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Daft Punk – Random Access Memories

Daft Punk – Random Access Memories

Angesichts des vorangehenden Hypes, den der Release der ersten Singleauskopplung Get Lucky auslöste, waren die Erwartungen an Daft Punk’s neues Studioalbum Random Access Memories hoch. Verständlich, vergingen doch seit dem letzten Longplayer Human After All satte acht Jahre. Noch größer ist dann auch schließlich die Gefahr, enttäuscht zu werden.

Im Vorfeld zum Release wurde mit den ersten Teasern bald deutlich, dass die Franzosen mit dem neuen Werk in Richtung Funk und Disco gehen. Als die Trackliste samt Gastmusiker veröffentlicht wurde, schienen Namen wie Nile Rodgers auf, der als Gitarrist der Discoband Chic als Legende in diesem Bereich gilt. Mit Get Lucky wurde das Bild schließlich verfestigt und alle Augen richteten sich auf Daft Punk mit ihrem „neuen“ alten Sound.

Nun ist es endlich da und schon eine Weile auf gängigen Streaming-Portalen wie Spotify in voller Länge zu hören: Random Access Memories, das vierte Studioalbum von Daft Punk.

Die ersten beiden Songs Give Life Back to Music und The Game of Love leiten das Album mit eben diesen 80er Jahre Disco-Funk-Sound ein. Ersterer ist dabei ähnlich zu Get Lucky mit viel Funk und Vocoder-Stimmen. The Game of Love hingegen könnte der Soundtrack zu einer Sex-Szene in einem 80er Jahre Action Film sein. Beide hören sich aber nicht wirklich aufregend an.

In the beginning, I wanted to do an album with the sound of the 50s, the sound of the 60s, of the 70s and then have a sound of the future.

Das predigt der Altmeister und Erfinder des Synthesizer-Disco-Sounds, Giorgio Moroder, im – mit 9:04 Minuten – längsten Track des Albums Giorgio by Morodor. Autobiografisch erzählt er in dem Song die Geschichte, wie er zum Synthesizer-Sound kam. Untermalt wird diese Erzählung von Daft Punk zu aller erst im 80er Jahre Stil, dann mit Kick und Synthesizer. Schließlich endet das Ganze in einem fast schon orchestralischen Feuerwerk. Dieser Track ist auch jener, der beim ersten Durchhören von Random Access Memories am meisten heraussticht.

CD Cover "Random Accsess Memories" von Daft Punk

Im weiteren Verlauf des Albums wechselt sich die Stimmung dann leider viel zu oft. Tracks wie Within, bei dem Piano-Whiz-Kid Chilly Gonzales federführend beteiligt war, oder Beyond, welches mit einem fulminanten Intro einsteigt, aber dann leider total abfällt, ziehen die Stimmung nach unten. Nur zwischendurch kommt mit Instant Crush, bei dem Julian Casablancas mitwirkte, Lose Yourself to Dance, dem zweiten Song am Album mit Pharrell Williams, und der erweiterten Version von Get Lucky wieder etwas Schwung rein, doch wirklich überzeugt wird man dann doch nicht. Das ändert sich vielleicht nach mehrmaligem Anhören.

Der rein instrumentale Song Motherboard klingt dann wie der Song eines Konzept-Albums und ist mit zackigen Drums, futuristischem Arpeggio und epischen Streichern sicherlich eines der interessantesten Stücke des Albums, passt aber auch irgendwie nicht so richtig in das Gesamtbild.

Der vorletzte Track Doin‘ It Right fällt aufgrund des Gesangs von Animal Collective’s Panda Bear auf, welcher dem simpel aufgebauten Track mit den Daft Punk typischen Vocoder-Stimmen Substanz verleiht.
Für ein energisches Ende sorgt dann schließlich das futuristische Contact, welches sicherlich zu den Highlights auf Random Access Memories gehört. Mit Synthesizer und Kirchenorgel baut sich Song auf und fühlt sich dabei  wie ein immer schneller werdendes Raumschiff an, welches nahezu Lichtgeschwindigkeit erreicht.

Die hohen Erwartungen kann Random Access Memories leider nicht erfüllen. An manchen Stellen wirkt es viel zu träge und der Funk(e) springt nicht so richtig über. Nach den ersten paar Hör-Iterationen ergibt sich einfach (noch) kein Gesamtbild, aber möglicherweise haben der eine oder andere Track Grower-Potential. Mit Giorgio by Morodor, Motherboard, Doin‘ it Right und Contact gibt es aber klare Highlights, die sofort herausstechen und das Album auf jeden Fall hörenswert machen. Für jene, die sich ein für die Franzosen typisches EDM-Album erwarten, sei jedoch Vorsicht geboten: Ein One More Time oder ein Around the World findet man auf dem Album nicht.

Daft Punk – „Random Access Memories“

Für Fans von: 80er Funk und Disco
Smi Col (Sony Music)
VÖ: 17.05.2013
Gesehen um €12,99

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