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Black Rebel Motorcycle Club – Gasometer Wien

Black Rebel Motorcycle Club – Gasometer Wien

Fans mit schwarzen Lederjacken belagerten Donnerstagabend die Eingänge des Planet.tts im Gasometer. So manch einer wird bei diesem Anblick befürchtet haben, das Geknartsche des speckigen Leders wird heute Abend den Auftritt von Black Rebel Motorcycle Club (Homepage) stören.

Solide Vorband: Transfer aus San Diego

Zuvor standen aber Transfer (Homepage) auf der Bühne. Die fünfköpfige Rockband aus San Diego begleitet den BRMC als Vorband schon die ganze Tour hinweg. Als die fünf jungen Männer dann die Bühne betraten, war auch klar, warum gerade ihnen diese Ehre zuteilwurde. Gewisse Ähnlichkeiten waren augenscheinlich, angefangen vom Kleidungsstil bis hin zum Musikstil. Entscheidender Unterschied war aber die Qualität: Transfer sind solide, guter Durchschnitt. Songs wie „White Horse“ oder „Still Bad Blood“ sind gute Stimmungsmacher.

Mehr Infos über die Band Transfer + gratis Download der Single „Still Bad Blood“ gibt’s hier!

Transfer live im Gasometer

© Yavuz Odabas

Black Rebel Motorcycle Club „Let The Show Begin“

Als dann pünktlich Robert Levon Been, Peter Hayes und Leah Shapiro die Bühne betreten, greifen sie ohne viel Intro-Vorgeplänkel zu ihren Instrumenten. Schon beim ersten Schlag wird klar wie unglaublich druckvoll Leah Shapiro’s Schlagzeugspiel ist. „Let The Day Begin“ ist ein Opener der wirklich jeden im Publikum erreicht (Hier geht’s zum CD-Review der neuen BRMC-CD!). Interessant ist die Zusammenstellung der Setlist. Die Band spielt eigentlich zwei Minikonzerte hintereinander.

Nach ca. acht Songs greift Robert Levon Been zur Akustik-Gitarre und spielt alleine „Mercy“, danach macht Peter Hayes mit „Devil’s Waitin“ das Gleiche. Mit „Fire Walker“ beginnt die gesamte Band dann im Anschluss daran von Neuem die Menge wieder zu hypnotisieren und es folgen weitere zehn Songs, die vor allem wieder durch unglaublich präzise und einnehmende Rhythmik bestechen. Höhepunkte des Abends sind allen voran „Beat The Devils Tattoo“, dicht gefolgt von „666 Conducer“, „Whatever Happened To My Rock’n’Roll“ oder „Stop“.

Black Rebel Motorcycle Club live im Gasometer

© Yavuz Odabas

Einzig der Sound in der Bank Austria Halle wird wieder mal die Meinungen auseinander gehen lassen. Been’s Stimme ist in manchen Songs einfach zu zerbrechlich, um hier wirklich klar und deutlich erkennbar zu sein. Im Gesang wechseln sich Been und Hayes praktisch während der Songs ab. Manche Songs werden mit zwei Gitarren gespielt, dann greift Been wieder zu seinem unglaublich tief und verzerrt eingestellten Bass, ein anderes Mal kommt ein Klavier zum Einsatz.

Kühl, cooler – BRMC!

Selten hat man eine Band so wenig untereinander kommunizieren sehen. Auch die Ansagen an das Publikum von Robert Levon Been bleiben überschaubar, und meist kurz und knapp. Mit etwas mehr Zuschauern bzw. einem ausverkauften Haus, hätte dabei die Stimmung sicher besser ausfallen können. „Let’s tear this fuckin‘ place apart“ meinte Been trocken, kurz bevor die ersten Töne des Hits „Spread Your Love“ anklingen.

Da wirken jene raren Momente, wenn Robert Levon Been das Tambourin gekonnt lässig über seine Schulter wegwirft, um die Saiten seines Basses zu greifen besonders cool. Oder noch seltener, wenn Leah Shapiro während eines Drumschlages ihre Haare kurz zurückwirft. Und vermutlich nur einmal während der ganzen Tour, wenn Peter Hayes dann doch der Mundwinkel einen halben Zentimeter nach oben geht, und der Ansatz eines Mini-Ein-Sekunden-Schmunzelns angedeutet wird.

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© Yavuz Odabas

Die Band verzichtet auf irgendwelche Specials, wie eine besondere Lichtshow oder Plakate oder Banner. Entweder rotes, blaues oder weißes Licht lässt die Musiker oft als stilvolle Silhouetten auf der Bühne stehen. Nirgends ist der Bandname zu sehen, nicht einmal auf der Bassdrum. Ein roter Faden, der sich als Bandkonzept herauskristallisiert: Keine Effekthascherei, keine unnötigen Extras – simpel, wirkungsvoll und vor allem authentisch muss es sein. Und ist es auch in jeder Sekunde.

Interessante Insiderinfos/Rockstar schlendert durch die Menge!

Im Gespräch mit dem Tourfotografen, wollen wir wissen warum man laut Veranstalter, die Band nicht frontal ablichten dürfe. Kaum zu glauben, aber der Grund ist, weil Peter Hayes sich beim Gitarrenspiel zu leicht ablenken lasse. Und in diesem Moment schlendert Robert Levon Been an uns im Zuschauerraum unerkannt vorbei. Im Grunde sind sie also drei Musiker, die sich nur dessen bewusst sind, dass sie wissen, wie man gute Musik macht. Black Rebel Motorcycle Club sind eine Band die Songs schreibt, welche live wortwörtlich einfach besser auf den Zuhörer einwirken, als sie es ohnehin schon durch die Stereoanlage tun.

Live-Fotos: Yavuz Odabas

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Bernd Eger
Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at
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