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Film-Tipps: Serienkiller

Film-Tipps: Serienkiller

Kennst du das? Das Soll für den Tag ist erfüllt, du bist erschöpft und hast mit dem Vorhaben, das Haus noch einmal zu verlassen längst abgeschlossen. Du liegst auf der Couch und fragst dich: „Welchen Film könnte ich mir jetzt anschauen?“ Natürlich legal, also verlässt du dein Heim doch noch einmal in Richtung Videothek. Aber dort hast du die Qual der Wahl. Womit wirst du heute glücklich?

Enemy.at hilft dir weiter. In der Rubrik Film-Tipps stellen wir genrespezifisch immer zehn Filme vor, die man als Fan gesehen haben sollte. Dieses Mal dreht sich alles um Serienkiller. Und zwar nicht um hirnlos mordende Proleten aus 0815-Horrorfilmen, sondern um die Künstler des Fachs. Thrill, Spannung und Charakter sind gefragt!

Sieben (1995)

Sieben

Brad Pitt und Morgan Freeman als zwei ungleiche Detectives auf der Jagd nach einem genauso brutalen wie genialen Serienmörder. Er tötet jedes seiner Opfer nach dem Muster der sieben Todsünden. John Doe ist einer der gerissensten Serienkiller im Kino. Er ist seinen Kontrahenten überlegen, zieht sie in sein mörderisches Spiel hinein und ist ihnen immer mindestens einen Schritt voraus.

Mit seinem zweiten Kinofilm hat David Fincher ein grausames Meisterwerk geschaffen. Sieben hat eines der besten Enden überhaupt. Übrigens auch dank Brad Pitt. Angeblich drohte er den Produzenten, die sich für ein anderes Finale aussprachen, mit der Beendigung seiner Arbeit an dem Film. Zum Glück hat der damals 31-jährige sich durchgesetzt.

Cast: Brad Pitt, Morgan Freeman, Kevin Spacey

Regie: David Fincher

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Natural Born Killers (1994)

Natural Born Killers

Ein junges Pärchen zieht mordend durch die USA. Bei den Massakern, die sie anrichten, lassen sie immer einen der Anwesenden am Leben, damit er ihre Geschichte weitererzählen kann. Die Medien springen bald auf das Thema auf und machen die beiden zu Stars. Teilweise werden ihre Taten sogar von der Öffentlichkeit gefeiert. Oliver Stone führte Regie, die Geschichte stammt von Quentin Tarantino. Stone überarbeitet das Script, womit Tarantino nicht einverstanden war. Er wollte ursprünglich nicht einmal in den Credits vorkommen, was er später aber wieder revidierte. Tarantino wird nun unter Story genannt.

Natural Born Killers ist ein satirischer Kommentar zur Beziehung zwischen Medien und Gewalt mit kunstvoller Bildsprache. Viele haben diesen aber nicht verstanden und den Film als gewaltverherrlichend abgetan. Es gab heftige Kontroversen um das Werk und Stone wurde sogar wegen einer angeblichen Nachahmungstat verklagt – und zwar von niemand Geringerem als Erfolgsautor John Grisham. Der Filmregisseur wurde freigesprochen. Im englischsprachigen Wikipedia gibt es sogar einen Eintrag, zu möglicherweise von Natural Born Killers inspirierten, Nachahmungstaten.

Cast: Woody Harrelson, Juliette Lewis

Regie: Oliver Stone

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American Psycho (2000)

American Psycho

Patrick Bateman ist wohl der stilsicherste aller Serienkiller. Der Yuppie führt ein scheinbar aufregendes Leben in New York. Mit 27 ist der Harvardabsolvent bereits hoch bezahlter Manager an der Wallstreet. Alles dreht sich um Models, Platinum Kreditkarten, Designeranzüge und die aktuell angesagtesten Restaurants und Clubs. Fast alles. Denn hinter der Fassade von Patrick Bateman brodelt es. Sein oberflächlicher Alltag ödet ihn an. Zum Ausgleich macht er aber kein Yoga, nein, er tötet Menschen.

American Psycho lässt uns eintauchen in die Welt eines abscheulichen Menschen. Der Film erklärt nichts – deswegen muss man ihn wahrscheinlich auch zweimal anschauen, um ihn wirklich zu verstehen. Und auch dann bleibt viel Raum für unterschiedliche Interpretationen. Marry Harron ist die Verfilmung des Erfolgsromans von Bret Easton Ellis wirklich ausgezeichnet gelungen. Und Mit Christian Bale hat das Werk auch einen herausragenden Hauptdarsteller.

