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Iggy And The Stooges – Arena Wien

Iggy And The Stooges – Arena Wien

Iggy Pop and The Stooges – ein Maßstab für Unverwüstlichkeit

Nach 18 Soloalben und Gastfeatures in Songs und Filmen hinterlässt die Zeit nur sichtbare Spuren an seiner Haarpracht– Iggy Pop ist unverwüstlich. Wer so viel Rock’n’Roll erlebt und gelebt hat wie James Newell “Jim” Osterberg hat niemandem mehr etwas zu beweisen. Ob die Tour nun dazu dient, die Bandkasse zu füllen oder den Spirit der vergangenen Musikgeschichte in den Herzen der Besucher wiederzubeleben, tut nichts zur Sache. Ich bin vom zweiten Punkt mehr als überzeugt.

Wenn die Stimmung einen Weltuntergang heraufbeschwört und die Menschen trotzdem in die Wiener Arena zu einem Open Air Event strömen gibt es entweder literweise Freibier oder einen anderen richtig guten Grund. Der Godfather Of Punk ist ein richtig guter Grund.

IMG_0779There’s a light that never goes out © Verena Oberhofer

Wen lässt man auf die Bühne, bevor man die Manege für die Tanzausbrüche einer Legende frei gibt? Mother’s Cake (Homepage). Gute Wahl! Die Österreicher sind genau der richtige Jazz-Funk-Punk-Rock- Aperitif mit genug Feingefühl für schmeichelnde Melodien und einer  Stimme, die schon das eine oder andere Mal ausgiebig in Whiskey eingelegt wurde. Super Konzert!

9. August. 21.00 Uhr. Das Jahr 2013. Ein Mann mit silberner Mähne und einem stählernen Körper mit Lederbezug stürmt die Bühne. Die Menschen jubeln. Raw Power  in seiner feinsten Form wird auf die Leute losgelassen. Mit Schätzen wie Gimme Danger, Gun und Search And Destroy werden gleich zu Beginn die Gedanken an etwaigen Regen in den Hintergrund gedrängt. Eine Party ohne Menschen ist keine Party. Bei Fun House holt sich Iggy Pop ca 20 Leute auf die Bühne um mit ihnen eine seiner Hymnen zu zelebrieren bevor er sich selbst unter die Fans mischt.

Iggy And The Stooges in der Arena

Your pretty face is going to hell

James Williamson hat nach knapp 30 Jahren den Weg zur Gruppe zurückgefunden und bringt mit seinen Gitarrenklängen sie letzte fehlende Zutat zu einem gelungenen Punk Revival. Eingespielt und punktgenau, als hätten sie die Bühne nie verlassen bringen Iggy und seine Stooges die durchnässten Leiber vor der Bühne in beste Stimmung. Mit ein bisschen mehr Jazz-Elementen werden 3-Akkord-Punk-Songs zu neuen Tiefen verholfen, ohne dabei an Räudigkeit einzubüßen. Wie bei Patti  Smith kann man stolz auf einen so authentischen Attitüdenträger sein, der die Festivalstimmung der 60er  nach 21 Songs mit einem großartigen Cover von Richard Berry, Louie Louie, abrundet.

Fazit: Mit 66 Jahren und einer Performance, die einer Werbung für ein Youth-Code-Produkt gleich kommt, ist der gute Iggy noch lange nicht Ready To Die und die Stooges vor dem Wiener Publikum offiziell entstaubt worden. Ein Hoch auf den Punk und möge seine Konservierung immer in solch einer Reinkultur die Bühne betreten!

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Verena Oberhofer

‎~ pour moi, l’habitude est juste synonime de mort. ~

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