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Inquisition – Obscure Verses For The Multiverse

Inquisition – Obscure Verses For The Multiverse

Seattle, Musik? Moment, da war doch was? Denn wenn man den Namen dieser Stadt in den Mund nimmt, schießen einem sofort Bilder von abgerissenen Typen in zerschlissenen Jeans, Converse und Flanellhemden vor das geistige Auge. Grunge nannte man den Stil und Kurt Cobain, Eddie Vedder sowie Layne Staley waren die Helden. Doch mit Nirvana, Pearl Jam, Soundgarden oder Alice In Chains hat das hier vorliegende Werk genau so viel zu tun, wie England mit kulinarischer Finesse.

Denn hierbei handelt es sich um die in Szenekreisen gehuldigten Schwarzmetaller von Inquisition. Obscure Verses For The Multiverse lautet ihr aktuellstes Opus und ist der direkte Nachfolger des 2011 erschienen Releases Omnious Doctrines Of The Perpetual Mystical Macrocosm. Inquisition, welche mittlerweile beim renommierten französischem Metallabel Season of Mist (unter anderem Mayhem, Carpathian Forest, Urgehal) gelandet sind, bestehen aus zwei Mitgliedern. Dagon (Guitars, Vocals) und Incubus (Drums) lauten ihre Künstlernamen.

Ersterer gründete diese obskure Kultformation bereits 1988 als Thrash Metal Band Guillotine in Cali, Kolumbien (!). Bereits ein Jahr später wurde die Musik dunkler/härter und Inquisition (Facebook) wurden aus der Taufe gehoben. Ab Mitte der 90er Jahre gings für Dagon zurück in die USA. Seither spielen sich Inquisition vom reinen Undergroundact mit Kultstatus in Richtung Sperrspitze des amerikanischen Black Metals.

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Doch musikalisch gesehen wurde immer wieder über den großen Teich in Richtung Bergen, Norwegen gelinst. Klirrend frostige Riffkaskaden norwegischer Prägung treffen variantenreiches, druckvolles Drumming. Doomig kriechende Parts münden in rasende Blastbeats. Flirrende Kälte meets hypnotische Progressivität, sozusagen. Über allen thront das krächzende Organ Dagons, welches immer wieder Vergleiche mit den Namen Abbath (seines Zeichens Frontmann von Immortal) aufkommen lässt.

Textlich gesehen erweitern Inquisition ihr Spektrum von schwarzer Magie, Luzifer und Satanismus. Kosmologie, Astrobiologie und prähistorische Kulturen stehen neben der Blackmetal-typischen Hinwendung zu Landschaft & Natur (hallo Immortal!) am Tagesplan. Dies spiegelt sich kreativen Songtiteln wie Master Of The Cosmological Black Cauldron, Darkness Flows Towards Unseen Horizons oder eben der Titeltrack wieder (Bal-Sagoth lassen grüßen) wieder. Eine spannende, anspruchsvolle Reise ins Schwarzwurzeluniversum ist vorprogrammiert!

Fazit

Inquisition legen mit Obscure Verses For The Multiverse eines der abwechslungsreichsten und besten Black Alben des Jahres vor. Trotz fehlen von Bass oder zweiter Gitarre können die beiden Schwarzheimer mit Können und Erfahrung punkten. Dies zeigt sich sowohl auf Platte als auch Live (der Rezensent durfte bereits mehrmals in den Genuss kommen), was zusätzlich zum Kultstatus dieser Formation beiträgt. In gut 50 Minuten und zehn (epochalen) Kompositionen darf ein weiteres hochklassiges Inquisition-Album in die Banddiskographie hinzugefügt werden.

Musikalisch sind Dagon und Incubus auf ihrem Höhepunkt angelangt. Die flirrende Gitarre harmoniert, prächtig mit den polternden Drums, sowie dem knarzigen Organ. Als Malus kann das letzte Fünkchen Individualität angehaftet werden. Zu oft werden Querverweise zu den Genrevätern Immortal (vor allem stimmlich) wach. Auch klingt Obscure Verses For The Multiverse für den Verfasser dieser Zeilen etwas zu „glatt“ produziert. Jaja ich weiß, das ist meckern auf hohem Niveau! Aber egal, Lederkutte an, Lautstärkeregler auf Maximum und den Schädel in Bangposition bringen. Hail Inquisition!

Inquisition – Obscure Verses For The Multiverse

Für Fans von: Bathory, Immortal, Urgehal
Season of Mist (Soulfood)
VÖ: 25.10.2013
Gesehen um €16,99

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