Cast: Christian Bale, Reese Witherspoon, Jared Leto

Regie: Marry Harron

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Psycho (1960)

Psycho

Der Klassiker. Der bekannteste Film des wohl bekanntesten Regisseurs der Welt. Alfred Hitchcock ging andere Wege, setzte 1960 neue Maßstäbe für das Genre des Thriller. Er lässt seine Hauptfigur bereits nach einer halben Stunde ermorden, und zwar in der berühmten „Duschszene“ – möglicherweise die am häufigsten zitierte Szene der Filmgeschichte (abgesehen vielleicht von „Luke, ich bin dein Vater.“). Dank überzeugenden Darstellern und einer packenden, überraschenden Geschichte ist Psycho auch heute noch ein überragender Film.

Wer sich mit Schwarz-weiß einfach gar nicht anfreunden kann, für den hat Gus Van Sant 1998 ein Remake in Farbe gedreht, in dem er penibel genau Kameraeinstellung für Kameraeinstellung nachstellte. Van Sant räumte damit beim Negativpreis „Goldene Himbeere“ ab, trug aber dazu bei, dass das Original, gerade bei jüngeren Leuten, nicht in Vergessenheit gerät. Wer etwas auf sich hält, wählt natürlich trotzdem Hitchcocks Version.

Cast: Anthony Perkins, Janet Leigh, Vera Miles, John Gavin

Regie: Alfred Hitchcock

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Identität (2003)

Identität

Wie kann man diesen Film beschreiben, ohne jemandem, der ihn noch nicht gesehen hat, zu viel vorwegzunehmen? Schwierig.

In einem abgelegenen Motel in Nevada kommen zehn Menschen wegen eines Sturmes zusammen. Wegen des Hochwassers sind die unterschiedlichen Personen gezwungen, an diesem Ort zu verweilen. Es kommt zu einer Reihe von mysteriösen Todesfällen und Morden und bald wird klar, dass der Mörder mitten unter ihnen sein muss. John Cusack geht in Person des Ex-Polizisten Ed Dakota auf die Suche nach dem Täter – aber Achtung: Nichts ist, wie es scheint! Regisseur James Mangold ist mit Identität ein ausgezeichneter Thriller vor einer tristen Kulisse und mit überraschenden Wendungen gelungen.

Cast: John Cusack, Ray Liotta, Amanda Peet

Regie: James Mangold

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Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)

Henry

Ein erschreckender, grauenhafter Film

So beschreibt das Lexikon des internationalen Films diesen Streifen. Er basiert auf den realen Geständnissen des Serienmörders Henry Lee Lucas, von denen allerdings viele auch widerlegt wurden. Der Low-Budget-Thriller hält sich nicht lange mit psychologischen Erklärungen auf, sondern fängt einfach den Alltag von Henry ein. Er trifft einen alten Freund aus dem Gefängnis, verliebt sich scheinbar ein dessen Schwester und tötet natürlich nebenbei. Henry ist eiskalt und irgendwie sympathisch zugleich. Das macht ihn nur noch unheimlicher.

Henry: Portrait of a Serial Killer war sowohl der Debütfilm für Regisseur McNaughton, als auch für Hauptdarsteller Michael Rooker. In Deutschland war der Streifen bis vor einem halben Jahr noch indiziert. Erst im Oktober 2012 erfolgte die Veröffentlichung. Ein Kultfilm, jedoch sicher nichts für schwache Nerven.

Cast: Michael Rooker, Tracy Arnold, Tom Towles

Regie: John McNaughton

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Kalifornia (1993)

Kalifornia

Ein junges Pärchen (Michelle Forbes und David Duchovny in seiner ersten größeren Rolle) will ein Buch über Serienmörder schreiben und reist dazu zum Recherchieren quer durch die USA von einem Tatort zum nächsten. Damit sie die Benzinkosten nicht alleine tragen müssen, nehmen sie ein zweites Pärchen (Juliette Lewis und der junge Brad Pitt in einer ungewohnten Rolle) mit. Dass damit auch im Auto ein waschechter Serienkiller sitzt, fällt allen Beteiligten erst reichlich spät auf.

Obwohl Kalifornia an den Kinokassen floppte, stellt der Film für alle vier Hauptdarsteller einen wichtigen Schritt in deren Karrieren dar. Spannung ist garantiert!

