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Get Dead – Bad News

Get Dead – Bad News

Punkrock mit Akustik-Einflüssen ist in diesen Zeiten ja eigentlich nichts Neues mehr. Wenn man aber so konsequent wie Get Dead (Homepage) die Songs so, nennen wir es mal, downstrippt, dann hat das schon etwas sehr Sympathisches. Schließlich gibt es heutzutage viele Punker die eine gute Mischung aus Punk und Folk bevorzugen, um einen Song noch effektvoller wirken zu lassen. Dank Frank Turner und Co. wirkt es fast schon wie ein eigenartiger Trend. Get Dead aber pfeifen auf positive Effekthascherei oder einer gefinkelt geplanten Instrumentalisierung. Die zwölf Songs auf ihrem neuen Album wurden ihrem bisherigen Stil getreu nämlich gnadenlos an der kurzen Leine gehalten.

Glücklicherweise geht dieser Plan aber wieder voll und ganz auf. Auch wenn es vielleicht eigenartig klingt, aber die Tracks auf Bad News sind durchwegs total reduziert gehalten. Was nicht heißen soll, dass hier auf spartanische Weise Lieder mittels einer Gitarre mit vielleicht nur zwei Saiten, einer hohen und einer tiefen, eingespielt wurden. Nein, denn zwischendurch finden z.B. auch mal E-Gitarren ihren Platz. Was dabei auffällt, ist, dass diese dann aber sehr zurückhaltend aufgenommen wurden.

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In ähnlicher Weise verhält es sich bei den Drums auf Bad News, welche bei vielen Songs fast schon gar nicht mehr auffallen bzw. wirklich merkbar sind (z.B. The Process, Problematic). Aber genau das ist ein Beleg für die hohe Qualität dieser Songs. Ein Lied, welches nur auf sein Grundgerüst reduziert wird und dennoch gut ist, hat ohne Zweifel Qualität. Und dieses Konzept auf Albumlänge nicht eintönig oder etwa ganz einfach billig wirken zu lassen ist noch schwieriger zu bewerkstelligen.

Dabei wurde aber auch mit Köpfchen vorgegangen! Der Opener Kerouac’s Teeth ist ein chilliges „Willkommen“ der Band wie man es nicht besser bringen könnte. Auf der anderen Seite wird mit Battlelines auf grandioser melancholischer und trauriger Art das Ende der LP verkündet. Dazwischen liegen weniger Rohdiamanten als vielmehr wunderschöne Steine, die vor allem beim zweiten und dritten Hören sich nicht mehr aus dem Ohr schütteln lassen.

Wirklich top ist z.B. Here’s Your Song (so klingt Ska-Punk auf Akustik!), oder auch Bartender. Letzterer gefällt vor allem durch seinen unglaublich coolen Text und seinen catchy zweiten Refrain. Ein richtiger Hit wurde auch auf das Album gepackt: This One’s For Johnny ist mit Abstand der schnellste, aggressivste und auch einprägsamste Track auf Bad News. Alles in allem ist es ein ungemein gut verdauliches und auch griffiges Album geworden.

Dafür hat man aber mit Fat Mike von NOFX, Mitgliedern von Lagwagon oder diversen anderen Bands vom großen Punk Label Fat Wreck Chords (Label-Boss ist Fat Mike selbst) freundliche Unterstützung im Studio bekommen. Man sieht, die vier Kerle rund um Schleifpapier-Stimmen-Sänger Sam King sind also schon fest in der Kalifornia-Punk-Szene verankert. Man kann gespannt auf die nächste Veröffentlichung dieser sympathischen Punks warten. Wer neugierig ist, ob Get Dead ihr Akustik-Konzept auch Live beibehalten, kann dies am 18.08.2013 im Arena Beisl in Wien herausfinden!

Get Dead – Bad News

Für Fans von: Frank Turner, Off With Their Heads, Swingin Utters
Fat Wreck Chords
VÖ: 02.08.2013
Gesehen um 9,99 €

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Bernd Eger
Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at
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