbracht und dann noch 2-3 Wochenenden. Den Gesang haben wir im Halbjahr darauf im Proberaum aufgenommen. Insgesamt hat sich der ganze Prozess über neun Monate erstreckt, wobei wir nicht durchgehend aufgenommen haben.

Was habt ihr in dieser Zeit am meisten vermisst bzw. genossen?
Stefan: Vermisst: Gelsenspray. Genossen: den Rest.

Wie kam die Zusammenarbeit mit Christian Hölzel zustande?
Natascha: Christian kennen wir schon recht lange. Er war auch bereits bei den Aufnahmen zu unserer Split 7“ mit Empire! Empire! (I Was a Lonely Estate) dabei, also haben wir ihn gefragt, ob er auch beim Album mithelfen möchte. Er wollte.

©Manuel Riegler

©Manuel Riegler

Es wäre doch naheliegend mit Francis International Airport zu touren. Immerhin bringen sie auch demnächst ein neues Album heraus. Aus musikalischer Sicht, würde Rika und Francis International Airport sich gut ergänzen. Gibt es bereits einen Tourplan/Festivalplan?
Stefan: Wir haben da schon was fixiert, wenn auch keine Tour. Quasi ein BR alpha Themenabend, wir bringen the Joy of Painting und FIA liefern die Space Night. In Zukunft gerne auch mehr, aber fixiert ist nichts, außerdem ist Touren bei uns immer schwierig, weil wir alle Jobs haben.
Demnächst stehen für uns einige Konzerte in Österreich und Deutschland an. Irgendwann dieses Jahr geht sich hoffentlich noch eine Tour aus.

Mir ist es bewusst, dass man diese Frage zu diesem Zeitpunkt nur schwer beantworten kann, aber werdet ihr euch für das zweite Album erneut so viel Zeit nehmen?
Stefan: Ich befürchte, dass es wieder dauern wird. Wenn wir für das jetzige Album keinen fixen Studiotermin gehabt hätten, den wir einhalten mussten, wäre es vermutlich jetzt noch nicht fertig. So sollten wir das eigentlich ab jetzt immer machen. Mir wäre es jedenfalls lieber, wenn wir das Ganze in Zukunft etwas beschleunigen könnten.

Wir danken euch für eure Zeit und wünschen für euren weiteren musikalischen Weg viel Erfolg. Die letzten Worte gehören euch an unsere Leser gehören euch!
Stefan: Danke an euch für das Interview. Wir sehen uns! Hört mehr Fleetwood Mac.

Home   /   Interviews  /  BAND DES MONATS  /  Musik  /   Band des Monats April – Rika

Tags

Related Article
One Comment