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Grant Hart – The Argument

Grant Hart – The Argument

Zuerst ein Blick zurück: Grant Hart (Homepage) genießt als Ex-Mitglied von einer der einflussreichsten Rock-Bands der 80er ungemein viel Respekt von künstlerischer Seite. Leider blieb damals der kommerzielle Erfolg ein wenig auf der Strecke. Auch heute bleibt noch, obwohl viele Rockstars, Punkbands oder alternative Rocker die Werke von Hüsker Dü als maßgeblichen Einfluss anführen, ein etwas bitterer Geschmack zurück. Das Leben des Herrn Hart verlief zwar ideell betrachtet einigermaßen gut, kommerziell dafür eher weniger (im Gegensatz zu seinem Ex-Kollegen Bob Mould). Auch diverse Suchtprobleme taten dabei ihr Übriges. Und eben dieser eher tragische Werdegang hinterließ Spuren beim damaligen Drummer von Hüsker Dü.

Diverse Soloalben später hat sich eigentlich nicht viel geändert. Der Respekt und die Credibility blieben vergleichsweise hoch, der Erfolg blieb wieder überschaubar. Nur dass der schnoddrige langhaarige Typ, mit seiner Opa-Stimme und dem markanten „S“ nun doch ein gesetzter Herr geworden ist, und seine Gesundheit nicht mehr mit harten Drogen auf die Probe stellt.

Im Jahr 2013 angelangt, setzt der bekennende Homosexuelle mit The Argument ein kleines musikalisches Ausrufezeichen. Das über 20 Tracks lange Konzeptalbum überrascht mit zeitlosem Postpunk/alternative Rock und Pop. Zeitlos ist hier genau das richtige Stichwort, denn inhaltlich wird hier ein religiöses Thema aufgegriffen. Inspirationsquellen dafür war nämlich der Text „Paradise Lost“ von William S. Burroughs, sowie auch das Gedicht „Paradise Lost“ von John Milton.

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Hart beschreibt die Inhalte des Albums selbst so: Luzifer ist der Hölle entsprungen und trifft dabei auf den Erzengel Uriel; den Sündenfall/Höllensturz der Engel; die Erde, die an einer goldenen Kette an der Sonne hängt; Galileos Weltbild und die damit verbundenen Ängste durch die Strafen der Kirche; verbotenes Wissen und Profanität.

Puuuh…das ist aber mal harter Stoff – und das auch noch in 20 Songs! Keine Angst, Grant Hart weiß durchaus das Gleichgewicht zwischen Anspruch und angenehmem Flow zu halten. Natürlich kommen da zwischendurch etwas eigenartige und weniger prickelnde Stücke vor, die von zittrigem Gesang und Old-School-Orgeln getragen werden (If We Have The Will, The Argument) oder einfach nur einem Wirrwarr gleichen (War in Heaven). Dafür sind aber wiederum viele wirklich ansprechende Stücke auf dieser LP. Beispielsweise das unwiderstehlich poppige Morningstar, genauso wie Shine, Shine, Shine, Underneath The Apple Tree oder der lässige Abschlussrocker For Those Too High Aspiring.

Wie gesagt, bei The Argument hält sich die Waage zwischen eingängiger Musik und künstlerisch-verschrobener musikalischer Hinterlegung. Auch was die Lyrics betrifft, muss man keine Angst davor haben hier in 20 Tracks zugrunde gepredigt zu werden. Hart erzählt hier lediglich wirklich interessante Geschichten und lässt so gut es geht religiöse Ansichten außen vor!

Wer sich nun nicht sicher ist über dieses neue Werk des Mister Grant der kann sich ja mal an einem der Herzstücke des Albums versuchen. So Far From Heaven behandelt Satans und Erzengel Uriels Aufeinandertreffen. Gesungen in den Worten des Erzengels und hinterlegt mit einer eingängigen Melodie:

Grant Hart – The Argument

Für Fans von: Hüsker Dü, Nick Cave, David Bowie
Domino
VÖ: 23.07.2013
Gesehen um 12,99 €

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Bernd Eger

Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at

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