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Feine Sahne Fischfilet – Scheitern und Verstehen

Feine Sahne Fischfilet – Scheitern und Verstehen

Leicht haben es die Jungs von Feine Sahne Fischfilet (Website) nicht in jenem Teil aus Deutschland, in dem die Band beheimatet ist. Rechtsradikale und braune Politik ist in Mecklenburg Vorpommern nämlich relativ stark vertreten. Das einzig Gute daran, und das ist wirklich das Einzige, ist, dass dadurch Feine Sahne Fischfilet uns mit solch grandioser Punkmusik begeistert. Und zwar ist es kein Ska-Punk, wie die Musiker selber gerne betonen, sondern Punk mit Bläsern. Bei den Konzerten kann es dabei schon mal zu Auseinandersetzungen kommen, wenn Rechte sich bemüßigt, fühlen gegen die Band diverse Angriffe zu starten. Mit Buttersäure oder einer Axt in der Motorhaube muss man mittlerweile schon mal rechnen.

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Doch zurück zur Musik: „Scheitern und Verstehen“ ist mittlerweile ihr drittes Album, das erste beim namhaften Electronic/Punk/Underground/Indie-Label Audiolith. Das Album ist sehr variantenreich. Das Angebot reicht von Streetpunk a la The Casualties („Gefällt mir“) bis hin zu klassischem Punkrock der alten Schule („Dorffeste im Herbst“). Aber irgendwie hat die Band schon recht, nicht nur mit ihren Anarcho-Punk-Texten, sondern auch mit ihrer eigenen Musikbeschreibung. Denn in dieser Form findet man wenige, die wirklich diese Art von Musik ausüben. „In unseren Augen“ ist ein sehr gutes Beispiel für den Musik- und Textstil, den Feine Sahne Fischfilet pflegen.

Generell bietet das Album durchwegs keinen einzigen qualitativen Ausfall. Als absolute Überhits kristallisieren sich „Komplett im Arsch“ und „Geschichten aus Jarmen“ heraus. Lediglich der Indie-Poppunk-Mischling „3 ½ Meter Lichtgestalt“ passt leider nicht wirklich zum Rest des Albums, obwohl diese Kollaboration mit Marry Currie von Neonschwarz durchaus gut gelungen ist. Auch bei „Riot In My Heart“ erkennt man erst, wie notwendig dann doch die deutsche Sprache für die Wirkung der Band ist.

„Scheitern und Verstehen“ ist sozusagen auf den „Punk(t)“ hin produziert. Der leicht polierte Garagen-Sound wirkt zusammen mit so manchen Shout-Refrains oder generell den aussagekräftigen Texten wirklich gut und präsentiert die Band auch auf Album sehr direkt und authentisch. Band, Album und dazugehöriges Gedankengut sind also sehr zu empfehlen!

 

Scheitern und Verstehen in aller Kürze

Feine Sahne Fischfilet
„Scheitern und Verstehen“
Für Fans von: The Broilers, Farin Urlaub, The Casualties, Propagandhi
VÖ: 09.11.2012

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Bernd Eger

Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at

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