Home   /   Allgemein  /  CD Reviews  /  Musik  /   Café Drechsler – Streamer

Café Drechsler – Streamer

Café Drechsler – Streamer

Die Jazzformation Café Drechsler rund um Frontman Ulrich Drechsler liefern mit Streamer ihr drittes Album ab. Ob es den beiden Vorgängern, die schon von Fans und Kritik mit Lobeshymnen bedacht wurden, gerecht wird?

Nach Radio Snacks, welches 2004 die heimische Musiklandschaft mit einem Mix aus Jazz-, Hip  Hop- und Dance-Musik ordentlich wachrüttelte und mit dem Amadeus Award prämiert wurde, bitten Café Drechsler (Homepage), vormals im Trio jetzt als Quintett, mit Streamer wieder auf die Tanzfläche. Mit der Neuformation der Band, einzig allein Ulrich Drechsler ist als musikalischer Leader eine Fixkonstante des Projekts Café Drechsler, geht es auf in teils abstraktere, anspruchsvollere Jazz Arrangements, teils in eingängigere, popkulturelle Gefilde.

Neue Musiker, neuer Sound? Nein. Es ist eher so, dass sich die Musik zwar in der Instrumentierung und dem Einsatz von Effekten von den früheren Alben abzeichnet, aber im Grunde dem Konzept von Café Drechsler treu bleibt und wieder verschiedene Stile zu einem vereint, und eben dadurch eine Fülle an Klänge erzeugt, die beim Hören der älteren Aufnahmen vermisst werden könnte.

Streamer Cover

Mit Back to the Beginning, dem ersten Song auf Streamer wird einem die Richtung gezeigt, in welche das Album führen wird. Zurück zu den Anfängen, zurück zu den Wurzeln, zurück zu mehr Instrumental-Musik, doch um einiges gereifter und ausgefeilter. Obwohl das komplette Album im Zeichen der Verschmelzung von Genres steht, werden die langen prägnanten Saxofon-Parts der einzelnen Songs als klangliches Führungselement deutlich. Jedoch ist man auf Streamer sehr nahe an der elektronischen Musik der letzten Jahre dran und so zeigen Songs wie Diva oder Like A Raving Looney, welches durch seinen schnellen Drum & Bass Rhythmus enormes Potenzial entfaltet, dass elektronische Samples im modernen Jazz kaum mehr wegzudenken sind. Zur Mitte des Albums hin wird die Geschwindigkeit gedrosselt und man findet sich mit dem gleichnamigen Song Streamer in einer wundervollen balladenhaften Jazzkomposition wieder, welche mit starken Drums, eingestreuten Samples und zurückhaltenden Bass nicht an Power verliert. Der Groove den die einzelnen Songs ausstrahlen zieht sich durch das komplette Album und unterstreicht dadurch wie sich Café Drechsler in den letzten Jahren weiterentwickelt haben und als Eine der herausragendsten Jazzkombos des Landes genannt werden können.

Vielleicht ist der Begriff „Jazzalbum des Jahres“ etwas zu vorschnell, dennoch, würde man mich fragen, ist Streamer auf jeden Fall, und nicht nur für Jazzfans, ein absolutes Must-Have.

Café Drechsler – Streamer

Für Fans von: Elektro Guzzi, Portico Quartet
Monkey (Rough Trade)
VÖ. 10.05.2013
Gesehen um: € 18,99

Home   /   Allgemein  /  CD Reviews  /  Musik  /   Café Drechsler – Streamer

Tags

Related Article