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Der große Gatsby – Filmkritik

Der große Gatsby – Filmkritik

Zugegeben, den zugrunde liegenden Roman von F. Scott Fitzgerald, der allgemein als Klassiker gilt und eigentlich in keinem Bücherregal fehlen sollte, habe ich erst vor Kurzem das erste Mal gelesen, als ich auf die Neuverfilmung aufmerksam wurde. Fast immer heißt es bei Literaturverfilmungen, man soll zuerst das Buch lesen und sich dann den Film ansehen, was bei mir meistens eher umgekehrt war.

Doch gerade bei einem Klassiker dieser Größenordnung, der mittlerweile schon zum fünften Mal auf die Leinwand gebracht wird (die wichtigste Verfilmung war wohl Jack Clayton’s Version mit Robert Redford), war es fast obligatorisch, den Roman vorher zu lesen.

©2013 BAZMARK FILM III PTY LIMITED

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Kurz zur Geschichte: Mitten im goldenen Jahrzehnt der Roaring 20s lebt Nick Carraway, Aktienmakler und im Film Möchtegern-Autor, im fiktiven West Egg auf Long Island, direkt neben dem Anwesen vom mysteriösen Jay Gatsby, einem neureichen Kriegsveteran, der in ganz New York aufgrund seiner überdimensionierten Parties bekannt ist und über den dennoch niemand etwas weiß.

Nick’s Cousine Daisy, zu der er eine sehr enge Beziehung pflegt, ist verheiratet mit dem Millionär Tom Buchanan und lebt gleich gegenüber von West Egg, auf der anderen Seite der Bucht. Als Nick schließlich einmal zu einer dieser Parties von Gatsby eingeladen wird, wird er in eine packende Liebesgeschichte zwischen Daisy und Gatsby hineingezogen. Die Beiden waren fünf Jahre zuvor ein Liebespaar, doch dann musste der damals  arme Gatsby in den Krieg ziehen und Daisy heiratete schließlich Tom Buchanan. Fünf Jahre später ist das einzige Ziel von Gatsby, die Vergangenheit wieder zurückzuholen und mit Daisy wieder vereint zu sein.

©2013 BAZMARK FILM III PTY LIMITED

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Der australische Regisseur Baz Luhrmann, verantwortlich für die Filme Moulin Rouge und Romeo+Juliet, hat sich nun dieser Geschichte angenommen und seine Sicht der Dinge auf die Leinwand gebracht. Bekannt für Luhrmann, werden in diesem Film wieder klassische Elemente mit modernem Pop vermischt und auf visuell doch sehr eindrucksvolle Weise in Szene gesetzt.

Nicht nur die Parties voller Swing und Champagner, auch die Darstellung vom New York der 20iger Jahre wirkt durch diese Mischung sehr märchenhaft und fast schon paradiesartig. Mit visueller Wucht wird man in fast jeder Szene überwältigt, besonders wenn man sich das ganze Spektaktel in 3D zu Gemüte führt. Hin und wieder wirken die merkbar animierten Kamerafahrten dann doch ein bisschen nervig.

©2013 BAZMARK FILM III PTY LIMITED

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Es sei wohl jedem Selbst überlassen, sich eine Meinung vom Soundtrack zu machen. Mit modernen Größen wie Jay Z, Lana Del Rey, Jack White und The XX ist dieser ziemlich durchgemischt und vielleicht nicht jedermanns Vorstellung von einem 20iger Jahre Filmsoundtrack. Hinzu kommt, dass manche Songs, den im Film leider oft aufkommenden Kitsch begünstigen.

Dieser Kitsch – im Buch kaum tragend, im Film jedoch sehr – ist aber nicht das Einzige, was den Film schwächt. Die Darstellung von Tobey Maguire passt nicht unbedingt auf das, was man sich vom Nick Carraway aus dem Buch erwartet und auch den Ich-Erzähler bekommt er nicht ganz glaubhaft auf die Reihe. Hingegen ist die Leistung von DiCaprio wieder mal sehr gelungen, und ist sicher der Hauptgrund, warum man sich diesen Film überhaupt ansehen sollte.

Im Großen und Ganzen ist diese Verfilmung von The Great Gatsby sicherlich eine nette Abendunterhaltung. Leider nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wer auf Moulin Rouge steht und sich auch von hin und wieder auftretendem Kitsch nicht abschrecken lässt, wird sich sicherlich gut unterhalten im Film und mit einem meisterhaften DiCaprio-Schauspiel belohnt.

Ganz prinzipiell ist es jedoch empfehlenswert, vorher den Roman zu lesen, um sich der Geschichte in reiner Form voll und ganz hingeben zu können, bevor man von Luhrmann eine mit Pop und CGI gewürzte Version serviert bekommt.

Der große Gatsby

Kinostart: 16. Mai 2013
Regisseur: Baz Luhrmann
Cast: Leonardo DiCaprio, Carry Mulligan, Tobey Maguire
Land: USA
Dauer: 143 Minuten
Filmverleih: Warner Bros
Film Website
Für Fans von: Moulin Rouge

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