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Biffy Clyro – Opposites

Biffy Clyro – Opposites

Lang hat es gedauert, bis Biffy Clyro schließlich den Ruhm ernten, den sie auch verdienen. Mit ihrem sechstem Studioalbum „Opposites“ wurden nun alle musikalischen Pforten für die Schotten geöffnet.

Aller Anfang ist schwer. Seit über 17 Jahre sind nun Simon Neil und die Zwillinge James und Ben Johnston gemeinsam als Biffy Clyro unterwegs. Was der Name bedeutet, verraten die drei Jungs aus Ayrshire nicht und erfinden jedes Mal, wenn man sie danach fragt, eine neue Geschichte. Ebenso verwirrend waren die ersten drei Studioalben („Blackened Sky“, „Infinity Land“, „The Vertigo of Bliss“) laut Kritiker: Die ruhigen Passagen zu ruhig und harten Passagen zu hart (geht das überhaupt?). Einfach zu experimentell. Zu gegensätzlich.

Biffy Clyro

Biffy Clyro: Ben Johnston, Simon Neil, James Johnston

Gegensätzlich? Das ist das neue Album, das sogar nach Gegensätzen benannt ist, ebenso. Doch irgendwie haben es Biffy Clyro geschafft ihre verschiedenen Stilrichtungen gekonnt einzupendeln und blieben sich selbst dabei treu. Erste internationale kommerzielle Erfolge wurden mit dem 2007 erschienenen Album „Puzzles“ erreicht, woraufhin die Band gleich als Support für die „Era Vulgaris“ – Tour von Queens Of The Stone Age gebucht wurden. Von da an ging es nur noch steil bergauf.

2009 war das ultimative Durchbruchsjahr – man könnte meinen das revolutionärste Jahr – für die Schotten. „Only Revolutions“ wurde veröffentlicht und Konzerte wurden restlos ausverkauft. Es folgten Auftritte mit Muse, Metallica, Bon Jovi sowie mit den legendären Rolling Stones. Ihre Hardrock-Ballade „Many of Horrors“ eroberte die Charts im Sturm und wurde sogar von dem englischen X-Factor Sieger Matt Cardle gecovert. Bin mir nur nicht sicher, ob das jetzt gut ist oder nicht. Für den Bekanntheitsgrad wahrscheinlich schon.

Nach einer langen Tour versammelten sich Biffy Clyro (Homepage) wieder im Studio um ein neues Album aufzunehmen, namens „Opposites“. Treffender konnte der Albumtitel nicht sein. Dieses Werk ist abwechslungsreicher als alle bisherigen. Es wurden neue Instrumente ausprobiert und zum ersten Mal das schottische Nationalinstrument, der Dudelsack, eingebaut. Doch damit nicht genug. Weiteres wurden Synthesizer eine Harfe, und man sehe, höre und staune, eine Mariachiband ins Studio geholt. Die Scheibe strotzt nur so von Ideenreichtum.

Der erste Vorbote „Stingin‘ Belle“ wurde bereits im Sommer 2012 veröffentlicht und ließ schon manch einen Fan vor Freude ausflippen. Als einige Monate später die zweite Single „Black Chandelier“ auf den Markt kam, konnte man die Spannung fast nicht mehr ertragen. Schließlich war es Ende Jänner so weit. „Opposites“ erschien als Standardalbum mit 14 Tracks und als Doppel-CD mit 20. Man muss einfach anmerken, dass man sich unbedingt die Deluxeversion mit sechs zusätzlichen Songs beschaffen sollte.

Biffy Clyro - Opposites

Gemächlich beginnt „Opposites“ mit dem Opener „Different People“, der nach der Hälfte förmlich explodiert. Das neue Album ist perfekt aufgebaut mit Balladen, wie „Opposite“, experimentellen Punksongs, wie „Little Hospitals“ (nur auf der Doppel-CD), epischen Tracks wie „Victory Over The Sun“, und Gute-Laune Songs wie „Picture A Knife Fight“. Unbedingt hervorheben muss man „Spanish Radio“, bei dem – ratet mal – die Mariachiband ihren Auftritt hat. Das Album wäre perfekt, wenn da nicht „Pocket“ wäre. „Irgendwoher kommt mir das Lied bekannt vor“, war der erste Gedanke. Instrumental ist „Pocket“ eine abgekupferte Version von Ricky Gervais‘ „Free Love Freeway“. Schade eigentlich, denn Biffy Clyro hatte es nicht nötig zu klauen.

Nichtsdestotrotz ist das Album fantastisch und für nahezu jede Stimmung gibt es mindestens ein Lied. „Es ist eine Art Zauber“, wie es schon ihr Landsmann der Highlander gesagt hat. Und genauso kann es auch hier nur einen geben: Mon The Biff!

Wir verlosen 3 Alben. Einfach eine Mail mit eurer Adresse und Betreff Biffy an gewinnspiel@enemy.at schicken.

Biffy Clyro – „Opposites“

Für Fans von: Muse, Queens Of The Stone Age, Toyhead
Warner Music International
VÖ: 25.01.2013
Gesehen um €12,99

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