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Black Rebel Motorcycle Club – Specter At The Feast

Black Rebel Motorcycle Club – Specter At The Feast

Untypisch für Black Rebel Motorcycle Club (Homepage) beginnt ihr neues Album relativ ruhig. Manche werden beim Glockenintro, wenn der sehr schwere Basslauf einsetzt, vielleicht vermuten, man höre hier den letzten aller Oasis-Songs aus den Boxen wummern. „Fire Walker“ erinnert vom Bassriff nämlich extrem an „Soldier On“. Der Opener ist aber einer der besten Songs des Albums, und zeigt dem Hörer schon in welche Richtung „Specter At The Feast“ ausgerichtet ist. Das Album ist sehr bass- und drumlastig konzipiert. Robert Levon Been, Peter Hayes und Leah Shapiro lassen Schlagzeug und Bass auf der LP deutlich mehr zuteilwerden als nur Rhythmusaufgaben. Vielmehr rückt oft die Gitarre ins hintere Glied und wird manchmal nur als unterstreichendes Element verwendet, wobei Bass, Drums und natürlich der Gesang die Tracks stark bestimmen.

Ein wahrscheinlicher Grund für das in weiten Teilen ruhigere und sehr atmosphärisch anmutende Klanggerüst des Albums, ist sicher der Tod von Michael Been. Robert Levon Been’s Vater verstarb aufgrund eines Herzinfarkts 2010, womit die Band erstmals in der Produktion ohne ihn zu Werke ging. Michael Been stand Rebel Motorcycle Club bis zu diesem Album nämlich immer mit gutem Rat und helfender Hand in Sachen Sound und Produktion zur Seite. Paradoxerweise beeinflusste er mit seinem Tod jenes Album am meisten, an welchem er tragischerweise nicht mehr mitwirken konnte.

BRMC - Specter At The Feast - neue LP 2013

Mehr als die Hälfte der Songs präsentieren demnach die sehr soulig und Bluesrock-wabernde Seite der Cluberer. „Fire Walker“ und „Lose Yourself“, der Opener und der Schlusstrack sind da sicher die stärksten und nachhaltigsten Songs des Albums. Wohingegen beispielsweise „Some Kind of Ghost“ und das darauf folgende „Sometimes The Light“ sehr schwammig und unfertig wirken. Anders wie die restlichen zehn Tracks auf dem Album findet man hier keine Anhaltspunkte, die Songs zerrinnen förmlich, ohne Eindruck zu hinterlassen. Hier fehlt ganz klar jenes Merkmal, welches einen klassischen Rebel Motorcycle Club-Song ausmacht. „Lullaby“ oder „Returning“ sind hingegen wieder für das songwriterische Geschick der Band bezeichnend.

Weiter zu skippen bei Rebel Motorcycle Club-Songs ist nämlich tunlichst zu unterlassen. Been und Hayes verstehen es nämlich hervorragend, oft einen überraschenden Twist am Ende ihrer Songs einzupflanzen. Letztgenannter Track und das auch auf dem Album befindliche The Call-Coverstück „Let The Day Begin“ wurden auch vorab als Gratis-EP-Download allen Lederjacken-Fans zur Verfügung gestellt. Eine respektvolle Hommage an Michael Been, welcher Mitglied der Band The Call war.

Es bleibt also der Eindruck von einem Album, das extrem erwachsen, weniger reißerisch und hitverdächtig, wie beispielsweise das 2006er „Baby 81“ oder die beiden psychedelisch-verspielten ersten Alben wirkt. Die Gründe dafür kann man nur vermuten: Der Verlust eines geliebten Menschen? Ist das seit 2008 neue Dreiergespann nach dem unfertig wirkenden Vorgänger „Beat The Devils Tattoo“ nun endgültig wieder zu einer unschlagbaren Motorrad-Gang zusammengewachsen? Alles nur Vermutungen. Im Endeffekt läuft es jedenfalls auf die Tatsache hinaus, das „Specter At The Feast“ ein starkes Album geworden ist.

Wie Noel Gallagher schon der Band 2007 attestierte: Gutes Aussehen, guter Bandname, guter Sound! Das trifft auch 2013 wieder zu!

Black Rebel Motorcycle Club- „Specter At The Feast“

Für Fans von: Oasis, The Jesus And Mary Chain
Cooperative Music (Universal)
VÖ: 22.03.2013
Gesehen um 12,99 €

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Bernd Eger
Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at
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