Home   /   CD Reviews  /  Musik  /   David Bowie – The Next Day

David Bowie – The Next Day

David Bowie – The Next Day

Die ganz großen Comebacks kündigen sich im Normalfall über einen längeren Zeitraum an. Dort werden Medien gezielt mit Informationen gefüttert, da lecken erste Aufnahmen ins WWW. Man hört es immer wieder, dass es bald geschehen wird, ja sogar muss. David Bowie machte das genaue Gegenteil. Entgegen aller Regeln des Musikbusiness, entgegen aller Erwartungen, kündigte er ohne Vorabtamtam sein erstes Album seit dem 2003 erschienen „Reality“ mit dem Song „Where Are We Now“ an, es sollte der beste Song seines Comeback-Albums bleiben.

Aber zurück zum Anfang des Albums,David Bowie startet energisch mit dem titelgebenden „The Next Day“, wird nachdenklicher, spaziert förmlich an seiner Berlin-Trilogie – „Low“, „Heroes“, „Lodger“ – vorbei. Manchmal hat man beinahe den Eindruck, als würde er mit seinem jüngeren Ich diesen Spaziergang begehen, vorbei an Monumenten vergangener Tage – Bowie lässt eine seiner vielen Glanzzeiten punktgenau Revue passieren.

CD Cover "The Next Day" von David

Es zeugt von enormer Größe, diesen Schritt zu wagen. Ende der 90er und Anfang der 00er Jahre war Bowie keinesfalls mehr der Unfehlbare im Geschäft, der er einst gewesen war. Jetzt tritt er den Schritt selbst zurück und liefert sich selbst im Museum ab. Davon zeugt auch das Cover, sein 1977 erschienenes „Heroes“ wird schlicht mit einem Sticker in die Neuzeit befördert.

Was am Ende zurückbleibt ist nicht nur der Nachhall von David Bowies Karriere, sondern auch ein überaus stimmiges Album. Den Pop neu definieren wollte er kein zweites Mal, dafür ist „The Next Day“ ein mit etwas Wehmut besungener Abschied. Sollte dies Bowies letztes Album gewesen sein, es wäre ein würdiger Abschluss.

Bandname – „Albumname“

Für Fans von: Depeche Mode
Sony Music
VÖ: 08.03.2013
Gesehen um €12,98

Home   /   CD Reviews  /  Musik  /   David Bowie – The Next Day

Tags

Daniel Kubera
“Life has improved immeasurably since I have been forced to stop taking it seriously.” - Hunter S. Thompson
Related Article