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Effi im Interview

Effi im Interview

Du hast mit deinem ersten Album „Astronaut“ einiges vorgelegt. Am 8. März erscheint dein neues Album „Closer“. Bist du deshalb schon aufgeregt oder nervös, dass es mit dem ersten Schritt halten kann?
Leistungsdruck in dem Sinn verspüre ich überhaupt nicht. Was mir mehr zu schaffen macht, ist da schon der eigene Druck, der Persönliche. Das Ganze zu toppen, war meine Erwartung und mein Ziel und das war der Leistungsdruck, mit dem ich mich abfinden musste. Aber ich bin für mich jetzt mal zufrieden, was die Leute dann dazu sagen, weiß ich nicht. Ich bin eher schon gespannt, das ist weniger Druck sondern mehr eine gewisse Vorfreude.

Was können sich deine Fans von dem neuen Album erwarten?
Das Album ist breiter als das Erste, ein sozusagen eklektisches Werk. Das ist ein sehr schöner Begriff, der heutzutage im Pop ja schon immer so vorkommt. Viele gemischte Stile sind einfach wieder eingebunden und vom Sound her ist es bei bestimmten Nummern ziemlich treu zu „Astronaut“, aber nicht immer. Produktionstechnisch ist es ein bisschen aufwändiger. Wir hatten mehr Zeit, um genau zu überlegen, wie der Sound sein soll und vielleicht ist es auch deshalb einfach ein bisschen reifer. Also wie gesagt, einerseits reifer und breiter, aber andererseits schließt es am ersten Album an.

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Effi Interview 2011

Du warst im letzten Jahr auch viel unterwegs, inklusive Deutschlandtour. Wann hast du dir effektiv Zeit für das Album genommen bzw. wie lange hast du an dem Album gearbeitet, bis es deiner Ansicht nach fertig war?
(lacht) Naja der Punkt, an dem man sagt, es ist fertig, kommt eigentlich nie. Ich könnte noch immer an manchen Dingen arbeiten. Angefangen daran zu arbeiten habe ich eigentlich parallel immer, das heißt, ich hab immer Songs geschrieben. Ich bin kein Mensch, der ein Album runterschreibt, weil er sich denkt „ja jetzt mach ich ein Album und jetzt schreib ich eins innerhalb eines halben Jahres“. Es ist einfach eine Sammlung an Songs, die gut passen und die im Endeffekt auch einen Sinn ergeben. Aus den 50 bis 60 neu geschriebenen Songs, vielleicht sind es sogar mehr, sucht man die raus, die passen und daraus macht man ein Album. Davon gehen wir dann aus, auch musiktechnisch und arrangementtechnisch, und dann irgendwann ist eine Deadline vom Management und dann muss man fertig sein (lacht).

50 bis 60 Songs innerhalb eines Jahres kann aber als sehr guter Output gesehen werden.
Ja das staut sich dann einfach so zusammen. Wie gesagt, ich schreibe ja eigentlich immer Songs und dann schau ich, was kommt, aneinander passt und auch irgendwie Reibung hat und einen schönen Kontrast ergeben könnte.

Gibt es irgendwas Bestimmtes, wo du selbst beim Hören des neuen Albums sagst, das hat dich auf der CD stark beeinflusst?
Also was man raus hört, ist, dass es einen swingigeren Einschlag als das letzte Album hat. Das liegt daran, dass ich selbst in letzter Zeit viel alte Musik gehört hab, also Musik aus den 50er Jahren. Allgemein ist es retrolastiger als das Erste, wobei ich ja vorher schon gesagt hatte, dass es eklektisch ist. Es sind auch moderne Elemente wie Elektronik eingebaut worden. Wirklich stark beeinflusst hat mich nichts Spezielles, aber so würde ich sagen, hauptsächlich die Musik der 50er Jahre.

