Home   /   Movies  /   Das hält kein Jahr – Filmkritik

Das hält kein Jahr – Filmkritik

Das hält kein Jahr – Filmkritik

Zugegeben, die Liste der Beteiligten klingt verlockend: Drehbuchautor Dan Mazer, der Mann hinter Ali G und Brüno, versucht sich an einer romantischen Komödie. Für sein Debut als Regisseur hat er sich die Rom-Com Größen Tim Bevan und Eric Fellner (Bridget Jones, Tatsächlich … Liebe) mit ins Boot geholt. Und ja, das Ergebnis lässt beide Seiten klar durchblicken. Doch was kommt dabei heraus, wenn ein modernes Märchen mit modrigem Humor unter der Gürtellinie daherkommt, und macht die Mischung auch Spaß? Oder anders gefragt: ob ein Tschisi mit Knoblauchsauce wirklich das Wahre ist?

Das_haelt_kein_Jahr_02

Und täglich grüßt das Murmeltier …

Erfolgreiche romantische Komödien sind – trotz aller möglicher Variationen – sehr einfach gestrickt und verfolgen ein bestimmtes Schema, welches vermutlich seit Menschengedenken existiert:

  1. Zwei Menschen treffen aufeinander (optional: hassen einander zuerst ) und verlieben sich Hals über Kopf
  2. Wilde Turbulenzen lassen den Fortbestand der Beziehung unmöglich erscheinen
  3. Friede, Freude, Eierkuchen

„Das hält kein Jahr“ rollt die Sache von hinten auf und beginnt beim happy end. Vor dem Traualtar geben sich Karrierefrau Nat (Rose Byrne) und „Schriftsteller“ Josh (Rafe Spall) das Ja-Wort. Doch dann bekommen die beiden im ersten Jahr ihrer Ehe mit: Sie passen überhaupt nicht zueinander! Während Nat sich über offene Klodeckel und volle Mülleimer ärgert, prokrastiniert Josh inspirationslos seinem zweiten Roman entgegen. Ärger ist also vorprogrammiert, noch dazu stehen die beiden im ständigen Kritik- und Ratschlaghagel von Schwiegereltern und Besserwisser-Freunden. Allen Unstimmigkeiten zum Trotz sind die beiden Protagonisten entschlossene Kämpfer. Um den jeweils anderen nicht zu enttäuschen, kommt das Aufgeben der gemeinsamen Ehe nicht infrage. Doch ob sie bei einer sarkastisch–frustrierten Paartherapeuthin an der richtigen Adresse sind?

Das_haelt_kein_Jahr_03

Nachdem die Phasen 3 (Friede, Freude, Eierkuchen) und 2 (Troubles) vorerst abgeschlossen sind, tritt nun logischerweise Punkt 1 in Kraft: Der Gentleman Guy (Simon Baker) tritt auf Nats Bildfläche und umwirbt sie mit allen Mitteln. Dabei stößt er keinesfalls auf unfruchtbaren Boden. Um der Symmetrie willen wird Josh indessen von seiner Vergangenheit eingeholt, und die kommt in Form seiner Ex-Freundin Chloe (Anna Faris). Und jetzt wird es richtig spannend! Können Josh und Nat ihre Ehe retten? Muss der Zuseher ein weiteres Mal Phase 2 durchleben? Und vor allem: Landen wir am Ende wieder beim Eierkuchen?

Resumée

Gute Filme haben alle eines gemeinsam: Man liebt sie – oder man hasst sie. Auf jeden Fall berühren sie den Zuseher nachhaltig. Doch was, wenn das Ende ein müdes Schulterzucken, bestenfalls ein Augenrollen, verursacht? Dann hat man es meist mit Filmen zu tun, die sich nicht entscheiden können. „Das hält kein Jahr“ gehört leider dazu. Die mancherorts aufkommende romantische Stimmung wird gekonnt durch niveaulose Witze abgekühlt; jede aufkeimende Sympathie für die Hauptdarsteller durch übertriebe Slapstick-Passagen auf die Probe gestellt. Was bei Brüno und Co. so tadellos funktioniert, ist hier eindeutig im falschen Film.

Das_haelt_kein_Jahr_04

Positiv fällt „Das hält kein Jahr“ immerhin durch den Cast auf. Rose Byrne mimt überzeugend die karriereverliebte Traumfrau, außen hart, innen zart. Auch Simon Baker wird seiner Rolle als schleimiger, aber gutaussehender Kavalier gerecht. Daneben verkörpern Rafe Spall und Anna Faris realitätsnähere Charaktere. Eine hervorragende Performance liefert Stephen Merchant, der als bester Freund nicht unsympathischer und taktloser sein könnte. Alle anderen Parameter – Musik, Drehbuch, Regie – fallen leider unspektakulär bis mittelmäßig aus.

Was bleibt also unter dem Strich? Einige halbherzige Lacher. Ein lauwarmes Gefühl. Das stets holprige Auf-und-Ab hinterlässt eher Fragezeichen als Entspannung. Nicht Fisch, nicht Fleisch, was soll man dazu sagen … vielleicht hilft eine bildhafte Umschreibung: „Das hält kein Jahr“ fühlt sich an, als würde man auf weichen Pölstern gebettet den Sonnenuntergang beobachten, um dann in regelmäßigen Abständen von einem tyrannischen Kleinkind mit einer Vuvuzela hinter den Ohren gekitzelt zu werden.

Das_haelt_kein_Jahr_05

Das hält kein Jahr

Kinostart: 19. April 2013
Regie & Drehbuch: Dan Mazer
Cast: Rose Bryne, Rafe Spall, Simon Baker, Anna Faris
Land: USA
Dauer: 97 Minuten
Trailer auf youtube
Für Fans von: britischem Humor

Home   /   Movies  /   Das hält kein Jahr – Filmkritik

Tags

Related Article