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Editors – The Weight Of Your Love

Editors – The Weight Of Your Love

Nach mehreren Nummer Eins-Alben, goldenen Schallplatten und gigantischen Festival-Gigs haben sich die Editors (Facebook) mittlerweile selbst aus der Position eines Indie-Geheimtipps katapultiert. Naturgemäß wächst dadurch auch die Erwartungshaltung an ihr inzwischen viertes Studio-Album The Weight Of Your Love. Vor allem, da die Band auf ihren bisherigen drei Alben ihren Sound von Mal zu Mal variierte, und auch diesmal im Vorhinein bekannt gab, dass die Songs auf eine völlig neue Art und Weise arrangiert wurden, lässt die Fans vor Spannung zittern.

A Ton Of Love wurde vorab als erste Single veröffentlicht, die als Song zwar absolut überzeugend ist, aber so stark nach den Post Punk-Gründervätern Joy Division klingt, dass man bei einer Blindprobe ins Schwitzen kommen könnte. Es gibt ja absolut nichts Negatives daran, einen Song zu schreiben, der Avancen eines Vorbilds zeigt – vor allem dann, wenn es, wie in diesem Fall, ein wirklich ausgezeichnetes Lied ist – aber in diesen Ausmaßen wirkt es fast schon ein wenig irritierend. Abgesehen davon erinnert A Ton Of Love mit breiten, sich in Hallfahnen verlierenden Gitarren wieder eher an den Sound von An End Has A Start, dem zweiten Album der Band.

Wie man es von ihren vorherigen Werken gewohnt ist, zieht sich auch auf The Weight Of Your Love eine gewisse Grundstimmung durch das gesamte Album. Charakteristische Merkmale dieser Atmosphäre weisen schon die ersten beiden Songs der CD, The Weight und Sugar, zu Genüge auf. Getragen werden die Lieder meist von melodisch einfach gehaltenen, aber dafür umso mächtiger klingenden Gitarrenspuren oder, in einigen Fällen, auch von vorantreibenden Basslinien. Das wichtigste und herausstehende Element der Editors ist und bleibt jedoch Sänger Tom Smiths außergewöhnliche Stimme. Die dermaßen emotional behafteten, mitreißenden Gesangsperformances suchen derzeit in der Alternative-Szene ihres Gleichen!

Als Ausnahme von der Regel präsentiert sich Nothing, eine zur Gänze von Orchester begleitete Ballade. Auch hier kann Quintett aus Birmingham glänzen – allerdings bewegt sich der über fünf Minuten dauernde Song nahe an der Grenze zur Langatmigkeit. Danach stehen mit Formaldehyde und Hyena dafür zwei Power-Singles am Programm, die den Zuhörer wieder auf den Boden grundsoliden Rocks holen.

EditorsThe Weight Of Your Love

An vorletzter Stelle des Albums steht, an viel zu versteckter Position, eine der womöglich stärksten Nummern der CD. The Phone Book besticht als ruhiger Song mit wunderschönem, beinah anschlagslosem Kickdrum-Sound und einer schönen Gitarren-Hookline, die die Aufmerksamkeit subtil auf sich zieht, während Sänger Tom Smith lang-gehaltene Töne über den Refrain singt.

Die Editors haben sich mit The Weight Of Your Love wieder einen Schritt weit weg von In This Light And On This Evening und hin zu And End Has A Start bewegt – jedoch ohne dieses ein zweites Mal aufzunehmen. Wie sie selbst ankündigten, folgt ihr neuestes Machwerk zwar unverkennbar ihrem Stil, klingt aber auch anders als ihre bisherigen CDs. Eine außergewöhnlich starke Hit-Single sucht man zwar vergebens, als Editors-Fan wird man sich dennoch am liebsten mit den elf neuen Songs wochenlang auf eine einsame Insel wünschen. Denn auch wenn sich die Band aus Birmingham gerne laufend selbst neu erfindet, haben sie sich damit bis jetzt noch nie einen Fehltritt geleistet – so auch nicht auf The Weight Of Your Love.

Editors – The Weight Of Your Love

Für Fans von: InterpolThe NationalWhite Lies, Joy Division
Play It Again Sam
VÖ: 01.07.2013
Gesehen um €9,99

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