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Continental – All A Man Can Do

Continental – All A Man Can Do

Wer sind Continental? Leider ist diese etwas unrühmliche Frage als Ersteres abzuklären. Continental (Homepage) sind vor allem ein Mann: Rick Barton, ehemaliges Mitglied der Dropkick Murphys. Der war unter anderem auch mit den, vor allem in Boston und Umgebung bekannten Projekten Everybody Out! und The Outlets beschäftigt. Was macht sein neuestes musikalisches Kind Continental also dann so besonders? Vielleicht, dass sein Sohn Stephen dabei den Bass spielt? Oder etwa, dass die Musik dabei wie eine punkige und dreckigere Version von Bruce Springsteen klingt? Oder, dass der alte Haudegen aus voller Kehle dem Proletariat auf sympathischste Weise einfach aus dem Herzen und Bierglas singt?

Rick Bartons Kollegen, er selbst singt und spielt die Gitarre, sind aber, was Letzteres betrifft, teilweise nicht mal alt genug um in Europa ein solches Bierglas zu leeren (Sohn Stephen Barton – Bass, Vocals/Dave DePrest – Guitar, Vocals/Derek „The Kid“ Louis – Drums). Trotzdem wirkt diese Band in keinster Weise sonderbar zusammengestellt, sondern präsentiert sich auf All A Man Can Do ausgesprochen erwachsen, bodenständig – aber auch unspektakulär.

Bei Continentals zweitem Album nach der Debüt-EP Death Of A Garage Band von 2010 darf man also nicht allzu viel erwarten, gerade dann wird man angenehm in Empfang genommen. Weniger angenehm wirkt leider Bartons Stimme in manchen Songs, wie z.B. bei Red, wo er sich unglaublich angestrengt anhört. Ruhige Passagen sind für den mittlerweile über 50-Jährigen wohl kein Honigschlecken. Dafür klingt seine raue und unrunde Stimme besonders bei den etwas schnelleren Tracks besser, eben dann, wenn er nicht zu singen versucht, sondern es in Punk-Manier der alten Schule einfach rauslässt. Das Problem, dass hier kein geborener Sänger am Mikro steht, wird oft auch durch einen mehrstimmigen Refrain sehr gut gelöst (z.B. All A Man Can Do, Shine).

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Die Songs sind eine Mischung aus klassischem Punk, Folk, Country und manchmal auch etwas Americana. Grundsätzlich also eine Mixtur, die viel Wert auf runde Melodien und angenehme Rhythmen Wert legt. Und gerade da liegt der große Pluspunkt dieser LP. Ausfälle bietet All A Man Can Do so gut wie keine, dafür wird man hier fast nie so richtig vom Sessel gerissen. Dennoch sind auch respektable Momente Rick Barton als Songwriter der Band gelungen: Time überzeugt durch seine dramaturgisch intelligent eingespieltes und produziertes Songkonstrukt; Wrecking Ball könnten Bruce Springsteen und Bob Dylan nicht besser in Kooperation geschrieben haben; Downtown Lounge ist eine gekonnte Hommage an alte Punk-Helden wie z.B. den Ramones; Und Dogtown ist dank seines gleichermaßen coolen Arrangements und Textes schlicht und einfach gut.

Alles in allem bleibt also ein zum Teil ernüchterndes, trotzdem aber nicht enttäuschendes Album zurück. All A Man Can Do ist ein so dermaßen Durchschnitt, dass man es logischerweise auch nicht schlecht reden, oder es sich gar schlecht hören könnte. Wer sich aber live davon überzeugen möchte, kann das am 10.10.2013 in Wien (im Viper Room), am 18.10. in Graz (im Explosiv) oder am 19.10. in Vöklabruck (im OKH) tun. Man darf nämlich getrost annehmen, dass die Band und die Songs von All A Man Can Do besonders live gut rüberkommen!

Continental – All A Man Can Do

Für Fans von: Bruce Spirngsteen, Dropkick Murphys, Bob Dylan
East Grand Record Co./Flix Records
VÖ: 17.07.2012
Gesehen um 9,89 €

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Bernd Eger
Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at
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