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Depeche Mode – Delta Machine

Depeche Mode – Delta Machine

Depeche Mode sind zurück. Und damit ist nicht „zurück“ im Sinne von einem Comeback gemeint, denn vier Jahre ist der normale Albenrhythmus der Briten. Nein, mit „zurück“ ist die alte Stärke von Depeche Mode gemeint. Denn das Album geht eher in Richtung „Violator“ und „Exciter“, als in Richtung des schwer enttäuschenden Vorgängers „Sounds Of The Universe“, wovon sich gerade mal „Wrong“ als gute Nummer entpuppte.

Depeche Mode: Martin L. Gore, Andrew Fletcher, Dave Gahan

Depeche Mode: Martin Gore, Andrew Fletcher, Dave Gahan

Das Einzige was „Delta Machine“ mit „Sounds Of The Universe“ gemeinsam hat, ist, dass Frontmann Dave Gahan wieder drei von 13 Songs auf dem regulären Album selber geschrieben hat. Und das macht er auch gut. Wer sich die Deluxe Edition beschafft, kommt in den Genuss von insgesamt vier weiteren Tracks, von denen wiederum drei von Gahan sind. Endlich wurde von Martin Gore die Begabung seines Kollegen entdeckt und er lässt dem Sänger auch mal seine Freiheiten. „Long Time Lie“, der Opener auf der zweiten CD ist sogar ein Werk von Gore und Gahan, was es ja doch zuvor noch nie gab.

Textlich und stimmungsmäßig orientiert sich „Delta Machine“ an den klassischen Depeche Mode Themen: Sex, Trauer, Leiden, Tod, verwelkte Liebe, Glaube, und so weiter. Da hat sich nicht viel verändert. Warum auch? Funktioniert gut, klingt gut und hört man als Depeche Mode Fan auch gerne. Man nehme zum Beispiel die erste Singleauskopplung „Heaven“. Dave Gahan singt in diesem Downtempo Track über das Zerfallen zu Staub. Selten erst wurde das Sterben so schön besungen. Oder die zweite Single „Soothe My Single“, in der sich Gahan als Sexhungrigen gibt.

Aber fangen wir mal mit „Welcome To My World“, dem ersten Song auf „Delta Machine“ an: In den ersten Sekunden des Albums, besteht fast Verwechslungsgefahr mit Nine Inch Nails. Erst als man Gahans Stimme vernimmt, weiß man, dass da doch eine Depeche Mode Platte rotiert. Ähnlich düster geht es mit „Angel“ weiter. Hier werden wilde Synthiesounds in die Ohren des Zuhörers geprügelt. Eine etwas (sowohl gesanglich als auch musikalisch) ungewöhnliche Härte findet man auf dem 13. Studioalbum des Trios aus England. „Secret To The End“ handelt von einer verflossenen Liebe und stammt aus der Feder Gahans und der Hörer findet sich noch immer in der düsteren Blues-Synth-Pop Welt, in die er mit dem Opener geladen wurde.

„My Little Universe“ passt irgendwie so gar nicht auf das Album und wäre wahrscheinlich besser auf „King of Limbs“ von Radiohead aufgehoben. Bei „Slow“ ist der Name Programm, während im Hintergrund ein klassischer Gore-Riff erklingt. „Broken“ wiederum ist als ganzes ein klassischer Depeche Mode Song. Von Anfang bis Ende. Genau so klangen sie auch schon vor 20 Jahren. Und genau das ist das Faszinierende an „Delta Machine“: Einerseits hat sich der Sound und die Band stark weiterentwickelt, aber trotzdem ihren eigenen Stil und Charme behalten. Und so geht es mit „The Child Inside“ auch weiter. Nahezu alle Songs, die von Martin L. Gore gesungen werden, klingen gleich. Ganz egal von welchem Album. Minimalistische Musik mit Gores fragiler Stimme im Vordergrund. Fertig. Next Song.

Depeche Mode - Delta Machine

„Soft Touch/Raw Nerve“ ist wohl eher im Bereich des „New Wave“ einzuordnen, was aber auf keinen Fall als Kritik zu verstehen ist. Der nächste Song „Should Be Higher“ ist wieder von Dave Gahan und in gewohnter 90er Depeche Mode Manier. „Alone“ ist einer der wenigen schwächeren Songs auf „Delta Machine“. Das Album wird letztendlich mit dem faszinierenden „Goodbye“ beendet.

„Delta Machine“ hat zwar hier und da ein paar Schwachstellen, ist aber wahrscheinlich bis jetzt das stärkste Depeche Mode Album in diesem Jahrtausend. Leider fehlen wieder Hits, die einem gleich beim ersten Hören im Ohr stecken bleiben, doch das Album ist als Gesamtwerk einfach grandios und lässt Hoffnung in jedem Fan aufkommen, nachdem die meisten von dem Vorgänger so schwer enttäuscht wurden.

Depeche Mode – „Delta Machine“

Für Fans von: Electro-Synth-Blues-Pop
Sony Music
VÖ: 22. 03. 2013
Gesehen um €12,90

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