Cast: Brad Pitt, David Duchovny, Juliette Lewis, Michelle Forbes

Regie: Dominic Sena

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Funny Games (1997)

Funny Games

Auch ein österreichischer Film findet sich in der Auswahl. Oscarpreisträger Michael Haneke inszenierte 1997 diesen Horrorthriller. Ein Ehepaar mit Kind will einen idyllischen Urlaub am See verbringen und wird dabei von zwei auftauchenden jungen Männern terrorisiert, die die Familienmitglieder, beim Hund angefangen, der Reihe nach quälen und töten. Es gibt kein Entrinnen.

Funny Games nimmt den Zuschauer selbst in die Pflicht, spricht ihn direkt an und wirft ihm vor, doch genau diese Gewalt sehen zu wollen. Das löste heftige Kontroversen aus. 2007 drehte Haneke selbst ein amerikanisches Remake unter dem Titel Funny Games U.S. mit Naomi Watts und Tim Roth als Ehepaar und Michael Pitt und Brady Corbet als Killer. Schritt für Schritt drehte er dabei genau sein eigenes Original fürs US-Kino nach. Der Film floppte aber und spielte nur knapp die Hälfte seiner Produktionskosten ein. Im Zweifelsfall fürs Erstlingswerk entscheiden.

Cast: Susanne Lothar, Ulrich Mühe, Arno Frisch, Frank Giering

Regie: Michael Haneke

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Das Schweigen der Lämmer (1991)

Das Schweigen der Lämmer


Gleich zwei Serienmörder treiben in Das Schweigen der Lämmer ihr Unwesen. Der inhaftierte Kannibale Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) soll der Polizei dabei helfen einen Frauenmörder (Ted Levine) zu schnappen, der seinen Opfern die Haut abzieht. Dazu führt die FBI-Agentin Clarice Starling (Jodie Foster) Gespräche mit ihm und versucht dabei wichtige Details über die Psyche des Serienmörders herauszubekommen.

Anthony Hopkins in seiner Paraderolle, für die er mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Dieser Film darf in dieser Aufzählung nicht fehlen. Auch die anderen Teile über Hannibal Lecter – Hannibal, Roter Drache, Hannibal Rising und der frühe Blutmond – aus der Buchreihe von Thomas Harris wurden verfilmt. Keiner erreicht allerdings die Qualität von Das Schweigen der Lämmer. Ein absoluter Klassiker mit starken Rollen und ausgezeichneten Schauspielern.

Cast: Anthony Hopkins, Jodie Foster, Ted Levine

Regie: Jonathan Demme

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Das Parfum (2006)

Das Parfum

Jean-Baptiste Grenouille ist mit einem ausgezeichneten Geruchssinn ausgestattet. Er riecht alles, nimmt seine gesamte Umwelt mit seiner Nase wahr. Bald entdeckt er seine Liebe zur Parfümerie. Er träumt davon, das perfekte Parfum herzustellen – und dafür geht er über Leichen. Grenouille will die besten Gerüche für seine Kreation einfangen, und die besitzen seiner Meinung nach nun mal hübsche Mädchen. Er tötet und versucht mit verschiedenen Techniken die menschlichen Düfte zu konservieren.

Die Verfilmung des Romans von Patrick Süskind ist sehr gelungen. Hauptdarsteller Ben Whishaw liefert eine schauspielerische Leistung ab, die im Gedächtnis bleibt. Er spielt den Frauenmörder aber deutlich sympathischer, als er im Buch dargestellt wird.

Cast: Ben Whishaw, Dustin Hoffman, Alan Rickman

Regie: Tom Tykwer

 

Wir habens leider nicht geschafft…

Bei so einer Auswahl gibt es natürlich auch immer viele gute Kandidaten, die letztlich leider nicht aufgenommen werden können. Dieses Mal waren das unter anderem: Taking Lifes, Zodiac, Maniac, Disturbia, Saw, Death Proof, Das geheime Fenster, Verblendung, Mann beißt Hund, M, Motel, Monster, Antikörper, Der Totmacher, Die purpurnen Flüsse, Behind the Mask, Wolf Creek,…

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One Comment
  • Regular John

    klasse Liste! Danke dafür. Den ein oder anderen Film werd ich mir sicherlich am Wochenende zu gemüte führen.

    PS: Funny Games is echt ein heftiger Film, wenn man etwas mitdenkt und die Botschaft versteht.