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Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser – Filmkritik

Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser – Filmkritik

Urs Schnells Bottled Life über WasserUrs Schnell zeigt die fatalen Folgen von Profitgier an Wasserausbeutung in der ganzen Welt auf. Ein Geschäft, das die Frage aufwirft, wem eigentlich Wasser gehört? Und wie es sein kann, dass einige wenige Milliarden scheffeln, in dem sie Trinkwasser an die Allgemeinbevölkerung verkaufen? Eine Dokumentation, die zum Nachdenken anregt und unter die Haut geht.

Bottled Life – die Wasserwelt

Ganz zu Beginn von Bottled Life (Homepage) erstrecken sich wundervolle Bilder über die Kinoleinwand, die die Natur in all seiner Pracht und seinen Farben widerspiegelt, alsdann die ersten Wasserfälle ins Bild rücken, stellt sich sehr schnell die Grundthematik des Films heraus: „Wasser!“ Doch ist Wasser gleich Wasser? Und sollte laut Peter Brabeck „Wasser einen Wert haben?“.

Res Gehringer und Urs Schnell machen sich auf den Weg, um die Fragen rund um die Geldmache mit dem Grundmittel Wasser zu klären. Peter Brabeck, CEO von Nestlé, ist der Hauptinitiator für dieses Projekt, da er derjenige ist, der mit dem Verkauf von Wasserflaschen auf der ganzen Welt eine Unsumme von mehreren Milliarden Franken erwirtschaftet. Nach einer Reise in den Süden, in der Dritten Welt, in dem Wasser keine Alltäglichkeit ist, findet man ein ehemaliges Projekt der Nestlé Group, die eine Grundwasserversorgung möglich machte, dieses aber nach einigen Jahren abstellte und die Menschen ohne helfende Hand stehen ließen.

Danach verlegt sich der Fokus auf Amerika, dem Land, in dem der größte Absatz an Trinkwasserfalschen erzielt wird. Da man immer wieder versucht mit dem Nestlé Konzern in Kontakt zu treten, erscheint einem auch hier die Abneigung und Vertuschung von Machenschaften hoher Bosse, da man durchgehend abgewimmelt wird, ohne Antworten bleibt und kein Interesse am Dokumentarfilmprojekt von Schnell zeigt. Maude Barlow, UN-Chefberaterin für Wasserfragen 2008/09 meint zu den Machenschaften des Unternehmens:

Nestlé ist ein Wasserjäger, ein Raubtier auf der Suche nach dem letzten sauberen Wasser dieser Erde.

Die Stimmen, die gegen den Milliardenkonzern, laut werden, häufen sich. Immer mehr Menschen laufen auf die Straßen und zeigen ihre Missgunst gegenüber ausbeuterischen Unternehmen. Schnell merkt man jedoch, wie wenig die Auflehnungen nützen. Die Gerichtskosten, die Verfahren, die Klagen verlaufen meist im Sand, oder bringen den Aktivisten Schulden, die sie sich nicht leisten können. Hannah Warren, Bäckereiinhaberin aus Fryeburg, USA meint dazu: „Die korrumpieren die Abläufe in meiner Gemeinde. Und die orchestrieren die Vorgänge so, dass sie schließlich gewinnen. Sie gewinnen, weil die Leute entweder niedergekämpft wurden oder müde vom Kampf sind oder kein Geld mehr haben, um die Anwälte zu bezahlen.“ Der Kampf gegen ein Unternehmen, die Unmengen an Geld besitzt, scheint aussichtslos. Doch auch kleine Siege können schlussendlich zum Ziel führen.

Bottled Life – Fazit

Bottled Life ist ein Dokumentarfilm, der von der Art und Weise an We Feed the World oder Plastic Planet anschließt. Die Geschichte von Bottled Life lässt einen den Schauer über den Rücken laufen. Wenn man sieht, wie schlecht es Menschen in armen Ländern geht, wie dreckig und abgestanden ihr Wasser ist und die einzige Möglichkeit, die es gibt, sicheres Trinkwasser zu bekommen ist, tief in die Tasche zu greifen. Während wir in Europa, Amerika oder Australien uns mit sauberem Trinkwasser duschen oder unser Exkremente das Klo runterspülen.

Wasser ist ein Gut. Ein Gut, das der Menschheit gehört und somit keinen Preis haben sollte. Urs Schnell zeigt mit seinem Film in erstaunlicher Weise auf, wie herzlos Menschen sein können, um egal mit welchen Mitteln an ihr schmutziges Geld zu gelangen. Pure Life, das Wasser, mit dem der Nestlé Konzern Milliarden verdient, wird zwar rein inhaltlich seinem Namen, da es unverfälschtes Trinkwasser ist, gerecht aber hinter den Kulissen sieht es doch immer anders aus.

Urs Schnell ist ein brillanter Dokumentarfilm gelungen, den man sich unbedingt ansehen muss.

Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser

Kinostart: 25. Oktober 2013
Genre: Dokumentation
Regisseur: Urs Schnell
Land: Deutschland
Dauer: 94 Minuten
Filmverleih: Thimfilm GmbH
Film Website
Für Fans von: Plastic Planet, We Feed The World, Alphabet

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