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Dance Gavin Dance – Aera Wien

Dance Gavin Dance – Aera Wien

Kurz vor 20 Uhr betrat die Wiener Band Everyday Experiment als Opener an diesem Abend die Bühne. Alle fünf Mitglieder der erst 2011 gegründeten Hardcore-Gruppe schienen sich wohlzufühlen und genossen ihren Auftritt. Frontfrau Lisa Rodlbauer war an diesem Abend die einzige Dame und machte ihre Sache gut. Jedoch wurde ihre Stimme teilweise von den lauten Gitarren- und Schlagzeugsounds übertönt und ging in dem musikalischen Getöse unter. Die gut gemeinten Animationsversuche der Band wurden zu diesem Zeitpunkt eher belächelt als beherzigt, und somit wurde aus einer Wall of Death eine dreimannstarke Wall of Love.

Bis auf den Mainact Dance Gavin Dance hielten sich alle Bands strikt an ihr 30-minütiges Set, und somit war es nach einer halben Stunde auch schon Zeit für die Nächsten. Die Briten Climates waren an der Reihe, die von Beginn an mehr Bewegung ins Spiel brachten – sowohl auf der Bühne als auch im Publikum. Mit einer kraftvollen Performance von Frontmann Wes Thompson wurde den Fans eine sehr gute Show geboten, wenn auch das Publikum insgesamt noch etwas steif war.

Wie am Fließband ging es nach einer kurzen Umbaupause auch schon mit der ebenfalls aus England stammenden Band The Elijah weiter. Mit eigenen Logo-Aufstellern, einer Beamer-Lichtshow und Stroboskop-Blitzlicht gab der gesamte Auftritt optisch einiges her. Durch die Verwendung von sehr melodischen Samples, wurde ein mächtiger Sound kreiert, der den gesamten Raum erfüllte. Die starken, klaren Gesangsteile des Gitarristen setzten dem Ganzen noch eines drauf. Leider gab es nach dem zweiten Song technische Probleme mit dem Sample, wodurch die Show etwas ins Stocken geriet. Beim letzten Song schien wieder irgendwas schief zu laufen, auch wenn im Publikum nicht unbedingt klar war was genau. Die Band wirkte ziemlich genervt, als sie daraufhin relativ schnell die Bühne verließ.

Mit The Elijah schien auch das schon von Beginn an nicht sehr zahlreich erschienene Publikum zu schwinden. Lediglich die ersten vier bis fünf Reihen waren noch aufgefüllt, der restliche Raum hatte sich schon geleert.

Nun war es aber Zeit für Closure in Moscow, die im Vergleich zu den Anderen die wohl poppigste Band des Abends. Aber nicht nur bezüglich des Sounds fielen sie aus der Reihe, sondern auch optisch war vor allem Sänger Christopher de Cinque ein Hingucker. Grünliche, längere Haare, ein weißes Rüschenhemd und ein rosa-blau-pink gemustertes Sakko – was braucht man mehr auf einem Hardcore-Konzert! Durch verrückte Bewegungen, zuckende Gesichtsausdrücke und witzige Ansagen hatten sie sofort die Sympathien der Leute auf ihrer Seite. Closure in Moscow haben beeindruckend gezeigt, dass sie völlig ohne Screams oder Growls auch so ein Publikum überzeugen können.

Um Punkt 23 Uhr war es endlich an der Zeit für Dance Gavin Dance. Den Auftakt machten sie direkt mit Alex English. Die Perfomance von Tilian Pearson, der erst seit 2012 offizielles Mitglied ist und seitdem die klaren Vocals übernimmt, war sehr souverän. Da Dance Gavin Dance 2013 noch ein neues Album veröffentlichen werden und derzeit im Mastering-Prozess stecken, ließen sie es sich nicht nehmen, bereits neue Songs zu präsentieren. Dieser kleine Vorgeschmack machte durchaus Lust auf mehr. Nach gut 40 Minuten – inklusive einer Zugabe – war der Auftritt beendet und das Publikum sich und seinem Tinnitus selbst überlassen.

Leider waren den ganzen Abend die Stimmen der Sänger etwas zu leise , die Instrumente dafür aber umso lauter. Richtig Stimmung kam im Publikum auch nicht auf, wie man es von anderen Hardcore-Konzerten gewohnt ist. Die Bands selbst haben aber sehr gute Leistungen gezeigt und trotzdem einen gelungenen Abend daraus gemacht.

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