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Black Lizard – Black Lizard

Black Lizard – Black Lizard

Black Lizard (Facebook) könnten teils nicht nur optisch, sondern ganz klar auch musikalisch den 60er Jahren entsprungen sein. Mit ihrem benebelnden Sound, der perfekt auf jedes Woodstock-Revival Festival passen würde, versuchen sie die Sinne des Publikums voll und ganz für sich einzunehmen.

Zum Einstieg wurde mit Honey, Please ein fast sechs Minuten dauernder Song ausgewählt, was gleich am Anfang vielleicht etwas schwere Kost für den Zuhörer darstellt. Verzerrte, wummernde Gitarrentöne schwappen wellenartig daher und laufen einfach irgendwann aus, wenn die Ebbe kommt. So wie der Song anfängt, endet er auch – ohne erwähnenswerte Vorkommnisse in der Mitte.

Bei Boundaries wird man hingegen in eine fernere Welt entführt, da der Song einen leicht indisch-anmutenden Touch besitzt. Mit Rasseln und Schellen, teils auch flötenähnlichen Geräuschen segelt man sphärisch mit dem Sound mit.

black-lizard-cover

Mit Love Is A Lie kommt durch das Schlagzeug mehr Tempo und Bewegung rein. Der Song wirkt im Vergleich zu den vorherigen Titeln etwas aufgeweckter. (Aufgeweckt natürlich im Rahmen des Psychodelic Rock und nicht im Sinne von Speed Metal oder Ähnlichem.) A New Kind Of High reiht sich ebenso eher in dieser Riege ein und klingt auch etwas klarer, was in Anbetracht des Titels paradox wirkt. Für all jene, die es nicht ganz so verworren und abgedreht mögen, empfiehlt sich Thrill. Mehr Gesang und nicht ganz so vordergründige Gitarrenmelodien machen den Song gut hörbar und zugänglicher als manch anderen auf dem Album.

Die Effekte auf Black Lizard sind gut gemeint, aber auf Dauer einfach zu viel. Die Stimme schnarrt einem so übertrieben verzerrt entgegen, dass man wirklich Probleme damit hat, die Texte zu verstehen. Irgendwann verlässt einen dann einfach die Lust wie ein Luchs hinhören zu müssen, um herauszukriegen, worum es geht. Das wirkt sich zusätzlich insofern negativ aus, als dass sich beim ersten Hören alle Tracks stark ähneln und die CD dadurch relativ eintönig wirkt.

Allgemein klingt es nach Musik, die live, im passenden Rahmen und der notwendigen Stimmung (vielleicht auch unter dem nötigen Drogeneinfluss) unglaublich groß klingen könnte, auf CD wirkt das Ganze aber leider nicht. Für Fans des Genres mag es eine Bereicherung der Plattensammlung darstellen. Für andere wie mich selbst, die sich nicht aktiv dieser Musikrichtung widmen, ist es einfach irgendwann zu viel des schnarrenden Guten. Jeder, der sich aber einer musikalischen Zeitreise hingeben will, ist mit Black Lizard gut bedient.

Black Lizard – Black Lizard

Für Fans von: Love And Rockets
Soliti (Cargo Records)
VÖ: 11.10.2013
Gesehen um € 14,99

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