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Coma – In Technicolor

Coma – In Technicolor

Georg Conrad und Marius Bubat kennen sich schon ewig. Die beiden Kölner, die hinter Coma stehen, machen seit 2007 gemeinsam Musik. Nach einigen EPs erscheint nun das erste, zwölf Tracks beinhaltende vollwertige Album.”In Technicolor” ist ein beeindruckend frisches, abwechslungsreiches Electropop-Album, das in seltenen Momenten am intensiven Tatendrang seiner Macher ein bisschen zu leiden scheint. Sehr überlegte, fast schon perfektionistische Arrangements geben jedem Track einen eigenen Charakter, fügen sich aber nahtlos das Gesamtgefüge des Albums ein.

Laut Facebook Seite ist “Cosmic Techno Pop” die Genrebezeichnung, die sich Coma zuschreiben. Wenn man so eine Genrebezeichnung liest, erwartet man sich Spaß. Und den macht “In Technicolor”. Gleich der erste Track “Hoooooray”  überrascht mit ungewohnt sphärischen Electroklängen und extrem eingängigen Vocal-Samples.

“In Technicolor” fühlt sich beim Durchhören an wie eine nächtliche Führung durch die jüngere Musikgeschichte. Man kommt an Daft Punk vorbei, an Radiohead, MGMT und Burial. Schon an dem Vergleich sieht man aber: Coma bewegen sich aber auf keinen Fall auf sicherem Terrain. Es wird auch mit analoger Instrumentierung experimentiert, was an vielen Stellen gut funktioniert.Schon im zweiten Track, “Maybach”, macht sich der Mut der Kölner bezahlt. Eine perfekte Basslinie treibt den ganzen Song intensiv vorwärts und der Synthesizer lässt der Bläsersektion genug Raum zur Entfaltung.

“Cosmic Techno Pop” bedeutet aber auch, ungewohnte Sounds einzusetzen. Ohne das Vocal Sample in “Missing Piece” würde der Song jedoch besser dastehen. Der Wunsch nach der Wiederbelebung des “Crazy Frog” ist und bleibt Geschmackssache. Aber man wird gleich mit dem nächsten Song  wieder zurückgeholt von dem kleinen Ausflug in die dunklen Kapitel der Musikgeschichte, die nie hätten passieren dürfen.In “#” wird mit Beats getüftelt, was dem Album gut tut, auch wenn sich in dieser Musikrichtung einfache Rhythmen bewährt zu haben scheinen.

Cover "Technicolor" von Coma

Das Klavier in “Out of Control” verliert sich leider ein bisschen im treibenden Beat und kommt nicht wirklich zur Geltung im Synthesizergeflecht, aus dem der sehr tanzbare Song besteht.

Coma machen auf “In Technicolor” fast alles richtig.Die wenigen Schwachstellen sind in Anbetracht der abwechslungsreichen und oft gewagten Soundtüfteleien der Kölner absolut zu verzeihen. Wer also auf spannenden Electropop Lust hat sollte zu “In Technicolor” greifen. Anspieltipps: “Hoooooray” ,”Maybach”,  “The Great Escape” .

Coma – „In Technicolor“

Für Fans von: Bands
Kompakt (rough trade)
VÖ: 14.04.2013
Gesehen um €15,99

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