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Gespenster – Raphael Sas

Gespenster – Raphael Sas

Raphael Sas (Facebook), seines Zeichen auch Mitglied der Band vom Nino aus Wien, heißt der junge Mann, welcher sich auf den Solokünstlerpfaden ganz dem Genre des sogenannten Austropop’s verschreibt.
Jedoch wäre jeder Vergleich mit den lebenden, sowie leider schon verstorbenen Urgesteinen wie Ambros, Fendrich, Hirsch oder Danzer gar unpassend, gilt es doch neue Facetten dieser wunderbaren Musikrichtung zu entdecken.

Ziemlich locker und leichtfüßig geht es mit der ersten Singleauskopplung “Ayayayayaya” ins Rennen. Das Arrangement von Geigenspiel, Klarinette, Bluesgitarren – untermalt mit leichter Melancholie der Texte über Verlust, Liebe und Romantik, erinnert mit bittersüßer Stimmung an ein verrauchtes Kaffeehaus an einem verregneten Herbsttag.

Wer hier noch nicht mit seinen Gedanken abdriftet, ist spätestens bei “Olles is offm” im Reich der nachdenklichen Tagträume. Doch plötzlich wendet sich das Blatt! “Du hast mich” zieht den Hörer ziemlich flott in die Welt des verruchten Tangos.
Auch sprachlich bedient man sich hier plötzlich der gehobenen Standardsprache, was auch verbunden mit der dadurch entstehenden Irritation, leichte Abstriche macht.

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Dieses Switchen des Sprachgebrauchs zieht sich leider durch die ganze Platte. Objektiv gesagt klingt dies zwar nicht aufgesetzt, jedoch wären geschmacklich betrachtet klare Linien im Songwriting verdaulicher.
Beim weiteren Durchhören stößt man jedoch auf den wunderbaren Anspieltipp “Sternderl”, ein Lied mit einem schönen, minimalistischen Gitarrenriff, Slidersound und zierlicher Geige, umschlungen von einer zuckersüßen Liebesgeschichte.
Ja, das ist Musik für Herz und Seele!

Schließlich geht es düster und kalt, wie auf einer vernebelten Ostsee-Schifffahrt, mit dem Titelsong “Gespenster” in die Endphase dieser mit zehn Tracks bestückten Platte.

Auf “Gespenster” bleibt kein emotionaler Wunsch offen, richtig eingesetzter instrumentaler Minimalismus gepaart mit ehrlich konzipiertem Text und Gesang, lässt die Gefühle Achterbahn fahren.
Ich spreche jetzt sicher auch der heimischen Musikszene aus der Seele, aber diese Produktion, Made in Austria, ist wirklich nur zum weiterempfehlen!

„Gespenster“ in aller Kürze

Raphael Sas
„Gespenster“
Für Fans von: Nino aus Wien
VÖ: 23.11.2012
Gesehen um €15,99

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