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Farewell Dear Ghost – We Colour The Night

Farewell Dear Ghost – We Colour The Night

Völlig aus dem Nichts ist er erschienen und mit ihm eine gehörige Portion Pathos, die aber niemals störend wirkt. Und das ist gut so. Farewell Dear Ghost (Homepage) ist dort angekommen, wohin Phillip Szalay auf dem Weg war. Dass die beiden eine Person sind, macht das ganze nur noch schöner. We Colour The Night nennt sich das erste Album, zehn Songs stark und genau so gut, wie es uns die erste Single (Cool Blood) schon seit Juni angekündigt hat.

Das Album erzählt keine Geschichten, sondern Momente, die das Herz jedes Pessimisten mit einem Funken Hoffnung füllen. Im Spannungsbogen zwischen dem Intro Demons I und dem Schlusssong Demons II  finden acht wunderschöne Nummern Platz, alle ausgezeichnet durch schwebende Gitarren, Ohrwurmmelodien und Zitate, die man mit Edding an die Wände schreiben möchte. Und über diesem Grundgerüst thronend: die Stimme von Phillip.

Words heißt der zweite Song auf der Platte, der seinem Titel absolut gerecht wird. Die vielen Passagen, in denen man nur auf den Text hören möchte, werden untermalt von einem nie enden wollenden Delay-Soundteppich. Bevor die Töne aber vollständig verstummen, setzt wieder das trockene Schlagzeug ein, das uns weiterträgt: in die nächste Strophe, den nächsten Refrain.

Der Anfang des gesamten Hypes um Farewell Dear Ghost erwartet uns als Nächstes: ein Song mit dem Titel Cool Blood. Eine Hymne, mit einem Refrain, der nach nur einem Hördurchgang nicht mehr aus dem Kopf gehen will.

Selten ist ein Album zu einem besseren Zeitpunkt released worden, wie dieses. Im November beginnt der Herbst, die Temperaturen werden kühler, die Städte werden grauer. Die Melancholie, die mit diesen Monaten einhergeht, hat mit We Colour The Night einen perfekten Partner gefunden. Es ist zwar kein fröhliches Album, aber ein hoffnungsvolles. Der Soundtrack, der die graue Stadt einfach neu anmalt und uns die fehlende Wärme zurückgibt.

Für jede Situation findet man das richtige Lied – das ruhig-treibende Fade Out, das reflexiv-explosive Fire (übrigens die zweite Single, die derzeit auf FM4 zu hören ist) oder das textlich-herausragende City Nights. Zusammen mit der poppigen Nummer Wake Up entsteht so ein vielseitiges Album, das aber nie die Kohärenz verliert. Jeder Song ist ein sich abgeschlossenes Meisterwerk, das sich mit den anderen Nummern nahtlos ineinanderfügt.

Mit Demons II schließt sich der Spannungsbogen wieder, aber die Wörter und die Musik bleiben noch lange im Ohr. Man findet sich in einer Welt wieder, die auf einmal ganz anders aussieht und wenn dieses Gefühl nicht mehr auszuhalten ist, wandert der Finger wieder Richtung Play-Taste um ein weiteres Mal in den Kosmos von Farewell Dear Ghost einzutauchen.

Schicht um Schicht werden in We Colour The Night alle Klangfarben aufgetragen. Mit dem Album ist der Band eines der besten österreichischen Alben seit Langem gelungen. Große Pophymnen treffen auf ausgeklügeltes Arrangement und gehaltvolle Texte. Aus dem Nichts kommend haben Farewell Dear Ghost eine Platte produziert, die genau so klingt, wie sie sein sollte: authentisch und melancholisch optimistisch.

Farewell Dear Ghost – We Colour The Night

Für Fans von: Imagine Dragons, James Blake
Schoenwetter Schallplatten (Rough Trade)
VÖ: 15.11.2013
Gesehen um 17,87€

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