Was man als Verbindung zum ersten Album schon klar sehen kann, ist wieder der kleine Raumfahrer. Was hat es mit dem Astronauten auf sich?
Schiach“ ausgedrückt ist es eine Altlast, die man mitschleppt – aber eine positive (lacht).Ich hab den jetzt auch auf dem neuen Album drauf, weil die Figur des Astronauten schon von der Geburtsstunde an dabei war. Der Raumfahrer ist einfach eine starke Figur und Persönlichkeit – oder eher ein starker Charakter, weil Persönlichkeit hat er ja in dem Sinne nicht (lacht). Er sollte einfach im neuen Album wieder irgendwie eingebaut werden.

Als Künstler in Österreich, was hältst du selbst von der heimischen Musikszene und würdest du etwas daran ändern, wenn es möglich wäre?
Also von den österreichischen Künstlern halte ich sehr viel, es ist eine sehr kreative und große Szene, die nach wie vor wächst, das ist irrsinnig schön. Auch die Fördermittel im nationalen Bereich sind sehr gut. Man kann sich total verwirklichen. Und man hat auch die Möglichkeit, wenn man Musik schreibt, dass es genug Anlaufstellen gibt, bei denen man Hilfe bekommen und dadurch schöne Produkte liefern kann. Andererseits muss ich sagen, dass der Exportmarkt  in Österreich gefördert werden sollte. Das Ziel sollte ja sein, aus Österreich rauszukommen, egal, um welche Band es geht. Die österreichische Musik und die Szenen und Landschaft nach außen zu tragen. Es gibt ein paar Versuche, das zu machen, aber im Großen und Ganzen sind die Fördermittel beschränkt.

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Effi Interview 2011

Mit dem neuen Album hast du ja von den Neujahrsvorsätzen für 2013 schon was geschafft. Gibt es sonst noch etwas auf deiner To-Do Liste, was in diesem Jahr noch gemacht werden muss?
Ich muss ehrlich gestehen, ich bin kein Vorsatz-Mensch. Ich versuche immer wieder jedes Jahr einen Vorsatz zu finden, aber es funktioniert schwer. Alle Leute rundherum machen immer Vorsätze, wie ich muss abnehmen, ich muss mehr Sport machen, ich hör jetzt auf zu rauchen oder so, aber ich hab das gar nicht.

Also alles perfekt und es gibt einfach keinen Grund dazu?
Nein darum geht’s nicht, aber ich will mir einfach keine Ziele setzen, solang ich die nicht auch erreiche. Also ich mach mir nicht an Silvester einen großen Jahresvorsatz, sondern eher viele kleine Vorsätze. Das Album gut live umzusetzen, das wäre jetzt zum Beispiel mein nächster Vorsatz. Dann die Leute damit zu beglücken und auch weiter an einem neuen Album arbeiten. Und dann einfach noch perfekter zu werden (lacht).

Zum Schluss noch eine Frage – du kennst ja wahrscheinlich die Serie „How I met your mother“ und die Figur Barney Stinson. Ein bekannter Ausspruch von ihm ist „New is always better“. Kannst du dem in deiner jetzigen Situation zustimmen?
Mhmm…mhmmm. Stimmt teilweise, kann aber auch nicht stimmen. Es ist immer schön, etwas Neues zu schaffen und das Alte hinter sich zu lassen. Das ist glaub ich die Quintessenz des Ganzen und dem stimme ich auch zu. Aber wenn man sich jetzt musikalisch ansieht, was so vor 50 oder 60 Jahren geleistet worden ist, dann muss man auch anerkennen, dass das großartig war und das vieles, was neu ist und nachkommt, nicht so gut ist. Vielleicht Geschmackssache, aber auch objektiv betrachtet kann man ja durchaus sehen, dass es Bands gab, die richtig gute Songs geschrieben haben und heutzutage gibt es Künstler, die vielleicht gleich erfolgreich sind, aber bei Weitem nicht so gute Songs schreiben. Ein zweischneidiges Schwert würde ich mal sagen.

Danke für das Interview! (Facebook)

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