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Crystal Fighters – Cave Rave

Crystal Fighters – Cave Rave

Das zweite Album ist immer das schwierigste, wenn man mit seinem Debüt so hohe Wellen geschlagen hat. Dieser Herausforderung mussten sich auch die Crystal Fighters stellen. Ihr Erstling Star Of Love wurde gehypt, bis zum geht nicht mehr. Und das zu Recht. Der Kontrast aus Electronic mit traditionellen baskischen Instrumenten, bei denen alleine schon die richtige Aussprache problematisch ist, wie das Blasinstrument Txistu oder das Xylophonartige Txalaparta. Der Sound war neu, einzigartig, experimentell, clubtauglich, tanzbar und holte sommerliches Feeling in jede Stube, auch wenn der Release erst im Herbst war.

Crystal Fighters

Crystal Fighters

Um diesen Mix noch mal zu schaffen, zogen sich die Crystal Fighters für zwei Monate in den baskischen Hügeln zurück – ihrer spirituellen Heimat, wenngleich die Musiker eigentlich in London wohnen. Produziert wurden Cave Rave in Los Angeles von niemand Geringerem als Justin Meldal-Johnson, der auch kürzlich erst das neue Album von Paramore produziert hat und auch gerne als Bassist mit Trent Reznor oder Beck auf Tour geht. Das heißt, die Voraussetzungen für ein weiteres sensationelles Album waren gegeben.

Alleine schon die erste Singleauskopplung You And I klingt schon nach dem fröhlichen, klassischen, verträumten Stil der Crystal Fighters, der genau ihren Charme ausmacht. Für viele Zuhörer stand der Sommerhit 2013 bereits fest. Man kann bereits erahnen, dass das Songarrangement von Cave Rave eher in Richtung Disco geht. Davon wird man auch nicht enttäuscht, denn tatsächlich sind auf dem neuen Album schnellere Rhythmen und mehr electronic-lastige Songs. Die Drums sind stärker spürbar und die Tracks klingen sauberer, als auf dem Erstlingswerk.

Crystal Fighters - Cave Rave

Crystal FightersCave Rave

Doch genau das ist auch der Grund, warum Cave Rave nicht mit Star Of Love mithalten kann. Das Album ist überproduziert und zu poppig für die Crystal Fighters. Die Songs sind fast alle gleich aufgebaut und nach dem klassischen Erfolgspatent produziert. Das macht Cave Rave sehr schnell langweilig. Es fehlen experimentelle und gewagte Hits wie I Love London oder XTatic Truth. Auch die Good-Mood-Songs des neuen Albums gehen unter, wenn man sie mit dem Geniestreich Plage vom ersten Album vergleicht.

Es war ein verdammt schwieriges Unterfangen, ihr Debüt Star Of Love zu übertreffen. Die Crystal Fighters haben sehr hoch gezielt und leider auch knapp verfehlt. Trotzdem ist Cave Rave ein sehr solides Gute-Laune-Pop-Album. Kein einziger Song davon ist schlecht. Ganz im Gegenteil. Doch wie bei den meisten Standard-Popalben, hat man sich auch relativ bald davon abgehört. Reinhören zahlt sich aber definitiv aus.

Crystal Fighters – Cave Rave

Für Fans von: MGMT, Empire Of The Sun
Pias
VÖ: 24. Mai 2013
Gesehen um 12,99 EUR

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One Comment
  • Michael N.

    Also bei mir stellt sich eigentlich eher der gegenteilige Effekt ein, je öfter ich das Album höre, desto besser und vielseitiger finde ich es.