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Eels – Gasometer

Eels – Gasometer

Spärlich gefüllt warteten die Zuseher auf den angekündigten Überraschungsakt. Es gab keinerlei Hinweise, um wen es sich dabei handeln könnte. Aus dem Nichts erscheint ein Riesen-Clown, der einen unkonventionellen Weg auf die Bühne ausgesucht hat. Langsam aber zielstrebig begibt er sich durch die Menge, über die Absperrung und danach auf die Bühne. Es war eine kurze Performance mit fünf Liedern, die einen tristen Eindruck hinterließen, allerdings konnte Puddles Pity Party mit seiner voluminösen Stimme das Publikum überzeugen und so wie er gekommen ist, verließ er auf gleicherweise die Bühne.

Puddles Pity Party live im Gasometer

© Yavuz Odabas

Die Offizielle Vorband Nicole Atkins begann mit „Maybe Tonight“ ihre kurze aber feine Setlist zu präsentieren. Alleine stand sie vor der ungeduldigen Menge, die sehnsüchtig auf Eels (Homepage) warteten. Demnach wurde ihr nicht die angemessene Beachtung geschenkt. Es hatte eher den Anschein, als wäre Nicole Atkins lediglich eine Hintergrundmusik. Dessen unbeeindruckt, ließ sie sich nicht davon ablenken und perfromte ihre bekannten Hits wie „The Way It Is“ und „Neptune City“.

© Yavuz Odabas

© Yavuz Odabas

Bluesrock im Gasometer

Wes Andersen Filmuniversum trifft auf den coenschen (Lebowski-) Dude, der Vollbart kreuzt sich mit dem Trainingsanzug und die schwarze Sonnenbrille ist auch im Dunklen obligatorisch. So könnte man den Auftritt der Eels im gut besuchten Wiener Gasometer wohl beschreiben. Doch neben diesen optischen Leckerbissen gab es natürlich auch Musikalische zu genießen bei diesem Auftritt von Mr. E und seiner Band im Rahmen der Tour zu ihrem aktuellen Album „Wonderful, Glorious“.

Gut gelaunt und Apfelstrudel essend gaben die Eels eine mit bluesigen Untertönen versetzte Rockshow zum Besten, die sich hauptsächlich auf das neue Songmaterial stützte. Ein wenig Altbekanntes aus der Schaffensperiode der letzten Dekade wurde auch dargeboten, das melancholische Frühwerk wurde diesmal jedoch nicht ausgepackt.

© Yavuz Odabas

© Yavuz Odabas

Mit dem „Nobody listens to the whispering fool“ des Openers „Bombs Away“ war auch schon die Richtung des Abends vorgegeben. Die durchwegs bluesrockigen Nummern wurden, abgesehen von der komischen Durchsetzung, nur selten von melodiöseren Nummern, wie etwa „Mr. E’s Beautiful Blues“ oder der Coverversion von „Itchycoo Park“ von den Small Faces durchbrochen. So kann man jedenfalls konstatieren, dass ein gewisses Tempo durchgehalten wurde. Die Nachdenklichkeit des vom Schicksal gebeutelten Mr. E, so scheint es, ist inzwischen der guten Laune gewichen. Ein bisschen mehr Einfühlsamkeit und weniger Party-Rock hätte man sich doch zumindest erhoffen dürfen.

Doch zur neuen Spaßigkeit passt es auch, dass Eels (Homepage) samt Clown und Tänzern nach Angehen der Lichter für eine kleine Menge Verbliebener erneut auf die Bühne zurückkehrte und dem Schabernack mit einer allerletzten Zugabe noch die Krone aufsetzte.

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